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Mehr Geld oder Freizeit ab 2019 - IG Metall: Viele wollen flexiblere Arbeitszeit

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Mehr Freizeit oder mehr Geld? In der Metallindustrie haben die Beschäftigten ab 2019 die Wahl. Die IG Metall schätzt, dass viele Metaller die flexiblere Arbeitszeit nutzen werden.

Archiv: Arbeiter bei Schweißarbeiten, aufgenommen am 29.07.2016
Arbeiter bei Schweißarbeiten (Archivbild).
Quelle: imago

Mit dem Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie sieht sich die IG Metall als ein Wegbereiter für flexiblere Arbeitszeiten in Deutschland. Auch bei der Bahn und der Post hätten die Beschäftigten mittlerweile die Wahl zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit, und die Gewerkschaft IG BCE habe das Thema für die Chemie- und Pharmaindustrie ebenfalls auf die Agenda gesetzt, sagte Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler der Deutschen Presse-Agentur in München.

Andere Branchen dürften nach seiner Einschätzung folgen - ähnlich wie bei den Auseinandersetzungen um die 35-Stunden-Woche in den 80er-Jahren. Auch damals habe sich gezeigt: "Immer da, wo es einen Durchbruch bei der Arbeitszeit gab, war das eine Initialzündung."

Wahlmöglichkeit: Zusatzgeld oder acht Tage Freizeit

Der im Februar vereinbarte Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie sieht neben mehr Geld unter anderem vor, dass die Beschäftigten künftig ohne Lohnausgleich für bis zu zwei Jahre ihre Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden senken können. Schichtarbeiter sowie Beschäftigte mit jungen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen können sich statt eines für alle vereinbarten Zusatzgeldes für acht Tage Freizeit entscheiden.

Wie viele Arbeitnehmer davon Gebrauch machen, wird sich zwar erst in den kommenden Monaten zeigen. Nach Einschätzung Wechslers ist das Interesse bei den Beschäftigten aber groß. Auf zwei Stichtage müssen sie dabei achten: Wer im kommenden Jahr ohne Lohnausgleich bei der Arbeitszeit kürzer treten will, muss das bis Ende September beantragt haben. Schon hier rechnet Wechsler mit reger Nachfrage, nachdem bei Befragungen etwa ein Fünftel der Beschäftigten angegeben habe, weniger als die in der Branche geltenden 35 Stunden pro Woche arbeiten zu wollen.

Die Wahl zwischen acht Tagen Freizeit oder Zusatzgeld für Schichtarbeiter und andere Beschäftigten-Gruppen wiederum muss bis 31. Oktober getroffen sein. "Wir gehen davon aus, dass der Run auf dieses Modell mit den acht Tagen ziemlich groß sein wird", sagte der IG-Metall-Bezirkschef.

Gewerkschaft: Belastung für Betriebe wird sich in Grenzen halten

Auf viel Zustimmung bei den Arbeitnehmern stießen auch ähnliche Regelungen aus dem Bahn-Tarifabschluss 2017: Die Mitglieder der kleinen Verkehrsgewerkschaft EVG, die seither eine Vorreiterrolle beim Thema Arbeitszeit für sich beansprucht, können entscheiden, ob sie 2,6 Prozent mehr Geld, eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit oder sechs Tage mehr Urlaub haben wollen. Für die letztere Option haben sich nach EVG-Angaben 56 Prozent entschieden.

Die von den Metall-Arbeitgebern vielfach geäußerten Sorgen vor einer zunehmenden Tarifflucht durch den Abschluss hält Wechsler für unbegründet. Bayernweit sei seither nur etwa eine Handvoll Unternehmen aus dem Arbeitgeberverband ausgeschert. "Das Horrorgemälde ist nicht eingetreten", sagte der Gewerkschafter. Nach seiner Einschätzung dürften sich auch die Belastungen für die Betriebe in Grenzen halten - selbst wenn sich alle in Frage kommenden Beschäftigten für das Modell acht Tage Freizeit statt Zusatzgeld entscheiden sollten.

Für diese Beschäftigten reduziere sich zudem das jährliche Arbeitsvolumen um lediglich vier Prozent, was aus Sicht Wechslers überschaubar ist. Dank der frühen Beantragung ließen sich die freien Tage zudem gut in die Personalplanung für das jeweils kommende Jahr einbeziehen.

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