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Insolvenzverwalter sehen Zukunftschancen

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Deutsche Thomas Cook - Insolvenzverwalter sehen Zukunftschancen

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Bei Thomas Cook in Deutschland haben Insolvenzverwalter das Sagen. Erfahrene Experten suchen nach einer Zukunftslösung. Sie sehen Chancen für eine Sanierung des Unternehmens.

Ein "Thomas Cook"-Informationsschalter am Düsseldorfer Flughafen am 25.09.2019
Ein "Thomas Cook"-Informationsschalter am Düsseldorfer Flughafen
Quelle: DPA

Trotz der schwierigen Situation bei Thomas Cook Deutschland nach der Pleite des britischen Mutterkonzerns sehen die vorläufigen Insolvenzverwalter weiter Perspektiven für die deutschen Touristik-Tochtergesellschaften. Es werde alles unternommen, um "eine Zukunftslösung zu finden", kündigte Rechtsanwalt Ottmar Hermann an. Bei der Fluggesellschaft Condor soll unterdessen ein sogenanntes Schutzschirmverfahren die Sanierung ermöglichen.

Renommierte Experten bestellt

Nachdem die Thomas Cook GmbH am Mittwoch einen Insolvenzantrag gestellt hatte, um sich aus den "finanziellen Verflechtungen und Haftungsverhältnissen" mit dem britischen Mutterkonzern zu lösen, bestellte das Amtsgericht Bad Homburg neben Hermann auch die Insolvenzrechtler Fabio Algari und Julia Kappel-Gnirs zu vorläufigen Insolvenzverwaltern für die deutschen Töchter.

Kappel-Gnirs soll dabei für die Bucher & Öger Tours GmbH zuständig sein, Algari für die Thomas Cook GmbH. Hermann, zuständig für die Thomas Cook Touristik GmbH, gilt als einer der renommiertesten deutschen Insolvenzexperten. Er war in der Vergangenheit bei zahlreichen Großverfahren wie etwa der Insolvenz der Kaufhaus-Kette Woolworth im Einsatz.

Löhne und Gehälter bis Ende November sicher

"Wir haben heute eine hoch motivierte und engagierte Belegschaft erlebt."
Rechtsanwalt Ottmar Hermann, Insolvenzverwalter

Im hessischen Oberursel, Sitz der deutschen Thomas Cook, führten die drei vorläufigen Insolvenzverwalter nach eigenen Angaben bereits erste Gespräche mit den Betriebsräten und hielten gemeinsam mit der Geschäftsführung eine Mitarbeiterversammlung ab. Dort wurde die Belegschaft demnach auch darüber informiert, dass die Löhne und Gehälter der rund 2.000 Mitarbeiter durch das Insolvenzgeld bis Ende November 2019 gesichert sind. "Wir haben heute eine hoch motivierte und engagierte Belegschaft erlebt, die für den Erhalt der Unternehmen aus vollem Herzen kämpft", erklärte Hermann.

Für das Ziel, die deutschen Touristik-Tochtergesellschaften zu erhalten, sollen nun Schritt für Schritt geeignete Maßnahmen ausgearbeitet werden. Das Hauptaugenmerk soll neben der Stabilisierung der drei Unternehmen aber auch auf den betroffenen Kunden liegen. Zuletzt befanden sich noch rund 97.000 deutsche Touristen, die über Thomas Cook eine Pauschalreise gebucht hatten, an ihren Urlaubszielen.

Reisen vom 27.9. bis 13.10. können nicht angetreten werden

Der Urlaub sowie die Rückreise dieser Kunden sind nach Angaben der vorläufigen Insolvenzverwalter über den Sicherungsschein des Insolvenzversicherers Zurich abgesichert und können wie geplant ablaufen. Allerdings: Reisen, die für den Zeitraum von diesem Freitag, dem 27. September, bis einschließlich 13. Oktober 2019 gebucht wurden, können demnach aus insolvenzrechtlichen Gründen derzeit nicht angetreten werden - auch wenn sie teilweise oder sogar ganz bezahlt wurden. Die davon betroffenen Kunden sollten nun so schnell wie möglich von den Unternehmen informiert werden, hieß es. Betroffene Kunden können sich zudem an den von Zurich beauftragten Dienstleister Kaera wenden.

Die deutsche Thomas Cook war in den Strudel der Pleite des britischen Mutterkonzerns geraten, ebenso wie die Fluggesellschaft Condor, für die die Bundesregierung und das Land Hessen am Dienstagabend einen Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro gewährten. Nach Angaben des Amtsgerichts Frankfurt am Main wurde für Condor am Donnerstag ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Zum vorläufigen Sachverwalter wurde der Insolvenzverwalter der einstmals zweitgrößten deutschen Fluglinie Air Berlin, Lucas Flöther, bestellt - er muss nun unter anderem binnen drei Monaten einen Insolvenzplan vorlegen sowie prüfen, ob eine Sanierung Aussicht auf Erfolg hat.

Keine Mithaftung für die Konzernmutter

Über das Schutzschirmverfahren "befreit sich Condor von einer Mithaftung für Verbindlichkeiten der insolventen Konzernmutter", erklärte eine Unternehmenssprecherin. So werde "die volle Unabhängigkeit" von der britischen Thomas Cook "und mehr Sicherheit für unsere Zukunft" erlangt. Dieses Schutzschirmverfahren ist ein besonderes Instrument des deutschen Insolvenzrechts: Es soll verhindern, dass Geld an den insolventen Mutterkonzern Thomas Cook abfließt. Zusätzlich wird Condor demnach vom Schutzschirmexperten Detlef Specovius beraten.

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