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900 Millionen Wahlberechtigte - Indiens Marathon-Wahl beendet

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Nach 39 Tagen ging die Wahl des neuen indischen Parlaments heute zu Ende. Die letzte Phase mit mehr als 100 Millionen Wahlberechtigten war teils von Gewalt überschattet.

Nach knapp sechs Wochen ist Indiens Parlamentswahl zu Ende gegangen. Stimmberechtigt waren 900 Millionen Bürger. Die Auszählung wird noch einige Tage laufen.

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Nach knapp sechs Wochen ist Indiens Marathon-Wahl heute zu Ende gegangen: Um die 900 Millionen Wähler waren aufgerufen, ein neues Parlament in Neu-Delhi zu bestimmen. Die letzte Phase der Abstimmung mit mehr als 100 Millionen Wahlberechtigten war teils von Gewalt überschattet, wie der Sender NDTV am Sonntag berichtete. Im Bundesstaat West-Bengalen gab es kleinere Bombenexplosionen vor zwei Stimmlokalen. Außerdem wurde ein Wahllokal verwüstet.

Premierminister Modi beendet Wahl mit Pilgerreise

Premierminister Narendra Modi und seine hindunationalistische Bharatiya Janata Partei (BJP) kämpfen bei dieser Abstimmung um eine zweite Amtszeit. Der 68-jährige Regierungschef festigte seinen Ruf als starker Mann, als er im März die indische Armee gegen den Erzfeind Pakistan einsetzte. Wichtigster Oppositionskandidat ist der 48-jährige Rahul Gandhi von der Kongress-Partei, die bei den letzten Wahlen 2014 haushoch gegen die BJP verlor. Modi, ein streng gläubiger Hindu, hatte die Wahl mit einer Pilgerreise in den Himalaja beendet, wo er in einem der Shiva-Gottheit gewidmeten Tempel meditierte.

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Debatte um Gandhi-Mord

Der Premierminister, einer der aktivsten Politiker auf Twitter und Facebook, hatte am Freitag erstmals in seiner fünfjährigen Amtszeit eine Pressekonferenz abgehalten. Zuvor war in seiner Partei eine Kontroverse um den indischen Unabhängigkeitskämpfer und National-Helden Mahatma Gandhi ausgebrochen.

Die hinduradikale Politikerin Pragya Thakur, die für Modis BJP-Partei kandidiert, hatte den Mörder von Gandhi als "Patrioten" bezeichnet. Gandhi war im Januar 1948 von einem Hindunationalisten umgebracht worden. Thakur, die mehrerer Terroranschläge auf Muslime beschuldigt wird, hatte sich später für ihre Äußerung entschuldigt, nachdem zahlreiche BJP-Politiker sie kritisiert hatten, darunter auch Modi.

Die BJP-Partei hatte jahrelang versucht, das radikale Image im Zusammenhang mit dem Gandhi-Mord abzuschütteln. Zweifel blieben jedoch stets bestehen, ob die Partei auch Indiens religiöse Vielfalt und Toleranz repräsentieren könne. Indiens "Festival der Demokratie" - wie Modi die Wahl bezeichnete - wurde wegen der schieren Größendimension in sieben Etappen abgehalten.

Ergebnis schwer kalkulierbar

Ein Hindu zeigt nach der Stimmabgabe seinen in Tinte getauchten Finger.
Ein Hindu zeigt nach der Stimmabgabe seinen in Tinte getauchten Finger.
Quelle: AP

Ab dem 23. Mai sollen die Stimmen ausgezählt und wenig später die Resultate bekannt gegeben werden. Indien verfährt nach dem britischen Wahlsystem: Ein Kandidat muss erst seinen Wahlkreis gewinnen, um einen der 543 Sitze in der Volksvertretung zu ergattern. Dies macht den Ausgang der Abstimmung schwer kalkulierbar. Indiens Wählerschaft gilt zudem als unberechenbar. Vieles deutet auf ein enges Rennen zwischen der regierenden BJP und der Opposition hin.

Modi, der die Wahl 2014 mit großen Versprechen für mehr Arbeitsplätze gewann, kann nur eine gemischte Erfolgsbilanz vorweisen. Wirtschaftlich droht Indien eine Verlangsamung des Wachstums. Die Landwirtschaft, die immer noch die Lebensgrundlage für mehr als die Hälfte der 1,2 Milliarden Inder ist, leidet unter Trockenheit, Missernten und fallenden Preisen.

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