Sie sind hier:

Statistisches Bundesamt - Immer mehr Kinder in ihrem Wohl gefährdet

Datum:

Vernachlässigung, psychische und körperliche Misshandlung: Immer mehr Kinder sind nach Einschätzung von Jugendämtern in ihrem Wohl gefährdet. Im vergangenen Jahr befassten sich die Ämter mit rund 137.000 Fällen - Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren waren von der Prüfung besonders häufig betroffen.

Gewalt in der Erziehung ist inakzeptabel. Theoretisch. In der Realität werden Kinder misshandelt und sexuell missbraucht. Und wie die Kriminalstatistik zeigt, wächst die Zahl der Fälle.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Behörden schreiten häufiger ein, um Gefahren für Kinder in ihren Familien durch Vernachlässigung oder Misshandlungen abzuwenden. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, bearbeiteten die Jugendämter im vergangenen Jahr rund 136.900 Verfahren, um die Gefährdung eines Kindeswohls zu prüfen. Das sei ein Anstieg um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren waren von der Prüfung besonders häufig betroffen.

Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes droht oder bereits vorliegt.

Akute Gefahr in 21.600 Fällen

Eine akute Gefahr für die Kinder wurde in 21.600 Fällen festgestellt, was einem Plus von 3,7 Prozent entspricht. Bei knapp 24.200 Verfahren konnte eine Gefährdung des Kindes nicht ausgeschlossen werden. In rund 46.600 Fällen kamen die Fachleute des Jugendamtes zu dem Ergebnis, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung, aber ein weiterer Unterstützungsbedarf vorlag. In 44.500 Fällen wurden weder eine Kindeswohlgefährdung, noch weiterer Hilfebedarf festgestellt.

Die meisten der rund 45.800 Kinder, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (61,1 Prozent). In 28,4 Prozent der Fälle gab es Anzeichen für eine psychische Misshandlung. Etwas weniger häufig (25,7 Prozent) wiesen die Kinder Anzeichen für körperliche Misshandlung auf. Anzeichen für sexuelle Gewalt wurde in 4,4 Prozent der Fälle von Kindeswohlgefährdung festgestellt. Hinweise zur Gefährdung erhalten die Ämter von Polizei und Staatsanwaltschaft, Schulen, Nachbarn und Bekannten sowie anonym.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.