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Heftige Überschwemmungen - Indien kämpft mit den Fluten

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Es ist die schlimmste Flut durch den Monsunregen seit 100 Jahren: Hunderte Menschen im südindischen Bundesstaat Kerala sind tot. Viele harren in Notunterkünften aus.

Bei der schlimmsten Flut im indischen Kerala seit hundert Jahren sind bislang mindestens 350 Menschen ums Leben gekommen. Seit mehreren Wochen dauern die Überschwemmungen bereits an. Fast eine Million Menschen sind auf der Flucht.

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In Rettungsbooten bringen Menschen ihre wichtigsten Dinge in Sicherheit, viele klammern sich an Dächer, Hunderttausende harren in Notunterkünften aus: Die nach offiziellen Angaben schlimmste Flut seit 100 Jahren hat den südindischen Bundesstaat Kerala schwer getroffen. Die Wassermassen schnitten mehr als 100.000 Menschen von der Außenwelt ab. Die Staatsregierung bemühe sich, sauberes Trinkwasser, Nahrung und Medikamente auf dem Luftweg zu ihnen zu bringen, sagte Keralas Landwirtschaftsminister VS Sunil Kumar am Sonntag.

Über 800.000 Menschen in Notunterkünften

Bei langsam nachlassenden Regenfällen geht es nun darum, die Überlebenden zu versorgen und die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Die Herausforderung für die Helfer ist gewaltig: Mehr als 800.000 Menschen waren zwischenzeitlich in Notunterkünften untergebracht, sagte Staatsminister Pinarayi Vijayan.

"Einige haben die Unterkünfte verlassen und sind bei Verwandten untergekommen, andere kommen hinzu - die Zahlen verändern sich ständig", sagte Arif Jafar vom polizeilichen Krisenstab. Unklar sei auch, wie viele Menschen noch auf Dächern auf Hilfe warteten. Es laufe aber die letzte Phase dieser Rettungseinsätze.

Gefahr von Seuchen

In der auch bei Touristen beliebten Region sind mehr als 40 Flüsse über die Ufer getreten, 80 Dämme wurden geöffnet. Straßen wurden zu Flüssen, Brücken stürzten ein, vielerorts gibt es keinen Strom und keine Telefonverbindungen mehr, es besteht Seuchengefahr. Es sei schwierig, Kontakt in abgelegene Gebiete zu bekommen, berichtete der Krisenstab. Ein genaues Bild werde sich erst in zwei bis drei Wochen ergeben, wenn sich die Wassermassen zurückgezogen haben, sagte Jafar.

Papst Franziskus betete am Sonntag auf dem Petersplatz für die Opfer: "Möge es diesen Brüdern nicht an unserer Solidarität und an konkreter Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft fehlen. (...) Lasst uns gemeinsam für diejenigen beten, die ihr Leben verloren haben und für all die Menschen, die von diesem großen Unglück betroffen sind."

Außergewöhnlich starke Regenfälle

Bereits seit dem 8. August kämpfen die Menschen in Kerala gegen die Wassermassen. Heftige Regenfälle sind sie in der Monsun-Saison gewohnt - doch in diesem Jahr fallen sie außergewöhnlich stark aus. Mehr als 350 Menschen starben bereits. Die meisten Opfer ertranken oder kamen bei Erdrutschen um. In vielen Städten und Dörfern stieg das Wasser so hoch, dass zweigeschossige Gebäude überflutet wurden. Dächer bleiben oft der einzige Rückzugsort. "Am Freitag haben uns Verwandte angerufen und gesagt, sie hätten seit zwei Tagen weder Wasser noch Essen gehabt, und keine Hilfe sei in Sicht", sagte S. Sudarshan, Bewohner von Keralas Hauptstadt Thiruvananthapuram. Regierungschef Pinarayi Vijayan forderte, die Flut als nationale Katastrophe einzustufen.

An den Rettungseinsätzen waren 1.300 Einsatzkräfte, 30 Militärhubschrauber und rund 400 Boote beteiligt. Mancherorts liehen sich Retter Boote von Fischern, um nach Opfern zu suchen. Auf Bildern waren alte Frauen zu sehen, die Bündel mit ihrem kostbarsten Besitz festhielten, während sie per Boot in Sicherheit gebracht wurden.

Modi verspricht Nothilfe

Indiens Regierungschef Narendra Modi versprach Nothilfe in Höhe von 5 Milliarden Rupien (rund 60 Millionen Euro). Die Regierung des Bundesstaats verlangt jedoch 20 Milliarden Rupien. Die Schäden hätten Schätzungen zufolge bereits eine Höhe von 195 Milliarden Rupien (2,4 Milliarden Euro) erreicht.

Die Monsun-Saison dauert in Indien von Juni bis September. Die Regenfälle sind unerlässlich für die Landwirtschaft der Region, können aber enorme Zerstörungen anrichten.

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