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Ryanair reicht Beschwerde ein - EU-Kommission prüft Staatshilfen für Air Berlin

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Schwere Vorwürfe vom Konkurrenten: Die Insolvenz von Air Berlin sei inszeniert, um die Übernahme durch Lufthansa zu erleichtern. Die staatlichen Beihilfen seien nicht rechtens, behauptet Ryanair und reicht Beschwerde ein. Die EU-Kommission prüft jetzt die Vorwürfe.

Billiger Business- oder teurer Ferienflieger? Air Berlin wollte beides sein und ist daran gescheitert, sagen Experten. Während die Konkurrenz nun auf Filetstücke hofft, bangen die Mitarbeiter.

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Die EU-Kommission schaut sich die Staatshilfen für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin an. "Wir stehen in dieser Angelegenheit im konstruktiven Kontakt mit Deutschland", sagte ein Sprecher der Behörde dem ZDF. Die Kommission sei immer bereit, mit den Mitgliedsländern Pläne in Einklang mit den EU-Regeln zu diskutieren. Staatsbeihilfen, die den Wettbewerb in Europa verzerren, sind laut EU-Recht verboten.

Verstoß gegen Wettbewerbsregeln?

Ryanair hatte zuvor mitgeteilt, gegen die Staatshilfen für Air Berlin vorzugehen und Beschwerde bei den Kartellbehörden einzulegen. Der Insolvenzantrag sei mit dem Ziel arrangiert worden, dass die Deutsche Lufthansa eine schuldenfreie Air Berlin übernehmen könne, erklärte der irische Billigflieger. Dies verstoße gegen deutsche und EU-Wettbewerbsregeln. Deshalb würden Bundeskartellamt und EU-Kommission aufgefordert, umgehend Schritte zu unternehmen.

Air Berlin hatte zuvor Insolvenz angemeldet. Die Bundesregierung springt mit einem 150 Millionen Euro schweren Kredit der KfW ein. Sie sorgt dafür, dass die chronische defizitäre Fluggesellschaft die nächsten drei Monate überbrücken kann und die Maschinen nicht am Boden bleiben müssen. Das Geld soll bis Ende November reichen.
Letztlich ruhen die Hoffnungen vor allem auf der Deutschen Lufthansa, die seit längerem über die Übernahme von Teilen von Air Berlin verhandelt.

Die Lage bei Air Berlin hatte sich seit Ende März verschärft. Mit der Umstellung auf den Sommerflugplan häuften sich Flugausfälle und Verspätungen. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg ordnete am Dienstag die Insolvenz in Eigenverwaltung an - das bedeutet, dass das bisherige Management um Vorstandschef Thomas Winkelmann für die Geschicke des Unternehmens verantwortlich bleibt. Vorläufiger Sachwalter ist der Rechtsanwalt Lucas Flöther, der zuletzt den insolventen Fahrradhersteller Mifa aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt rettete und bei der Pleite des Internetriesen Unister in Leipzig die Insolvenzverwaltung übernommen hatte.

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