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ICAN-Studie - Banken stecken mehr Geld in Atomwaffen-Industrie

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Zehn Milliarden Dollar mehr: Laut einer Studie ist die finanzielle Beteiligung deutscher Kreditinstitute an Firmen, die Atomwaffen herstellen, im Jahr 2017 deutlich gestiegen.

Frankfurter Banken, Skyline
Frankfurter Banken, Skyline Quelle: dpa

Die am Mittwoch vorgelegte, neueste Auflage der Studie "Don't Bank on the Bomb" der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) und der niederländischen Friedensorganisation PAX ergibt eine Investitionszunahme von 18 Prozent. So flossen 525 Milliarden Dollar in Konzerne wie Boeing, Lockheed Martin, Northrop Grumman oder General Dynamics.

Auch die Deutsche Bank steht im Fokus

Ingesamt hätten 329 Banken, Versicherungen, Pensionsfonds und Vermögensverwalter aus 24 Ländern signifikant Geld in die 20 größten Unternehmen gepumpt, die an der Produktion von Atomwaffen beteiligt sind. Von den zehn größten Investoren stammen alle aus den USA, angeführt von Blackrock, Capital Group und Vanguard.

Archiv: ICAN-Direktorin Beatrice Fihn (l), von der internationalen Kampagne zur atomaren Abrüstung (ICAN), Daniel Hogsta, Koordinator der internationalen Kampagnen von ICAN und Grethe Osterngeben am 06.10.2017 in Genf, Schweiz, eine Pressekonferenz
Pressekonferenz der internationalen Kampagne zur atomaren Abrüstung, ICAN (Archivbild). Quelle: dpa

Aino-Ritva Weyers vom Vorstand der ICAN Deutschland mahnt Ethik und Verantwortung der Kreditinstitute an: "Wenn Banken ethische Werte ernst nehmen, müssen sie Investitionen in Atomwaffen komplett ausschließen. Ansonsten nutzen sie das Geld ihrer Kunden, um deren potentiellen Tod zu finanzieren. Jede Unterstützung des atomaren Wettrüstens ist unverantwortlich."

Deutsche Banken und Versicherer haben laut ICAN-Bericht knapp zehn Milliarden Dollar investiert - den größten Anteil trägt dabei mit 6,6 Milliarden die Deutsche Bank. Das Kreditinstitut verweist in einer Stellungnahme auf seine Geschäftsbeziehungen mit multinationalen Mischkonzernen: "Wenn mit diesen Geschäftsbeziehungen eingegangen werden, achten wir streng darauf, dass diese ausschließlich mit Bereichen des Konzerns erfolgen, die nichts mit ABC-Waffen sowie mit Streumunition, Landminen etc. zu tun haben." Unter ABC-Waffen fallen neben atomaren auch biologische und chemische Kampfstoffe.

Liste der "Verweigerer" wird länger

Zugleich schlossen 2017 dem Bericht zufolge 22 Investoren jegliche finanzielle Beteiligung an Atomwaffen-Herstellern aus, während es 2016 noch 18 waren. Zu den neuen Verweigerern gehören der staatliche Pensionsfonds Norwegens, Future Super aus Australien, Green Century aus den USA und die dänische MP Pension.

Der Bericht untersuchte die Beteiligung von Firmen in die Produktion von Komponenten für das Atomwaffen-Arsenal der USA, Frankreichs, Indiens und Großbritanniens. Die Instandhaltung und Modernisierung der Atomwaffen von China, Nordkorea, Israel, Pakistan und Russland wird dem Bericht zufolge nicht von Privatfirmen, sondern fast komplett von der jeweiligen Regierung übernommen

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