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"Schmierige Geschäfte" - In jedem zweiten Olivenöl steckt Mineralöl

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Egal ob Bio oder billig: Im neuen "Öko-Test" fallen fast alle Olivenöle durch: Jedes zweite der 20 getesteten Öle ist mit Mineralöl verunreingt. Nur zwei kriegen Note 'gut'.

Olivenölnflaschen in einer Restaurant in Frankreich
Schmierige Geschäfte? Laut ÖKO-TEST fallen die meisten Olivenöle im Handel qualitativ durch.
Quelle: imageBROKER

Öl im Öl: Das Verbraucher-Magazin "Öko-Test" hat zwanzig Olivenöle auf ihre Qualität getestet. Fast die Hälfte kommt dabei richtig schlecht weg: Drei kriegen die Note "mangelhaft", sechs "ungenügend" - also die glatte 6. Grund dafür sind Mineralöle, die Öko-Test in jeder zweiten Flasche gefunden hat - in extrem hohen Dosen. Unter anderem aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, kurz MOAH. Dabei zitiert das Magazin das Bundesamt für Risikobewertung (BfR): „Es sollte kein nachweisbarer Übergang von MOAH auf Lebensmittel stattfinden.“

Wie kann es also sein, dass das beautragte Labor trotzdem Mineralöl in den Flaschen gefunden hat? Laut Öko-Test kommen die Oliven schon bei der Ernte ständig mit den schädlichen Stoffen in Berührung. Die Bauern würden MOAH bei ihren Geräten und Maschinen als Schmieröl einsetzen.

'Extra Nativ' nur geschummelt?

Die Öle fallen außerdem bei ihren Güteklassen im Test durch: Die meisten Olivenöle in Deutschland tragen die Kennzeichnung 'nativ extra' bzw. 'extra vergine'. Das bedeutet laut dem Magazin, dass das Öl geruchlich und geschmacklich einwandfrei ist und eine fruchtige Note hat. Das Öl wird schonend mit einem mechanischen Verfahren ohne Wärmezufuhr gepresst. Doch wo 'nativ extra' drauf steht, sei oft gar nicht 'nativ extra' drin. Die Öle der Marken 'Alnatura', 'Byodo' und 'Naturata' schmeckten laut den Prüfern bereits ranzig und eines von 'De Cecco' stichig. Solche Fehlnoten sind bei der höchsten Güteklasse 'nativ extra' verboten. Heißt: Die Öle sind falsch deklariert.

Olivenöle im Test
Marke Rapunzel Bertolli Alnatura
Produktname Kreta Natives Olivenöl extra, fruchtig Natives Olivenöl Extra Originale Natives Olivenöl Extra
Preis pro 500 ml 9,99 Euro 5,69 Euro 3,99 Euro
Gesamtnote gut ausreichend ungenügend
Quelle: "Öko-Test"

Und wie sieht's bei der Herkunft aus? Hier konnte das Labor hingegen alle deklarierten Herkünfte bestätigen. In den meisten Flaschen steckt eine Mischung von Ölen aus EU-Ländern und/oder Drittländern. Es ist übrigens auch erlaubt, Öle aus EU-Ländern immer wieder anders zu mischen. In drei der getesteten Öle wurde der Weichmacher "Dibutylphthalat" festgestellt, welcher von der EU als fortpflanzungsgefährdend eingestuft wird. Höhere Anteile von Pestiziden konnte "Öko-Test" in keinem der zwanzig Öle nachweisen.

Olivenöl in Zahlen:

  • 2,2 Millionen Tonnen Olivenöl hat die EU 2018 produziert. Weltweit waren es rund 3,1 Millionen Tonnen. Spanien ist der mit Abstand größte Hersteller von Olivenöl
  • 5 bis 10 Kilogramm Oliven braucht es, um einen Liter Olivenöl herzustellen
  • 90 Prozent der gesamten Olivenöle stammen aus dem Mittelmeerraum
  • 30,6 Millionen Liter Olivenöl haben die Deutschen 12017 gekauft. Damit ist Olivenöl das drittbeliebteste Öl - nach Raps- und Sonnenblumenöl.
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