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Viele Kommunen verbieten Glyphosat

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In Parks und Landwirtschaft - Viele Kommunen verbieten Glyphosat

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Bis auf Ausnahmefälle verzichten viele Kommunen schon seit Jahren auf Glyphosat zur Unkrautvernichtung etwa in Parks. Ganz gebannt ist das Mittel damit aber noch nicht.

Ein Unkrautvernichtungsmittel mit Glyphosat. Archivbild
Aus vielen Städten verbannt: Unkrautvernichtungsmittel mit Glyphosat.
Quelle: Patrick Pleul/zb/dpa

Deutsche Kommunen verbieten zunehmend auch auf verpachteten und landwirtschaftlich genutzten Flächen den Einsatz von Glyphosat. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Unkrautvernichtung in Parks ist das Pflanzenschutzmittel schon in zahlreichen Kommunen tabu.

Die EU-Kommission hatte seine Zulassung im November 2017 um fünf Jahre verlängert. Glyphosat ist sehr umstritten. Die WHO-Krebsforschungsagentur IARC klassifizierte den Stoff 2015 als "wahrscheinlich krebserregend".

Städte berichten: Glyphosat-Verzicht möglich

Der Deutsche Städtetag teilt mit: "Seit Jahren geht eindeutig der Trend dahin, dass immer weniger Städte Glyphosat einsetzen." Das ergab auch eine bundesweite Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in Städten. In Stuttgart etwa wird es in Parks, Grünanlagen und auf Friedhöfen seit 2016 nicht mehr verwendet. "Unsere Erfahrungen zeigen: Der Verzicht auf Glyphosat scheint möglich. Voraussetzung ist die Bereitschaft, mehr Zeit und Geld zu investieren", heißt es aus Stuttgart.

Unsere Erfahrungen zeigen: Der Verzicht auf Glyphosat scheint möglich. Voraussetzung ist die Bereitschaft, mehr Zeit und Geld zu investieren.
Stadt Stuttgart

Frankfurt am Main versprüht seit Anfang der 1990er Jahre kein Glyphosat mehr, stattdessen wird gebürstet oder gehackt. Auf Pachtflächen gibt es wie in zahlreichen anderen Städten aber kein Verbot. Allerdings weist die Stadt darauf hin, dass seit 2012 eine Biodiversitätsklausel jeden Landwirt zu einer Maßnahme für den Artenschutz auf mindestens einem Prozent der Fläche für Acker und Erwerbsgartenbau verpflichtet.

Saarbrücken verzichtet nach eigenen Angaben sogar schon seit den 1980er Jahren auf den Einsatz von Herbiziden. Hier wird nach einem Stadtratsbeschluss von 2016 in neuen Pachtverträgen der Einsatz glyphosathaltiger Mittel auf Ackerbauflächen, Wiesen, Weiden und sonstigen Grünflächen untersagt. Anschließend sei auch für fast alle Bestandsverträge ein Verbot vereinbart worden.

Anfang Juli hatte Österreich als erstes EU-Land Glyphosat verboten - auch wenn noch unklar ist, ob es mit EU-Recht vereinbar ist. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte für Deutschland allerdings klargestellt, dass es hierzulande kein Verbot vor 2022 geben werde. Mehr dazu hier:

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