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Nach Zyklon "Idai" in Mosambik - Zahl der Cholera-Fälle steigt drastisch

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Nachdem der Zyklon "Idai" in Mosambik hunderte Todesopfer gefordert hat, ist auch die Zahl der Cholera-Fälle drastisch gestiegen. In Mosambik sind bereits 139 Menschen erkrankt.

Medizinisches Personal desinfiziert Kleidung in Beira, Mosambik
Medizinisches Personal desinfiziert Kleidung in Beira, Mosambik
Quelle: reuters

Nach den schweren Überschwemmungen durch den Zyklon "Idai" hat der Kampf gegen die Infektionskrankheit Cholera im Katastrophengebiet absoluten Vorrang. "Wir wollen nichts dem Zufall überlassen", sagte eine Vertreterin der Gesundheitsbehörde in der besonders schwer getroffenen Stadt Beira. "Alle Durchfallerkrankungen werden wie mögliche Cholera-Fälle behandelt."

Hygienesituation ist katastrophal

"Den Menschen droht jetzt eine zweite Katastrophe, wenn nicht mit aller Kraft verhindert wird, dass sich tödliche Krankheiten weiter ausbreiten", warnte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. "Die Bevölkerung muss sehr schnell mit sauberem Wasser, Hygieneartikeln und Moskitonetzen versorgt werden."

Bislang wurden in Beira und Umgebung laut der Regierung 139 Cholera-Fälle gezählt. Wegen des Hochwassers und des Fehlens von sauberem Trinkwasser und Toiletten herrschen in dem Katastrophengebiet sehr gute Bedingungen für die Cholera.

Verunreinigtes Trinkwasser, verseuchte Lebensmittel

Bei der bakteriellen Infektionskrankheit handelt es sich um eine Bakterieninfektion, die leicht übertragen wird, vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser und verseuchte Lebensmittel. Der Erreger führt zu Bauchschmerzen und Brechdurchfall und damit zu einer gefährlichen Austrocknung des Patienten. Unbehandelt endet die Krankheit häufig tödlich.

Um eine Cholera-Epidemie in Mosambik zu verhindern, soll möglichst bald mit einer Impfkampagne begonnen werden. Am Montag sollen 900.000 Dosen einer Cholera-Schluckimpfung eintreffen, wie David Wightwick von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ankündigte. Da die Impfung nur etwa drei Monate lang vor einer Infektion schützt, ist wahrscheinlich später eine weitere Impfkampagne notwendig.

Unbehandelt endet die Krankheit oft tödlich

Die WHO will außerdem mit Aufklärungsteams auf den Straßen und Radio-Spots die Menschen in dem Katastrophengebiet dafür sensibilisieren, wie sie der Cholera vorbeugen können. So sollten sie sich häufig die Hände waschen, nur sauberes Wasser trinken und sich bei Durchfall schnellstmöglich in ärztliche Behandlung begeben.

"Idai" war in der Nacht zum 15. März über Mosambik gezogen und sorgte nach heftigem Regen für verheerende Überschwemmungen. Neben Mosambik wurden auch Simbabwe und Malawi getroffen. Insgesamt wurde nach Angaben des Welternährungsprogramms ein über 3100 Quadratkilometer großes Gebiet überflutet.

Große Impfkampagne soll Epedemie verhindern

Allein in Mosambik und Simbabwe starben mehr als 700 Menschen, hunderte weitere werden noch vermisst. Am Donnerstag erklärten die Behörden in Mosambik den Rettungseinsatz in dem Land offiziell für beendet. Die Hilfsorganisation Caritas International erklärte am Freitag in Freiburg, die Lage in Beira sei "weiterhin dramatisch". Um den vielen Obdachlosen einen Schutz gegen den Regen zu bieten, schicke die Caritas ein Flugzeug mit 8000 stabilen Plastikplanen in das Gebiet. Außerdem würden Nahrungsmittel und Hygieneartikel verteilt.

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