Ölpreise brechen in Coronavirus-Krise ein

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Opec streitet mit Russland - Ölpreise brechen in Coronavirus-Krise ein

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Auch in der Ölbranche sind die Coronavirus-Auswirkungen zu spüren. Nun streiten führende Länder über den Umgang damit - der Ölpreis bricht so stark ein wie seit 1991 nicht mehr.

In den vergangenen Wochen zog der Ölpreis deutlich an.
Wie geht's mit der Ölförderung weiter? (Archivbild)
Quelle: Larry W. Smith/EPA/dpa

Angesichts der Sorge um einen Streit der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) über ein mögliches Überangebot wegen der Coronavirus-Krise sind die Ölpreise stark gesunken. Am Montagmorgen fielen die Notierungen für Rohöl aus der Nordsee und für US-Öl um jeweils etwa 30 Prozent - der stärkste prozentuale Einbruch seit fast 30 Jahren.

Der Absturz der Sorte Brent um 31,5 Prozent auf 31,02 Dollar je Barrel war der größte Rückgang seit Januar 1991 zu Beginn des ersten Golfkrieges. Dies galt auch für US-Leichtöl, das sich zunächst um etwa 27,5 Prozent auf 30 Dollar je Fass verbilligte.

Öl-Nachfrage sinkt wegen Coronavirus

Hintergrund des Streits sind die Folgen des neuen Coronavirus für die Wirtschaft. Der Ausbruch des Virus Sars-CoV-2 führte bislang zu einem deutlich eingeschränkten Reiseverkehr, was wiederum die Nachfrage nach Öl verringert hat.

Saudi-Arabien, Russland und andere Ölproduzenten streiten darüber, wie stark die Produktion gedrosselt werden soll, um die Preise zu stützen. Ölmarkt-Experte Stephen Innes nannte Berichte über eine mögliche Produktionssteigerung Saudi-Arabiens mit dem Ziel, Marktanteile zu gewinnen, eine Shock-and-Awe-Strategie. Dies bezeichnet in der Kriegsführung eine Taktik, bei der der Gegner durch militärische Maßnahmen so verunsichert wird, dass es zu keiner nennenswerten Verteidigungsmaßnahme kommt.

Experten befürchten einen Konflikt, der Wochen oder sogar Monate dauern könnte. "Saudi-Arabien und Russland sind in einen Öl-Preiskrieg eingetreten, der begrenzt und taktisch sein dürfte", schrieb etwa die Eurasia Group in einer Analyse.

Gespräche zwischen Opec und Russland gescheitert

Am Freitag waren die Gespräche zwischen der Opec und Russland über eine gemeinsame Förderbremse gescheitert. Der saudi-arabische Öl-Konzern Saudi Aramco kündigte daraufhin an, den offiziellen Verkaufspreis für alle Öl-Sorten und alle Abnehmer zu senken.

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