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Ankerzentren - Asylverfahren dauern länger

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Ankerzentren sollen die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Behörden verbessern und so Asylverfahren verkürzen. Stattdessen ist die Bearbeitungsdauer von Asylanträgen gestiegen.

Hinweisschild vom Ankerzentrum. Archivbild
Hinweisschild vom Ankerzentrum. Archivbild
Quelle: Lino Mirgeler/dpa

Die Asylverfahren in sogenannten Ankerzentren sind inzwischen nicht mehr so kurz wie nach der Eröffnung der ersten Einrichtungen im Sommer 2018. Aus einer Antwort auf eine Linken-Anfrage geht hervor, dass die Bearbeitungszeit für einen Antrag im zweiten Quartal 2019 im Durchschnitt drei Monate betrug. 2018 lag der Durchschnitt bei 1,3 Monaten.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte die längere Verfahrensdauer mit der gestiegenen Anzahl der Fälle, die in den Zentren bearbeitet werden.

Er sagte: "Die Ursache für den Anstieg der durchschnittlichen Verfahrensdauer in den Anker-Einrichtungen sowie in den funktionsgleichen Einrichtungen kann auch darin begründet sein, dass mit steigender Gesamtfallzahl auch die Anzahl von spezifischen Fällen mit erhöhter Bearbeitungsdauer ansteigt" - etwa weil die Identitätsklärung viel Zeit in Anspruch nehme, medizinische Probleme auftauchten oder Anfragen an andere Behörden gestellt werden müssten. Insgesamt seien die Verfahren aber immer noch deutlich kürzer als die von Asylbewerbern, die anders untergebracht seien.

Ankerzentren starteten im Sommer 2018

Unabhängig davon, wo die Fälle bearbeitet wurden, lag die durchschnittliche Bearbeitungsdauer für einen Asylantrag im zweiten Quartal dieses Jahres bundesweit bei 4,5 Monaten. Nicht berücksichtigt sind hier alte komplizierte Verfahren, bei denen der Asylantrag bereits vor 2017 gestellt worden war. Die ersten Ankerzentren gingen im Sommer 2018 in Bayern an den Start, mittlerweile gibt es solche oder ähnliche Einrichtungen auch in einigen anderen Bundesländern. Anker steht für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Verwaltungsgerichte, Ausländerbehörden und die Bundesagentur für Arbeit sollen dort zusammenarbeiten.

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