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Der ICE wird billiger, die S-Bahn teurer

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Wie sich die Fahrpreise ändern - Der ICE wird billiger, die S-Bahn teurer

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Die Deutschen sollen mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Doch während die Preise im Fernverkehr sinken, wird der Nahverkehr vielerorts teurer. Wo es wie viel mehr kostet.

Eine S-Bahn und ein ICE fahren auf zwei Gleisen nebeneinander, Archiv
Die S-Bahn in Berlin wird 3,3 Prozent teurer, der ICE günstiger.
Quelle: AP

Mit Beginn des neuen Jahres müssen Fahrgäste von Stadtbussen, Straßenbahnen und U-Bahnen für Tickets vielerorts wieder tiefer in die Tasche greifen. Von den großen Verkehrsverbünden erhöhen zum Jahreswechsel die meisten die Preise. Nach einer Auswertung durch die Deutsche Presse-Agentur betrifft das etwa Kunden im Ruhrgebiet, im Rheinland, in Berlin und Brandenburg, in den Großräumen Hamburg und Bremen sowie im Rhein-Main-Gebiet. Hinzu kommen alle, die in Regionalzügen außerhalb von Verkehrsverbünden unterwegs sind.

Zwischen 1,3 und 3,3 Prozent mehr verlangen die Verkehrsunternehmen von ihren Kunden. Damit sollen etwa höhere Gehälter der Mitarbeiter und gestiegene Kraftstoffpreise ausgeglichen werden.

Mehr Menschen sollen Bus und Bahn fahren statt Auto und so klimaschädliches Kohlendioxid vermeiden. Das ist eines der Ziele des Klimaprogramms, das Bundestag und Bundesrat kurz vor Weihnachten beschlossen haben. Der Bund steckt dazu auch zusätzliches Geld in den Nahverkehr. Da waren die Fahrpreiserhöhungen aber schon beschlossen.

Wo es teurer wird

  • Berlin und Brandenburg: Hier wird es im Schnitt 3,3 Prozent teurer. Die Verkehrswende sei nur mit dem öffentlichen Nahverkehr zu stemmen, hieß es. In der Region hatte es zwei Nullrunden gegeben. Nun sei zusätzliches Geld nötig für neue Busse, U-Bahn- und Straßenbahnzüge, für Wartung, Personal und Investitionen in umweltfreundliche Antriebe.
  • Rhein-Sieg: Zwischen Aachen, Bonn und Remscheid steigen die Preise um 2,5 Prozent. Höhere Gehälter, Diesel- und Strompreise sowie Materialkosten machten dies unumgänglich, argumentierte etwa der Verkehrsverbund.
  • Rhein-Ruhr: Hier steigen die Preise im Schnitt um 1,8 Prozent.
  • Rhein-Main: In dem Verkehrsverbund - und damit für die meisten Bewohner Hessens - gehen die Preise um 1,5 Prozent nach oben.
  • Hamburg: Hier wird es 1,3 Prozent teurer.

Wo es billiger wird

Viele Kunden in Süddeutschland dagegen kommen ungeschoren davon. Im Großraum München brachte eine Tarifreform Mitte Dezember im Schnitt sieben Prozent niedrigere Preise. In und um Stuttgart machten einfachere Tarifzonen viele Verbindungen günstiger. Im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg bleiben die Preise gleich.

Und Augsburg führt kostenlosen Nahverkehr ein - zumindest in der Innenstadt.

"Die Klimaschutzziele im Verkehrssektor sind nur über einen starken öffentlichen Personenverkehr zu erreichen", sagte Ingo Wortmann, der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. "Das ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern, Kommunen und den Verkehrsunternehmen." Massive Investitionen seien nötig, um die Netze von Grund auf zu erneuern und auszubauen. Die jährlichen Einnahmen von 13 Milliarden Euro aus dem Fahrscheinverkauf seien dafür entscheidend. Drei Viertel davon deckten die Betriebskosten. Der Rest für Betrieb und Investitionen komme aus den öffentlichen Haushalten.

Bahn im Fernverkehr günstiger, im Nahverkehr teurer

In den ICE und Intercitys der Deutschen Bahn fallen zum Jahreswechsel die Preise erstmals seit 17 Jahren. Für Kunden wird es zehn Prozent günstiger. Möglich macht das die Mehrwertsteuersenkung für Fernzugfahrkarten.

Wer aber mit der Deutschen Bahn oder einem ihrer Konkurrenten im Regionalverkehr unterwegs ist, zahlt im neuen Jahr unter Umständen mehr. Fahrten außerhalb von Verkehrsverbünden werden nach Angaben des Tarifverbands der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland 1,7 Prozent teurer. Das betrifft immerhin jeden fünften Kunden.

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