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Algorithmus soll Gefahr erkennen - Mannheim testet intelligente Videoüberwachung

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In Mannheim werden öffentliche Plätze künftig mithilfe von künstlicher Intelligenz überwacht. Ein Algorithmus soll kritisches Verhalten erkennen - ein in Europa einzigartiger Test.

Mit Hilfe von Überwachung durch künstliche Intelligenz sollen die Plätze der Stadt sicherer gemacht werden. Mannheim startet einen europaweit einzigartigen Testlauf.

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Baden-Württemberg hat ein europaweit einzigartiges Projekt zur intelligenten Videoüberwachung öffentlicher Räume gestartet. An Kriminalitäts-Brennpunkten in Mannheim sollen mehr als 70 Kameras installiert werden, die Bewegungsabläufe von Passanten analysieren und etwa Schläge, Tritte oder Hinfallen melden. Ein Beamter im zentralen Lagezentrum bewertet daraufhin den Vorgang und löst gegebenenfalls einen Einsatz aus.

Das unter anderem von Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) vor Ort vorgestellte Überwachungssystem basiert auf den Kameras und einem lernenden Computer-Algorithmus. Es wurde vom Fraunhofer-Institut für Optotronik, Systemtechnik und Bildauswertung entwickelt und kommt in Mannheim erstmals zum Einsatz.

Aufzeichnungen werden bis zu 72 Stunden gespeichert

Ziele seien nicht die Gesichtserkennung oder ein lückenloses Fahndungssystem, sagte der Mannheimer Polizeipräsident Thomas Köber. "Es geht darum, dass kritische Situationen erkannt werden und die Polizei darauf aufmerksam gemacht wird." Köber sprach von einem "Meilenstein" zur Sicherung des öffentlichen Raums.

Strobl betonte, das Konzept sei in enger Zusammenarbeit mit dem Landesdatenschutzbeauftragten entwickelt worden. Die Kameras seien über ein geschlossenes System mit dem Polizeipräsidium verbunden und könnten nicht gehackt werden. Aufzeichnungen würden längstens 72 Stunden aufbewahrt, auf Gesichtserkennung und akustische Überwachung werde bewusst verzichtet.

Bei Erfolg könnten weniger Kameradaten gespeichert werden

Durch das lernende System sei es auch möglich, dass unkritische Verhaltensweisen normaler Bürger nur verpixelt auf dem Polizeibildschirm dargestellt werden. "Uns war eine grundrechtskonforme Durchführung sehr wichtig", betonte Strobl. Im Erfolgsfall könnten künftig wesentlich weniger Daten von Überwachungskameras gespeichert werden, versprach der Minister. Das Projekt ist zunächst auf fünf Jahre angelegt. Die Stadt Mannheim setzte bereits von 2001 bis 2007 auf Überwachungskameras im öffentlichen Raum und konnte damit die Kriminalitätsrate deutlich reduzieren.

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