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IT-Sicherheit - Der langsame Tod von Flash

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Einst brachte die Browser-Erweiterung Bewegung und Farbe ins graue Web, doch heute gilt Flash als überkommenes und gefährliches Überbleibsel. Nach den neusten Sicherheitslücken wenden sich immer mehr Plattformen von der Technik ab. heute.de erklärt, wie Sie Ihren Browser sicherer machen können.

"Es ist endlich Zeit, dass Adobe ein Verfallsdatum für Flash verkündet", schreibt Alex Stamos, Sicherheitschef von Facebook, vor Kurzem auf Twitter. Alle Browser sollten zu dem gewählten Termin angewiesen werden, das Plugin zu löschen. Mit dieser Forderung steht Stamos nicht alleine. So titelte das amerikanische Internetmagazin Wired "Flash muss sterben".

Multimedia-Wunder und Sicherheitsproblem

Als Flash im Jahre 1996 erschien, war das Plugin für viele eine Offenbarung. Zuvor bestand das Web hauptsächlich aus Texten und rudimentären Grafiken. Mit Flash konnten Webdesigner endlich gut aussehende Animationen einbauen, die zudem in allen Browsern gut aussahen. Nach und nach wurde das Programm um immer neue Funktionen erweitert. Der Aufstieg der Video-Plattform YouTube im Jahr 2005 oder der Browserspiele wie Farmville wären ohne Flash nicht möglich gewesen.

In den letzten Jahren macht Flash aber vor allem wegen seiner ständigen Sicherheitslücken von sich reden. Allein die IT-Sicherheitszentrale der Bundesregierung CERT-Bund zählte im vergangenen Jahr 180 Schwachstellen in der Browsererweiterung, davon stuften die Experten 151 als kritisch ein.

Die einstige Stärke von Flash ist zu einer Schwäche geworden: "Solange Flash eine hohe Verbreitung hat und sich somit viele potenzielle Opfer erreichen lassen, werden Angreifer Aufwand treiben, um Schwachstellen in Flash zu finden", erklärt ein Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik gegenüber heute.de.

Firefox zieht die Notbremse

Zwar veröffentlicht Adobe relativ schnell Sicherheitsupdates, das reicht vielen aber nicht mehr. Als im Juli bekannt wurde, dass die italienische Firma "Hacking Team" bis dahin unbekannte Flash-Lücken an Regierungen in der ganzen Welt verkauft hatte, sperrte die Mozilla Foundation das Plugin zeitweilig für alle Nutzer des Browsers Firefox.

Bedeutete der Verzicht auf Flash, auch auf viele Anwendungen im Netz zu verzichten, setzen immer mehr Plattformen auf die HTML5-Technik, die im Gegensatz zu Flash offen und standardisiert ist. Einer der Vorreiter war YouTube, auch Facebook hat seine Videos auf die neuere Technik umgestellt.

Der auf Spiele-Übertragungen spezialiserte Dienst Twitch.tv will folgen. Auch Werbeanbieter wollen in Zukunft auf Flash verzichten: So verkündete der Werbeanbieter Plista für Anfang September das Ende der Flash-Werbebanner. Dazu beigetragen hat auch die Weigerung Apples, Flash auf iPhone und iPad zuzulassen.

Zwei Browser zur Sicherheit

Das BSI rät Nutzern dazu, Flash zumindest einzuschränken. In der so genannten "Click-to-Play"-Einstellung bleiben Browser-Erweiterungen so lange deaktiviert, bis der Nutzer auf den entsprechenden Inhalt klickt. Diese Einstellung ist in den Tiefen der Browser-Einstellungen versteckt, im Netz finden sich aber viele Anleitungen wie diese.

Bis Flash komplett verzichtbar ist, empfiehlt das BSI ein zweigleisiges Vorgehen: "Sicherheitsbewusste Nutzer installieren zwei Browser, von denen einer mit Plugins ausgestattet wird, um auf bekannten Seiten zu surfen. Der andere Browser ohne Plugins wird für freie Recherchen genutzt“, erklärt die Behörde. Dieses Vorgehen wird auch für andere Browser-Erweiterungen wie Java oder den Adobe Reader empfohlen.

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