Sie sind hier:

Verhandlungen in der Schweiz - Zypern-Gespräche wieder gescheitert

Datum:

Keine Einigung in der Zypern-Frage: Erneut sind Gespräche über die Wiedervereinigung erfolglos zu Ende gegangen. Beide Seiten gaben sich am Rande der Verhandlungen im schweizerischen Crans-Montana die Schuld für das Scheitern der Gespräche. Streit gab es zuvor bei militärischen Fragen.

Die Gespräche über eine Wiedervereinigung Zyperns sind in einer entscheidenden Phase. Neben Griechen und Türken sind auch Briten an den Beratungen beteiligt.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Zypern-Verhandlungen sind wegen Uneinigkeit in der Frage der Stationierung türkischer Truppen ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Leider sei eine Einigung nicht möglich gewesen, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am frühen Freitagmorgen im schweizerischen Crans-Montana. Guterres schloß die Tür für eine Wiedervereinigung in Zypern jedoch nicht ganz: Die Gespräche seien zwar beendet, dies hieße aber nicht, dass es nicht weitere Initiativen geben könnte, um das Problem in Zypern zu lösen.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sah die Schuld für das nicht erfolgreiche Ende der Gespräche auf Seiten Griechenlands, das gemeinsam mit den Vertretern der griechischen Zyprioten auf einen Abzug der türkischen Truppen auf der Insel bestanden hatte. Für die Türkei und die türkischen Zyprioten sei es nicht akzeptabel, dass alle Truppen Nordzypern verlassen, so Cavusoglu.

Inakzeptable Forderungen

Der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides stimmte Guterres zu, dass eine Einigung noch nicht ganz vom Tisch sei. Die derzeitige unakzeptable Situation könne nicht Zyperns Zukunft sein. Christodoulides kritisierte die türkische "Obsession" nach stationierten Truppen und nach dem Recht militärisch einschreiten zu dürfen. In anderen Streitpunkten weiche der türkische Standpunkt klar vom UN-Rahmen ab und sei unter keinen Umständen akzeptable gewesen.

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias schrieb auf Twitter, dass ein türkisches Recht auf militärische Interventionen in ganz Zypern nicht akzeptabel sei. Der Traum und Plan, das zyprische Problem zu lösen, bleibe aber erhalten, so Kotzias. Zudem habe es keine Einigung darüber gegeben, wie die Insel im Falle der Vereinigung in ein zyprisch-griechisches und ein zyprisch-türkisches Gebiet aufgeteilt werden solle. Die Türkei habe darauf bestanden, dass türkische Staatsbürger weiterhin das Recht bekommen sollten, in dem dann griechischen Zypern anzusiedeln sowie Geld, Dienstleistungen und Güter dorthin bringen zu können.

Zankapfel Morfu

Die griechische-zypriotische Seite forderte, dass die Stadt Morfou wieder unter griechisch-zypriotische Verwaltung fallen solle. Die türkisch-zypriotische Seite möchte jedoch nur die Hälfte der Stadt hergeben.

Nach einem Putsch von Anhängern einer Vereinigung Zyperns mit Griechenland hatte die Türkei 1974 den Norden Zyperns besetzt. Heute sind dort mehr als 35.000 türkische Soldaten stationiert. Die Insel ist in ein zyprisch-griechisches und ein zyprisch-türkisches Gebiet geteilt. An den Gesprächen sind griechische und türkische Zyprer sowie die Türkei, Griechenland und die frühere Kolonialmacht Großbritannien als Garantiestaaten beteiligt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.