Sie sind hier:

"Free Trip to Egypt" - Ein Projekt, das Menschen zusammenbrachte

Datum:

Was passiert, wenn Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenkommen, die sich voller Vorurteile gegenüberstehen? "Free Trip to Egypt" beantwortet das - auf beeindruckende Weise.

Tarek Mounib hatte Angst. Angst vor einem "ganz bestimmten Typus Amerikaner", sagt der kanadisch-ägyptischer IT-Unternehmer und Produzent des Films "Free Trip to Egypt". So kam ihm die Idee, ein ganz bestimmtes Experiment durchzuführen und zu filmen: Mounib wollte eine Reihe von Amerikanern für zehn Tage nach Ägypten einladen.

Sie sollten die Kultur kennenlernen und sich ihr eigenes Bild vom Leben in einem muslimischen Land machen. Er wollte, dass sie ihre Vorurteile testen und dabei vielleicht sogar überwinden können. "Wenn du Angst fühlst, ist die logische Reaktion, dass Du aggressiv wirst oder dich von Leuten abwendest. Aber das wollte ich nicht, ich wollte etwas anderes", erklärt Mounib, der selbst muslimischen Glaubens ist.

Ein kostenloser Trip nach Ägypten

Er beginnt zu suchen. Auf einer Trump-Wahlkampf-Veranstaltung, dem Times Square in New York und über Aufrufe im Radio und Internet versucht Mounib, Abenteuerlustige zu finden, die bereit sind nach Ägypten zu reisen. Doch die ersten Reaktionen bestehen aus Unglauben und Skepsis: "Es war nicht die Angst vor dem Terrorismus, die die Menschen davon abhielt mitzukommen. Es war die Angst, schlecht dazustehen und wie ein Rassist auszusehen", so Mounib.

Filmplakat: Free Trip to Egypt

Eine Reise nach Ägypten - "Ich war entsetzlich islamfeindlich" 

Ellen und Terry Decker haben Donald Trump gewählt und gestanden, islamfeindlich zu sein. Ihre Reise für "Free Trip to Egypt" nach Ägypten hat sie grundlegend verändert.

Es war nicht die Angst vor dem Terrorismus, die die Menschen davon abhielt mitzukommen.
Tarek Mounib

Die unterschiedlichen Charaktere sollen einen Querschnitt des heutigen Amerika zeigen. "Es brauchte Verbindung und Vertrauen, bis wir tatsächlich eine Gruppe finden konnten. Aber die war dann perfekt." Darunter eine pensionierte Lehrerin und ihr Mann, ein Polizist, ein ehemaliges Marine-Mitglied, ein Prediger, eine alleinerziehende Mutter und eine Schönheitswettbewerberin. Jeder von ihnen mit persönlichen Vorurteilen geprägt, aber mutig genug, sich der Reise zu stellen und sie dokumentieren zu lassen.

Von gegenseitiger Akzeptanz bis hin zu verbindender Freundschaft

Ich wollte ein Bild  verschiedener Typen von Ägyptern finden, von weltlicher bis religiöser Ansicht.
Tarek Mounib

So unterschiedlich die Charaktere waren, so verschieden sollten auch ihre ägyptischen Gastgeber sein. Mit ihnen verbringen sie die zehn Tage, werden in ihren Alltag eingeführt, lernen Familie und Freunde und die Hauptstadt Kairo kennen. "Ich wollte ein Bild  verschiedener Typen von Ägyptern finden, von weltlicher bis religiöser Ansicht", erklärt Mounib. So wurde beispielsweise für den Prediger eine streng muslimisch lebende Familie ausgewählt. "Das war mein Lieblingspaar. Ich habe mich gefreut, wie ein kleines Kind. Sie waren spiegelbildlich", schmunzelt Mounib über die Zusammenstellung.

Terry Decker (l.) und Tarek Mounib (2019)
Terry Decker (l.) starb drei Monate nach der Rückkehr von der Reise nach Ägypten. Hier ist er im Gespräch mit Tarek Mounib (r.).
Quelle: Everett Collection

Die anfängliche Zurückhaltung und Unsicherheit gegenüber der unterschiedlichen Glaubensrichtung entwickelte sich zu erhellenden Feststellungen: ""Sie sprachen über die Verbreitung von Liebe und Religion und sie nutzten fast genau die gleichen Worte! Der Christ und der Muslim sehen so unterschiedlich aus, aber sie sind sich so ähnlich."

Eine Reise, die Spuren hinterlässt

Filmplakat: Free Trip to Egypt
"Free Trip to Egypt" ist derzeit in den USA in den Kinos zu sehen.
Quelle: Everett Collection

Die Entwicklung und Geschichte der pensionierten Lehrerin und ihrem Mann ist besonders ergreifend: Drei Monate nach der Rückkehr aus Ägypten stirbt der Teilnehmer. In seinem Testament schreibt er, seine Frau und ihr gemeinsamer Sohn sollten nach Ägypten reisen und seine Asche dort verstreuen.

Unterstützt durch die abendlichen Gesprächsrunden der amerikanischen Reisegruppe zeigt der Dokumentarfilm wie Vorurteile langsam verschwinden. Tarek Mounib ist euphorisch: "Ich war noch nie mit so unterschiedlichen Menschen zusammen und ich sage das allen immer wieder: Wenn wir miteinander klarkommen, warum dann nicht der Rest der Welt".

"Free Trip to Egypt" soll ermutigen über Angst, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile in eine freundlichere, mitfühlendere Welt zu gelangen. Ein Experiment das zeigt, wie wir Brücken schaffen können, wenn wir bereit sind offen aufeinander zuzugehen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.