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Ebola-Virus im Kongo - Der rettende Pieks

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Es ist eines der gefährlichsten Fieberviren. Seit April breitet sich Ebola im Kongo aus. Kann ein experimenteller Impfstoff es stoppen? Die Weltgesundheitsorganisation probiert es.

Eine Ebola-Impfung wird vorbereitet.
Eine Ebola-Impfung wird vorbereitet.
Quelle: John Bompengo/AP/dpa

Die Hoffnung liegt in rVSV-ZEBOV. So heißt der Impfstoff, der vor Ebola schützen soll. Andere Medikamente gegen Ebola gibt es nicht. Obwohl der Impfstoff noch nicht offiziell zugelassen ist, setzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihn im Kongo ein. Denn er wurde schon mal in Afrika getestet und hat bewiesen, dass er zu 100 Prozent schützen kann. Und das schon nach einmal Impfen.

Besondere Impftechnik

Entwickelt wurde der Impfstoff ursprünglich in Kanada. Während des heftigen Ebola-Ausbruchs vor vier Jahren, kaufte das Unternehmen Merck eine Lizenz für den Impfstoff und beschleunigte die Forschung. Zum Beispiel führte es mit einem Team von Forschern in Guinea die Studie "Ebola ça Suffit" ("Ebola, es reicht") durch. Die Studie war besonders, weil die Forscher eine "Ringimpfung" machten. Sie impften alle Personen, die irgendwie Kontakt zu Menschen hatten, bei denen das Ebola-Virus identifiziert worden war. Diese Gruppen zu finden, ist sehr aufwändig, aber wenn sie geimpft werden, sind sie schon einige Tage später gegen Ebola geschützt.

Eine solche Ringimpfung plant die WHO jetzt auch im Kongo, um die Menschen, die noch nicht infiziert sind, zu schützen. Mehr als 7.500 Dosen des rVSV-ZEBOV Ebola-Impfstoffs schickte sie in den Kongo. Sie wurden von der Firma Merck gespendet. "Die Impfung wird der Schlüssel sein, um diesen Ausbruch zu kontrollieren", sagt WHO-Direktor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus. Auch die Helfer vor Ort sollen die Impfung bekommen - um geschützt zu sein, wenn sie mit Ebola-Patienten arbeiten. "Wir müssen schnell handeln, um die Ausbreitung von Ebola zu stoppen", heißt es von der WHO. Mittlerweile wurden schon mehr als 600 Menschen gefunden, die eine Impfung brauchen. Es ist jedoch kompliziert, den Impfstoff zu transportieren. Er muss bei einer Temperatur von -60 bis -80 Grad gelagert werden. Deshalb arbeitet die WHO mit speziellen Impfstoff-Transportern, die den Stoff eine Woche lang kalt halten können.

WHO bereitet sich auf schlimmstes Szenario vor

Sie will im Kongo nicht noch mal die gleichen Fehler machen: zusehen und zu lange überlegen. Das musste sich die Weltgesundheitsorganisation nach der Epidemie vor vier Jahren vorwerfen lassen, als mehr als 11.000 Menschen in Westafrika an Ebola starben. Damit das nicht wieder passiert, stufte die WHO die Risikowarnung für den Kongo sofort in der Kategorie "sehr hoch" ein. Auch die Nachbarländer wurden direkt alarmiert. Vor allem, weil zum ersten Mal ein Ebola-Virus in einer Millionen-Stadt im Kongo identifiziert wurde: Mbandaka hat 1,2 Millionen Einwohner. "Wir sind sehr besorgt und bereiten uns auf alle Szenarien vor, auch auf das schlimmste", sagte der stellvertretende WHO-Generaldirektor Peter Salama bei der Jahrestagung der Organisation in Genf.

Mittlerweile starben neun Menschen im Kongo, bei denen das Ebola-Virus festgestellt worden war. Und es gibt weitere Verdachtsfälle für eine Infektion mit dem hochansteckenden Virus. Um den Kongo zu unterstützen, stellte Deutschland der WHO kurzfristig fünf Millionen Euro zur Verfügung. "Wir müssen unbedingt verhindern, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). In den vergangenen 40 Jahren brach das Ebola-Virus zwar neun Mal im Kongo aus, aber noch nie - wie jetzt - in einer Millionenstadt. In Europa gibt es im Moment keinen Grund zur Sorge. Das Auswärtige Amt warnt jedoch davor, in die betroffene Region zu reisen.

Ebola - Fragen und Antworten

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