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Welt-Diabetes-Tag - Diabetes trifft immer öfter auch die Jüngsten

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Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Die Zahl der Neuerkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren könnte sich bis zum Jahr 2020 verdoppeln.

Allein in Deutschland sind mehr als 30.000 junge Menschen unter 19 Jahren von Diabetes betroffen. Bei der Autoimmunkrankheit Diabetes Typ 1 zerstört der Körper die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die normalerweise Insulin produzieren. Wenn Kinder über großen Durst klagen, auffällig oft zur Toilette müssen, müde und antriebslos sind, können dies ernstzunehmende Anzeichen sein. Oft wird die Krankheit aber erst erkannt, wenn es bereits zu lebensbedrohlichen Symptomen gekommen ist. Das Tückische: Viele der betroffenen Jungen und Mädchen haben keine Verwandten mit Diabetes. Das heißt: Die Krankheit kann jeden treffen! Warum die Zahl der Neuerkrankungen jedes Jahr um zwei bis vier Prozent ansteigt, stellt Mediziner vor ein Rätsel.

In Deutschland leben rund 30.000 Kinder mit Diabetes. Wie es ist, mit der Krankheit zu leben, weiß der vierjährige Jan aus Hannover.

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Die Erkrankung bricht plötzlich aus und trifft die Betroffenen meist völlig unerwartet. Ärzte empfehlen daher, bei Kindern zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr vom Kinderarzt einen einfachen Bluttest durchführen zu lassen, um die sogenannten Insel-Antikörper zu bestimmen. Damit kann die Erkrankung schon Jahre, bevor erste Symptome auftreten, sicher diagnostiziert werden. In Niedersachsen ist dieser Test dank der "Fr1dolin"-Initiative kostenlos.

Typ-2-Diabetes: Immer mehr übergewichtige Kinder erkranken

Bei Diabetes Typ 2 spricht der Körper der Kinder auf Insulin kaum noch an, so dass sich der Zucker in den Blutgefäßen ansammelt. Hier spielt die genetische Veranlagung eine Rolle, es sind also vor allem Kinder von Eltern oder Großeltern betroffen, die bereits an Diabetes Typ 2 leiden.

Übergewicht und Bewegungsmangel fördern die Entstehung dieser "Zivilisationskrankheit". Die Zahl der dicken oder adipösen Kinder, die zuckerkrank werden, soll sich in den letzten Jahren verfünffacht haben. Eine erschreckende Tendenz. Denn Folgekrankheiten sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenerkrankungen, Netzhautschäden oder Nervenstörungen.

Was tun, wenn ein Kind erkrankt ist?

Während Diabetes Typ 2 sich durch Ernährungsumstellung, deutliche Gewichtsabnahme und Sport lindern oder sogar heilen lässt, müssen Kinder und Jugendliche mit der Autoimmunkrankheit Diabetes Typ 1 ihr Leben lang mehrmals am Tag Insulin spritzen und die Blutzuckerwerte überprüfen. Gerade bei kleinen Kindern ist dies eine Prozedur, die Eltern und Betreuer vor große Herausforderungen stellt und das Leben der kleinen Patienten einschränkt. Acht- bis zehnmal am Tag am Ohrläppchen oder am Finger Blutzucker messen, auswiegen, was das Kind essen darf, den Katheter der Insulinpumpe nachjustieren, wenn er sich beim Spielen oder Hinfallen verschoben hat. Auch nachts überprüfen Eltern oft den Blutzuckerwert aus Angst, ihr Kind könnte unterzuckert sein und ins Koma fallen.

Wenn das Kind noch nicht selbstständig den Blutzucker messen und das Insulin dosieren kann, bringt die Erkrankung in Kindergarten oder Grundschule weitere Probleme mit sich, vor allem, wenn Erzieher oder Lehrer nicht bereit sind, die notwendigen Betreuungsaufgaben zu übernehmen. Gerichte haben kürzlich klargestellt: Bei Bedarf muss der Staat die Kosten einer Begleitperson für Kinder mit Diabetes in Kindergarten oder Schule übernehmen, unabhängig vom Einkommen der Eltern.

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