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Smart Home - Künstliche Intelligenz managt die Wohnung

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Wie die Klimaanlage mit der Jalousie und der Kühlschrank mit dem E-Herd kommunizieren, darüber wacht künftig Software mit Künstlicher Intelligenz. Einer der Trends auf der IFA.

Archiv: Ein Mann steuert die Raum-Temperatur via Tablet, aufgenommen am 04.01.2018
Ein Mann steuert die Raum-Temperatur via Tablet (Archivbild)
Quelle: colourbox.de

Im smarten Heim übernimmt die Künstliche Intelligenz das Kommando in der Steuerungszentrale. Sie sorgt dann zum Beispiel dafür, dass das Zimmer, das der Wohnungsinhaber gleich betreten wird, so dezent oder hell beleuchtet wird, dass er das Licht als angenehm empfindet.

Rundumversorgung dank Künstlicher Intelligenz

Software mit Künstlicher Intelligenz regelt die optimale Raumtemperatur. Kamerasensoren lösen Alarm aus, wenn jemand in der Wohnung hinfällt und aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen kann. Gesundheitssoftware analysiert die Atemluft der Bewohner und kann etwa bei Diabetes Tipps zur Ernährung geben oder daran erinnern, dass Medikamente verabreicht werden müssen. Die Wirtschaftsinitiative Smart Living zeigt auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin, wie das smarte Leben im digitalisierten Heim aussehen kann. "Dabei bietet Smart Living gerade auch für ältere Menschen enorme Vorteile", meint Michael Schidlack, Sprecher der Wirtschaftsinitiative.

Die können ihre individuellen Gesundheits-Apps direkt mit der KI-Software der Wohnungszentrale verbinden. Deuten Vitalwerte oder andere analysierte Körperdaten auf ein gesundheitliches Problem hin, kann die Software sofort den Hausarzt verständigen. Die vielleicht etwas vergesslich gewordenen Wohnungsinhaber können nicht einmal mehr ihren Schlüssel verlieren. Denn die smarte Wohnung wird mit einem KI-gestützten Schließmechanismus gesichert. Die Wohnungstür hat kein Schlüsselloch mehr.

"Sesam öffne Dich" im Smart Home

Um die Tür zu öffnen, muss der Wohnungsinhaber nur in eine Kamera schauen. Per Gesichtserkennung wird der Wohnungsinhaber identifiziert und eingelassen. Auch Systeme für die Venenerkennung am Handgelenk arbeiten mit Software für die Mustererkennung und öffnen so die Tür. Der Paketzusteller oder andere Lieferanten erhalten ein Einmal-Passwort via Mobilfunk auf ihr Smartphone. Damit öffnet sich die Haus- oder Wohnungstür, allerdings nur für den Vorraum. "Dort kann das Paket dann deponiert werden, wenn der Wohnungsinhaber nicht zu Hause ist", erklärt Shyam Motwani vom indischen Schließanlagenhersteller Godrej, der sich auf Lösungen für das smarte Heim spezialisiert hat.

Von digitaler Gesundheitstechnik bis smartes Zuhause

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3 min
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"Bei der weiteren Entwicklung von Smart Living wird Künstliche Intelligenz eine entscheidende Rolle spielen", meint Michael Schidlack von der Wirtschaftsinitiative Smart Living. Die KI vergibt nicht nur Einmal-Passwörter für Postboten und Lieferanten, optimiert den Energieverbrauch und passt auf die Bewohner auf, sondern soll alle Wünsche der Bewohner erfüllen. Das fängt mit der Auswahl von Musikstücken an, die der Gefühlslage des Bewohners angepasst werden, und hört bei Bestellungen der Lieblingsspeisen noch längst nicht auf. Dafür müssen die Sensoren, Mikrofone und Kameras der KI-gestützten Smart-Home-Steuerung allerdings immer scharf geschaltet sein.

Die KI sieht und hört alles

Was auch immer die Wohnungsbewohner gerade tun, worüber sie sich unterhalten, wie gerade ihr Blutdruck steigt oder der Insulinspiegel sinkt, die Systemsoftware der Wohnungssteuerung weiß Bescheid. Sie sammelt alle Verhaltensdaten der Bewohner, alle relevanten Werte der Wohnung vom Energiebedarf bis zum Wasserverbrauch und kann dank effizienter Systeme für die Big-Data-Analyse sogar ziemlich präzise voraussagen, was jeder einzelne Bewohner als nächstes tun wird.

Und da liegt für Sicherheitsspezialisten wie Rolf Haas von McAfee auch das Problem. "Wer auf die Systeme der Wohnungssteuerung zugreifen kann, der beherrscht Haus und Bewohner", meint Haas. Deshalb müssen diese Systeme extrem gut abgesichert sein. Die dort gespeicherten Bewohnerdaten müssen verschlüsselt sein.

Genau da aber gibt es noch einen enormen Nachholbedarf im smarten Heim. Die Verschlüsselung ist mangelhaft, die Steuerungssysteme lassen sich teilweise über wenig abgesicherte Apps bedienen. Und allzu oft prüft das Wohnungssteuerungssystem nicht einmal, welches Haushaltsgerät seine Daten wohin schicken darf. So gilt die Steuerungssoftware für das Smart Living im digitalisierten Heim unter Sicherheitsexperten als ziemlich weit geöffnetes System. Und das könne nicht nur Einbrecher ausnutzen, sondern auch Datendiebe oder Erpresser, die persönliche Daten der Hausbewohner stehlen. In Sachen Sicherheit ist also beim Smart Living noch Nachholbedarf.

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