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Umweltschutz und Lebensqualität - Immer mehr Städter wollen es grün

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Die moderne Stadt von heute soll Wohnen, Arbeiten, Natur und persönliches Wohlbefinden miteinander verbinden. Einige Großstädte erfüllen diese Ansprüche bereits.

Stadtpark in Hamburg
Stadtpark in Hamburg Quelle: dpa

Es sind subjektive Kriterien, die eine gute Lebensqualität jedes Stadtbewohners beeinflussen. Steigendes Umweltbewusstsein und der "grüne Lifestyle" spielen bei der Auswahl der Stadt, in der man leben möchte, aber eine immer wichtigere Rolle.

Wien in Europa am lebenswertesten

Seit mehreren Jahren führen Marktforschungsinstitute weltweit Studien in Großstädten durch. Sicherheit, Gesundheitssystem, Luftqualität, Wasserversorgung, Kommunikationsleistungen und öffentlicher Nahverkehr sind dabei die Prüfkriterien. Daraus lässt sich schließlich ableiten, wie lebenswert die Metropolen sind. So belegen beispielsweise das "Mercer Quality of Living Ranking" oder das "Economist Global Livability Ranking", dass europäische Städte wie Wien, Zürich oder München ihren Bewohnern eine hohe Lebensqualität bieten. Insbesondere Österreichs Hauptstadt Wien behauptet sich seit mehreren Jahren immer wieder als Spitzenreiter. Im internationalen Vergleich überzeugen zudem Melbourne und Sydney, sowie Vancouver.

Aus den Studien lässt sich zudem ein Trend ableiten: Immer mehr Stadtbewohner verlangen gesundheits- und umweltrelevante Angebote. Die "grüne Stadt" sollte Räume enthalten, in denen man durchatmen und abschalten kann, um neue Kraft für den Alltag zu tanken. Mediziner bestätigen, dass sich die Nähe zur Natur auf das Wohlbefinden der Stadtbewohner auswirkt und von gesundheitlicher Relevanz ist. "In einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz, in der erstmals eine großräumige Analyse zur Gesundheitswirkung städtischer Grünräume in Deutschland vorgenommen wurde, konnten beispielsweise klare statistische Zusammenhänge zwischen der Verfügbarkeit von urbanen Freiflächen und menschlichem Wohlbefinden belegt werden. Ein grünes Umfeld reduziert Stress und fördert die Erholung", sagt Professor Beta Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN).

Stadtgrün immer wichtiger

So investieren inzwischen viele deutsche Städte in öffentliche Grünflächen, Renaturierung und Revitalisierung. Längst haben die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung erkannt, dass ihnen dies einen Wettbewerbsvorteil durch erhöhte Standortattraktivität verschafft. "Hinsichtlich der zunehmenden Urbanisierung, gewinnt Stadtgrün an Bedeutung", so Johanna Schnellinger von der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege. "Durch urbanes Grün werden die Belastungen von Luftqualität, Stadtklima und Gewässern vermindert". Auch auf die Entwicklung der lokalen Biodiversität wirkt sich die Investition in Flora und Fauna aus, erklärt Schnellinger.

Einen besonderen Investitionsanreiz schafft die Europäische Kommission. Seit 2010 vergibt sie den Titel "Umwelthauptstadt Europas" an jene Städte, die Umweltschutz und Wirtschaftswachstum verbinden und somit die städtische Lebensqualität verbessern. Gleich zwei deutschen Städten ist es gelungen, mit dem Ehrentitel ausgezeichnet zu werden: Hamburg und Essen. Beide Großstädte überzeugen mit ihren innovativen und ganzheitlichen Ansätzen.

Kurze Wege beliebt

Zum innovativen Ansatz gehört beispielsweise die sogenannte Walkability – also die Kombination aus Fußweg und Fahrradnutzung. Immer mehr Bewohner schätzen kurze Fußwege und fordern die Begehbarkeit ihrer Stadt. Für Strecken, die nicht zu Fuß zurückgelegt werden können, steigt man gerne aufs Rad um. "Rent a Bike" oder "Yellow Bike" erleben derzeit eine Hochkonjunktur. Die Wichtigkeit von Walkability erkennt auch die Stadtökologin Prof. Dr. Ulrike Weiland: "Die 'grüne Stadt' muss fußgängerfreundlich sein, mit vielen Radwegen, Fußwegen, Fußgängerampeln und -überwegen."

Und schließlich steigert urbanes Gärtnern das Gemeinschaftsgefühl in der Stadt. Ob auf dem Tempelhofer Feld in Berlin, den Hochhausdächern New Yorks oder in den Favelas von Rio de Jainero - die Idee, Stadtdächer für den Anbau von Pflanzen und Gemüse zu nutzen, findet immer mehr Anhänger.

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