Sie sind hier:

IFA-Neuheiten - Intelligente Fernseher und neue Smartphones

Datum:

Ohne Künstliche Intelligenz läuft nichts mehr auf der IFA. Das gilt auch für die superscharfen 8K-Fernseher und die neuen Smartphones.

Ein Mann fotografiert die Dual-Screen-Geräte von LG auf der Technik-Messe IFA in Berlin am 05.09.2019
Die Technik-Messe IFA stellt unter anderem neue Fernseher, vernetzte Haustechnik und Smartphones mit dem superschnellen 5G-Datenfunk vor.
Quelle: Reuters

Eine gigantische Auflösung haben die neuen Fernsehgeräte: 7.680 mal 4.320 Bildpunkte. Damit lassen sich kleinste Blüten und feinste Haare unglaublich scharf darstellen. Das eingeführte Full-HD bringt es gerade mal auf 1.920 mal 1.080 Bildpunkte.

Jedes Pixel muss berechnet werden

Der neue OLED-Fernseher des südkoreanischen Herstellers LG schafft bei einer Bildschirmdiagonalen von 222 Zentimetern satte 33,2 Millionen lichterzeugende Pixel oder Bildpunkte. Um die gelieferten Videosignale auf diese enorme Bildschirmauflösung umrechnen zu können, haben die LG-Entwickler Systeme mit Künstlicher Intelligenz ins TV-Gerät integriert. Das hat Samsung mit seinen LED-Displays auch gemacht. Die Berechnung der Auflösung richtet sich dabei nicht nur nach dem anliegenden Videosignal, das für die 8K-Darstellung hochgerechnet werden muss. Darüber hinaus muss das vom Nutzer gewählte Bildschirmformat berücksichtigt werden.

Ein Aussteller steht neben einem 8K OLED-Bildschirm am 05.09.2019 auf der Technik-messe IFA in Berlin
8K OLED-Bildschirm auf der IFA
Quelle: Reuters

Bloße Optimierungsalgorithmen wie in der Vergangenheit reichen da schon längst nicht mehr aus. Hier muss aufwändige Software für die Mustererkennung her. Die erforderte wiederum umfangreiche Trainingssoftware. Diese selbstlernende Software bringt dem intelligenten Skalierungssystem im 8K-Fernseher dann bei, zunächst zu erkennen, welche Auflösung gerade vorliegt, zum Beispiel SD, HD oder 4K. Danach werden die Bilder dann für die 8K-Auflösung hochgerechnet.

Prozessoren laufen heiß

Für jeden Bildpunkt müssen dabei bis zu 256 Farbwerte durchgerechnet werden. Deshalb haben die 8K-Entwickler extrem leistungsfähige Graphik-Prozessoren eingebaut. Die haben allerdings einen Nachteil. Sie werden richtig heiß. Daher hat LG beispielsweise einen ziemlich großen Kühlkörper in den Standfuß des Fernsehgeräts eingebaut. Darüber hinaus haben alle 8K-Hersteller intelligente Prognosesysteme in ihre Softwarepakete für die Bildschirmausgabe  integriert.

Die berechnen, mit welcher Auflösung auf welcher Darstellungsfläche welches Videosignal mit welcher Wahrscheinlichkeit demnächst benötigt wird und optimieren so den Stromverbrauch. Je stärker der Stromverbrauch auf diese Weise gedrosselt werden kann, umso weniger Hitze muss von den Prozessoren abgeführt werden. "Das setzt Deep-Learning-Technologie und eine umfangreiche Datenbank voraus", erklärt Valerie Egry von LG One. So wird übrigens auch der Ton bei den 8K-Geräten optimiert und die Bildschirmsignale werden den Lichtbedingungen der Umgebung des Fernsehers angepasst.

Technischer Overkill

Die ersten Fachbesucher auf der Internationalen Funkausstellung waren sich einig: Das ist technischer Overkill und zudem ein Luxus, den sich nur wenige TV-Begeisterte leisten werden. Denn die Preise für die 8K-Geräte sind gesalzen. Das geht bei 15.000 Euro los. Da sind die neuen Smartphones wesentlich günstiger, obwohl auch sie ähnliche KI-Techniken verwenden. Denn auch die Hochleistungs-Displays der Smartphones verbrauchen viel Strom. Hinzu kommt noch die nötige Leistung, um die Funkverbindung immer in der optimalen Qualität aufrechterhalten zu können.

Samsungs erstes faltbares Smartphone Galaxy Fold
Smartphones werden immer leistungsfähiger.
Quelle: Reuters

Da kommt also einiges zusammen. Denn Smartphones sind inzwischen Hochleistungscomputer, mit denen man auch telefonieren kann. Um hier den Stromverbrauch so zu reduzieren, dass der Akku eines Smartphones durchschnittlich mindestens 36 Stunden durchhält, muss die Rechnerleistung optimiert werden. "Die gerade aufgerufenen Rechenprozesse müssen just in time mit der richtigen Prozessorleistung versorgt werden", beschreibt Eloy Fustero vom Chip-Hersteller Qualcomm das Problem. Deshalb muss das Smartphone prognostizieren können, welche Anwendungen sein Besitzer demnächst aufruft.

Maschinelles Lernen fürs Handy

Die Hersteller haben dafür Systeme maschinellen Lernens in die Chips integriert. "Wir helfen dem Prozessor zu lernen, was der Anwender gerade macht", erläutert Eloy Fustero. Die Lernsoftware muss dafür jede Aktivität des Smartphone-Besitzers aufzeichnen. Sind entsprechend viele Daten über die individuelle Smartphonenutzung gesammelt worden, werden Muster gebildet und Wahrscheinlichkeitsbeziehungen berechnet. Auf dieser Grundlage kann die Vorhersage-Software dann präzise bestimmen, wann welche Prozessorleistung benötigt wird.

Mit den auf der IFA gezeigten neuen Smartphones, die diese Optimierungssysteme nutzen, sind Akkulaufzeiten von bis zu drei Tagen möglich. Selbst bei faltbaren Displays kann der Stromverbrauch für die Bildschirmanzeige um mindestens ein Drittel reduziert werden. Handy-Nutzer müssen also mit ihren Geräten demnächst weniger oft an die Steckdose – dank KI.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.