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Pro und Contra - Impfen ist persönlicher Schutz - oder nicht?

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Heute wollen Europäische Kommission und Weltgesundheitsorganisation das Thema Impfen bei einem Gipfel in Brüssel in den Fokus rücken. Eine hitzige Debatte ist programmiert.

Die Masern breiten sich in Europa wieder aus. Die EU-Kommission und die WHO beraten bei einem Gipfeltreffen über Wege, die Impfquoten in den betroffenen Ländern schnell zu erhöhen.

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In Brüssel will man die Menschen für Fehlinformationen über das Thema Impfen sensibilisieren. Impfen oder nicht? Welche Risiken birgt dies und wie wirksam schützt die Spritze überhaupt? Ist eine Impfpflicht nötig? Fragen und Antworten im Überblick:

Warum ist Impfen so wichtig?

Impfausweis
Eintrag in den Impfpass.

Zum einen geht es um den persönlichen Impfschutz, zum anderen um den kollektiven Impfschutz. Die sogenannte Herdenimmunität ist wichtig, um auch gefährdete Gruppen in der Bevölkerung zu schützen, die aus verschiedenen Gründen nicht selbst geimpft werden können. Dazu zählen zum Beispiel immungeschwächte Menschen und sehr kleine Säuglinge. Denn nicht alle der sogenannten Kinderkrankheiten sind harmlos. Erreger etwa der Masern können schwere, sogar lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen.

Warum wird über das Impfen derart gestritten?

Auch ein Gesetz bringt keine Garantie: Wie entscheiden Menschen darüber, ob sie sich impfen lassen wollen? Professor Cornelia Betsch von der Uni Erfurt forscht seit Jahren an diesem Thema.

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Auf der einen Seite steht das Recht des Einzelnen auf freie Entscheidung zur Impfung - auf der anderen das Interesse der Gemeinschaft, durch eine möglichst hohe Durchimpfungsrate die Bevölkerung vor Krankheiten zu schützen oder Krankheiten ganz auszurotten. Das macht das Thema so sensibel. Zudem werden Impfungen bei Gesunden angewandt und gehören zu den häufigsten medizinischen Maßnahmen überhaupt, was Fragen nach den Risiken für Kinder und dem Nutzen der Spritzen aufwirft.

Welche Argumente bringen Impfgegner vor?

Was ist gut und was ist schlecht am Impfen? logo! erklärt's.

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Impfgegner und Impfskeptiker gibt es schon seit Einführung der verpflichtenden Pockenschutzimpfung für Kinder 1874. Und manche ihrer Argumente haben sich bis heute kaum geändert. Zu den häufigsten Einwänden gegen das Impfen zählen die angeblich fehlende Wirksamkeit, unkalkulierbare Risiken und Nebenwirkungen sowie religiöse Motive.

Andere meinen, das Durchmachen von Krankheiten sei für eine normale Entwicklung ihres Kindes wichtig. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Impfgegner zu einer der zehn größten globalen Gesundheitsbedrohungen erklärt, weil vor allem die medizinisch mögliche Ausrottung der Masern durch die in den Industrieländern verbreitete Verweigerung von Impfungen verhindert werde.

Was halten Befürworter dem entgegen?

Impfungen
Baby bekommt eine Impfung.
Quelle: key/mh

Experten verweisen darauf, dass auch sogenannte Kinderkrankheiten wie die Masern sehr drastisch verlaufen können. Eine gefürchtete Begleiterscheinung der Masern, die Gehirnentzündung, entwickelt sich bei einem von 1.000 erkrankten Kindern. Auch nach einer Impfung tritt dies in einem von einer Million Fällen auf - das ist aber tausend Mal seltener als bei einer Erkrankung.

Unbestritten ist, dass Impfstoffe Nebenwirkungen haben können. Die lange kursierende These, wonach die Masern-Mumps-Röteln-Impfung beispielsweise Autismus begünstigen könne, ist allerdings längst widerlegt. Auch dass Impfungen Allergien auslösen, ist nicht belegt. Fakt ist auch, dass ein Mensch trotz Impfung erkranken kann. Die Spritze kann aber die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung senken und einen schweren Verlauf verhindern.

Wie hoch sind die Impfraten?

Zwar haben im Jahr 2017 97,1 Prozent der Schulanfänger die erste Masernimpfung bekommen. Aber bei der entscheidenden zweiten Masernimpfung wird die bundesweit angestrebte Impfquote von 95 Prozent noch immer nicht erreicht. Nach den aktuellsten Daten des Robert-Koch-Instituts waren gut 93 Prozent der Schulanfänger 2017 zweimal gegen Masern geimpft. Für andere Erreger sah der vollständige Impfschutz bei Schulanfängern im Bundesschnitt wie folgt aus: Diphtherie (93,6 Prozent), Tetanus (93,8 Prozent), Keuchhusten (93,2 Prozent), Kinderlähmung (92,9 Prozent) und Meningokokken C (89,5 Prozent).

Sind die Impfungen freiwillig?

Impfung gegen Masern
Impfserum wird auf eine Spritze gezogen.
Quelle: dpa

Ja. Bislang gibt es keine Impfpflicht. Die Bundesregierung hat aber einen Gesetzentwurf zur Impfpflicht gegen Masern auf den Weg gebracht, der am 1. März 2020 in Kraft treten soll.

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