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Hype-App FaceApp - Wenn Smartphone-Nutzer alt aussehen

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Die FaceApp ist derzeit auf vielen Smartphones. Die Foto-App lässt Gesichter altern, schöner werden oder verpasst den Köpfen eine neue Frisur. Doch was passiert mit den Daten?

In den sozialen Medien kursiert gerade ein Trend, der die Nutzer ziemlich alt aussehen lässt. Die Face-App lässt junge Gesichter um Jahrzehnte altern - doch der Spaß ist riskant.

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Die FaceApp gibt es bereits seit 2017. Doch der Hype um die Anwendung ist neu. Er entstand zunächst in Japan, erreichte dann die Vereinigten Arabischen Emirate und kam schließlich über Spanien nach Deutschland. Die FaceApp-Challenge besteht darin, das eigene Gesichtsfoto 10, 20 oder 30 Jahre in die Zukunft zu projizieren und das so gealterte Konterfei dann auch noch zu twittern und zu posten.

Schöner älter werden

An den Spaß rund um die FaceApp werden sich in einigen Monaten die meisten Smartphone-Besitzer und App-Anwender kaum noch erinnern. Ihre Fotos und weitere Smartphone-Daten werden aber weder das Netz noch die Datenhändler vergessen.

Die FotoApp bietet viel. Alt werden ist dabei kostenlos, wer sein Gesichtsfoto nachhaltig attraktiver aussehen lassen will, muss dafür bezahlen. Die Pro-Version kostet vier Euro im Monat. Außerdem wird noch eine Anmeldegebühr in Höhe von 44 Euro fällig.

Basisversion ist kostenfrei - Nutzer zahlt mit seinen Daten

Die eingeschränkte Basisversion kostet zwar keinen Euro, aber hier zahlt der Nutzer dennoch, wie bei solchen Apps üblich, und zwar mit seinen Daten. Denn die App lädt nicht nur Bilder aus der Smartphone-Galerie und das eigene Selfie, das bearbeitet werden und älter aussehen soll, auf angemieteten Cloud-Server hoch. Darüber hinaus werden die Internet-Protokolladresse, die Gerätenummer und Daten zur installierten Software gespeichert.

Die FaceApp durchsucht auf dem Smartphone oder Tablet des Nutzers zunächst die Bildergalerien nach Porträtfotos. Der Smartphone-Besitzer wählt dann ein Porträt von sich aus, das er gern bearbeiten lassen möchte. Er kann dann festlegen, ob er älter, jünger, schöner oder mit anderer Frisur und Brille erscheinen will.

Neuronales Netz manipuliert Porträts

Die für die Bildbearbeitung notwendigen Dateien werden dann auf Cloud-Server von Amazon hochgeladen. Die Bildmanipulation erfolgt also nicht auf dem Endgerät des Nutzers. Ein neuronales Netz berechnet auf dem Server für jeden Pixel des hochgeladenen Bildes die notwendigen Veränderungen, damit das gewünschte Bild gerendert werden kann.

Dafür muss die Software Wahrscheinlichkeitswerte errechnen, um festlegen zu können, ob eine geplante Pixelveränderung das Foto dem gewünschten Manipulationsergebnis näherbringt oder nicht. Mit jedem hochgeladenen und ausgewerteten Porträtfoto lernt die Software besser zu manipulieren.

Eine Kontrollsoftware überprüft, ob die angewandten Filter nach der Pixelveränderung schon für eine ausreichende Veränderung gesorgt haben oder ob noch weitere Filter angewendet werden müssen. Ist der Manipulationswert angemessen erreicht, wird das Bild wieder auf das Smartphone oder Tablet heruntergeladen.

Entwickler: Bilder werden nach Bearbeitung gelöscht

Jaroslaw Gontscharow, Chef von WirelessLab aus Sankt Petersburg, der die App entwickelt hat, versichert in einem Interview mit dem Magazin Forbes, die auf den Cloud-Server hochgeladenen Bilder würden nach der Bearbeitung wieder gelöscht werden. Überprüfen lässt sich seine Aussage nicht.

Ebenfalls ist nicht geklärt, ob und welche Daten von den Cloud-Servern, die Amazon hostet, auf Server in Russland übertragen werden. Auf Twitter betonen Nutzer, dass es allerdings nach ihrem Dafürhalten auch keinen Unterschied mache, ob Nachrichtendienste und andere die Daten von Amazon-Servern beziehen oder von russischen.

Paradies für Datenhändler

Ungeklärt ist auch, was mit den Gerätedaten passiert, für deren Nutzung sich die App eine Berechtigung geben lässt. Auch hier betont Jaroslaw Gontscharow, dass diese Daten nicht an Dritte verkauft würden. Sie würden lediglich für personalisierte Werbung genutzt. Allerdings lässt sich die Herstellerfirma das Recht von den App-Nutzern einräumen, deren Daten im Falle eines Verkaufs der App an einen neuen Eigentümer mit zu veräußern.

Wer die FaceApp nutzt, muss sich also klarmachen, dass einige Unwägbarkeiten bleiben, was die weitere Verwendung seiner persönlichen Daten angeht. Doch für die meisten Nutzer der FaceApp dürfte der Spaß an der FaceApp-Challenge im Vordergrund stehen. Sie kümmern sich da nicht mehr weiter um die preisgegebenen eigenen Daten.

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