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Prozessor-Sicherheitslücke - Intel: Erste Erfolge durch Software-Updates

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Nachdem Sicherheitslücken in Prozessoren von Intel bekannt wurden, hat der Hersteller inzwischen Updates entwickelt. Sie sollen alle Intel-basierten Systeme vor Angriffen schützen.

Archiv: Intel i7-7700k Computer Prozessor auf einer Hauptplatine (Motherboard), aufgenommen am 22.03.2017
Quelle: imago

Intel und seine Softwarepartner machen nach eigenen Angaben deutliche Fortschritte bei ihren Bemühungen, die massive Sicherheitslücke in Computerchips zu stopfen. Das Unternehmen habe inzwischen Updates für alle Intel-basierten Systeme entwickelt, die vor den beiden Angriffsszenarien "Meltdown" und "Spectre" schützen, teilte Intel in der Nacht zu Freitag mit. Ob damit bereits Entwarnung gegeben werden kann, bleibt abzuwarten. Intel war nach eigenen Angaben vor etwa einem halben Jahr von einem Google-Mitarbeiter über die Schwachstelle informiert worden.

Schutz vor "Spectre" nur durch Prozessor-Tausch

Für einen Großteil seiner Prozessoren, die in den vergangenen fünf Jahren ausgeliefert wurden, seien inzwischen Updates veröffentlicht worden, hieß es weiter. Bis Ende kommender Woche sollen mehr als 90 Prozent dieser Chips sicher sein. Ob die Prozessoren dann auch vor "Spectre" geschützt sind, bleibt abzuwarten. IT-Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass noch viel Arbeit bevorsteht. Möglicherweise lässt sich die "Spectre"-Lücke nur durch einen vollständigen Austausch der Prozessoren schließen, schätzen manche Forscher.

Experten des Technologie-Blogs "The Register" gehen davon aus, dass allenfalls ein Teil der Bedrohung durch "Spectre" gebannt sein dürfte. Eine Variante des Angriffsszenarios, in der Schadsoftware Anwendungen ausspähen könnte, bliebe unbehoben, hieß es dort. Allerdings sei diese Angriffsvariante deutlich schwerer in der Praxis zu realisieren als etwa "Meltdown".

Keine großen Performance-Einbußen

Die Sicherheitslücken betreffen sowohl Personal Computer, mobile Geräte und Server als auch virtuelle Maschinen, unabhängig davon, welches Betriebssystem genutzt wird. In der Nacht zum Freitag teilte Amazon mit, dass alle Bereiche seiner virtuellen Server (EC2), die auf Linux oder Windows laufen, inzwischen geschützt seien. In den meisten Fällen seien keine Performance-Einbußen zu verzeichnen gewesen.

Auch Microsoft, Apple und Google hätten bestätigt, dass die eingespielten Updates für die überwiegende Mehrzahl der Nutzer und Kunden kaum oder gar nicht bemerkbar seien dürften, betonte Intel. Ursprünglich war vermutet worden, dass Systeme bis zu 30 Prozent langsamer werden könnten. Intel war zuletzt davon ausgegangen, dass die Performance-Einbußen höchstens zwei Prozent betragen würden.

Auch Chips von AMD und ARM betroffen

Die von Sicherheitsforschern bereits vergangenen Sommer entdeckte Lücke steckt seit dem Jahr 1995 direkt im Design der Hardware. Sie besteht darin, dass Betriebssysteme für eine beschleunigte Arbeit der Programme vorab Informationen aus dem Kern des Chips beziehen. Das soll die Rechenprozesse deutlich beschleunigen. Über den gleichen Weg könnten aber auch Angreifer auf die im Chip gespeicherten sensiblen Daten, wie etwa alle genutzten Passwörter oder Kryptoschlüssel zugreifen, ohne Spuren zu hinterlassen. Auch Chips von AMD sowie Mobilprozessoren des Chip-Designers ARM sind betroffen.

Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik VDE sieht den "weltweiten Chip-Gau" unterdessen als Weckruf für den Standort Deutschland. Gefordert seien hierzulande Kompetenzen in Technologie, Hardware-Design und Produktion, sagte VDE-Chef Ansgar Hinz am Freitag. Seit Jahren trete der VDE dafür ein, die gesamte Kette vom Chip-Design bis zur Fertigung in Europa zu fördern.

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