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IAEA bestätigt Berichte - Iran hat größere Mengen angereicherten Urans

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IAEA-Inspekteure haben bestätigt, dass der Iran die erlaubte Menge angereicherten Urans überschreitet. Damit verstößt das Land gegen das Atomabkommen. London reagiert besorgt.

Uran-Produktion in Isfahan, Iran (Archivbild von 2005)
Uran-Produktion in Isfahan, rund 400 Kilometer südlich von Teheran.
Quelle: AP

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat bestätigt, dass der Iran größere Mengen von niedrig angereichertem Uran besitzt als im internationalen Atomabkommen erlaubt. Die Islamische Republik habe den im Pakt festgehaltenen Grenzwert überschritten, teilte die UN-Behörde mit.

Teheran droht mit Anreicherung auf höheren Grad

Kurz zuvor hatte Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in Teheran verkündet, dass sein Land "gemäß seinem Plan" die Grenze von 300 Kilogramm überschritten habe. Teheran kündigte außerdem an, seinen Uranbestand nicht nur zu erhöhen, sondern gegebenenfalls auch auf höhere Grade als 3,67 Prozent anzureichern. Dieser Prozess werde im Juli beginnen, falls die verbliebenen Vertragsparteien im Atomabkommen nicht neue Bedingungen aushandelten.

Die Atomenergiebehörde hatte zunächst zurückhaltend reagiert: "Unsere Inspekteure sind vor Ort und werden der Zentrale berichten, sobald die Höhe der Bestände verifiziert ist", hatte ein Sprecher noch vor der Bestätigung mitgeteilt. Im Atomabkommen von 2015 vereinbart waren 300 Kilogramm Uran, angereichert auf 3,67 Prozent.

Reaktion auf US-Sanktionen

Irans Vorgehen ist vor allem als Reaktion auf die USA zu werten, die vor einem Jahr aus dem Pakt ausgestiegen waren und Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängten. Die iranische Führung kündigte daraufhin ihrerseits an, sich nicht mehr an ihre Verpflichtungen halten zu wollen.

Die übrigen Unterzeichnerstaaten China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland hatten erst am Freitag darüber gesprochen, wie der Pakt noch zu retten ist. Gelingen könnte das nach Ansicht der Europäer mit einer Finanzplattform namens Instex, durch die die US-Sanktionen umgangen werden können. Doch nach dem Treffen am Freitag in Wien hatte die iranische Delegation erklärt, die Vorschläge reichten ihr noch nicht aus.

Britischer Außenminister: "Sehr besorgniserregend"

Der Iran will damit Druck auf die verbliebenen Vertragsparteien im Atomabkommen aufbauen, neue Vereinbarungen auszuhandeln. "Wenn die Europäer tun, was sie zu tun haben, sind die Maßnahmen umkehrbar", wurde Sarif von der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zitiert.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt nannte die Überschreitung der zulässigen Uranmenge "sehr besorgniserregend" und forderte den Iran auf, sich wieder an seine Verpflichtungen zu halten. Russlands Vizeaußenminister Sergej Riabkow äußerte sein "Bedauern", warnte aber davor zu "dramatisieren". Der Schritt müsse als "natürliche Konsequenz" aus dem "beispiellosen Druck" der USA verstanden werden, sagte er.

Parallel zum Konflikt um das Atomabkommen haben sich die militärischen Spannungen am Persischen Golf verschärft. Die USA verstärken dort ihre Militärpräsenz, es gab Angriffe auf mehrere Tanker und im Juni schossen die Iraner eine US-Drohne ab.

Das Atomabkommen mit dem Iran von 2015

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