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Landtagswahlen - Interaktive Tools helfen beim Wählen

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Wer stellt sich in Bayern und Hessen zur Wahl? Was sagen Parteien und Kandidaten zu wichtigen Themen der Landespolitik? Interaktive Wahl-Tools wollen online Klarheit schaffen.

Wahlplakate Bayern
Wahlplakate in Bayern
Quelle: dpa

Im Oktober wird in zwei Bundesländern gewählt. Am 14. Oktober gehen die Bayern zur Wahl. Vierzehn Tage später folgen die Hessen. Der Wahlkampf läuft auf Hochtouren. Welche Ziele verfolgen die Parteien, und wie unterscheiden sie sich? Interaktive Wahl-Tools wollen dem Wähler bei der Wahlentscheidung helfen.

Wahl-O-Mat: Welche Partei passt zu mir?

Der bekannteste Online-Wahlhelfer ist der Wahl-O-Mat. Er wird von der Bundeszentrale für politische Bildung betrieben und kam erstmals bei der Bundestagswahl 2002 zum Einsatz. Seitdem wurde der Wahl-O-Mat bei den Wahlen zum EU-Parlament, vielen Landtagswahlen und bei allen Wahlen zum Bundestag eingesetzt – mit Erfolg. Bei der letzten Bundestagswahl 2017 wurde die beliebte Wahlhilfe 15,7 Millionen Mal aufgerufen.

Auch bei den Wahlen in Bayern und Hessen kommt der Wahl-O-Mat zum Einsatz. Seit dem 20. September ist die Version für die bayerische Landtagswahl am Start. Am 26. September wird die hessische Fassung online gehen. Beide Versionen konfrontieren ihre Nutzer mit Thesen zu landespolitischen Themen. Man kann zustimmen, ablehnen, sich enthalten oder ein Thema überspringen. Die Antworten werden mit den Positionen der Parteien abgeglichen, sodass ermittelt werden kann, inwieweit der Nutzer mit einzelnen Parteien übereinstimmt.

"Der Wahl-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ein Informationsangebot über Wahlen und Politik", stellt die Bundeszentrale für politische Bildung klar. Die Auswertung zeige dem Nutzer, welche Partei den eigenen Positionen am nächsten komme. Dabei liefere der Wahl-O-Mat lediglich erste Informationen. "Ob Sie eine bestimmte Partei wählen sollten oder nicht, will und kann der Wahl-O-Mat Ihnen nicht beantworten", sagt die Bundeszentrale.

WahlSwiper: Tinder als Vorbild

Die Macher der WahlSwiper-App ließen sich von der Dating-App Tinder inspirieren. Dem Nutzer werden Fragen zu landespolitischen Themen gestellt – zum Beispiel, ob der soziale Wohnungsbau gefördert werden sollte. Die Fragen werden mit einem Fingerwisch nach Links für "Nein" und nach rechts für "Ja" beantwortet. Am Ende erfährt der Nutzer ähnlich wie beim Wahl-O-Mat, wie hoch die Übereinstimmung mit den Wahlaussagen der Parteien ist.

"Sich eine Meinung bei Wahlen zu bilden soll einfach sein und Spaß machen", sagen die Macher der App, eine in Berlin ansässige Werbeagentur, die das Projekt entwickelt hat und technisch betreut. Inhaltlich wird der WahlSwiper von der United Nations Society Nuremberg getragen, einem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Nürnberg, der sich die Verbesserung der politischen Bildung auf die Vereinsfahnen geschrieben hat.

Das Besondere am WahlSwiper: Wer bei seinen Antworten unsicher ist, kann kurze Erklärvideos anklicken, in denen der jeweilige Sachverhalt verständlich aufbereitet wird. Der WahlSwiper kam bei der letzten Bundestagswahl erstmals zum Einsatz. Seit dem 6. September steht die App für die Wahl in Bayern bereit. Wähler in Hessen können sie seit dem 17. September auf ihre Smartphones laden. Den WahlSwiper kann man zudem per PC oder über die digitalen Sprachassistenten von Amazon und Google nutzen.

Kandidatencheck: Bürger fragen – Kandidaten antworten

Bei Wahl-O-Mat und WahlSwiper stehen die Wahlaussagen der Parteien im Mittelpunkt. Anders bei den Kandidatenchecks für Bayern und Hessen, die das Transparenzportal abgeordnetenwatch.de betreibt. Hier sollen die Direktkandidaten aus den einzelnen Wahlkreisen Rede und Antwort stehen. Die Bedienung der Webseite ist einfach. Der Nutzer gibt seine Postleitzahl in ein Suchfenster ein und gelangt auf eine Webseite, auf der die Direktkandidaten seines Wahlkreises zu finden sind.

Der Kandidatencheck läuft in zwei Stufen ab. Anhand von 20 Thesen zu wichtigen landespolitischen Themen kann man zunächst herausfinden, mit welchen Kandidaten man die höchste Übereinstimmung erzielt. Anschließend kann man jeden Kandidaten über das Portal abgeordnetenwatch.de direkt und öffentlich befragen.

Der Dialog zwischen Kandidaten und Bürgern wird rund um die Uhr von Mitarbeitern des Portals moderiert. Beleidigende Äußerungen, unbegründete Behauptungen und Fragen zum Privatleben eines Politikers werden nicht freigeschaltet. Abgeordnetenwatch.de wird durch Spenden finanziert und versteht sich als überparteiliche, unabhängige Dialogplattform, die zu mehr Transparenz im politischen Geschehen beitragen will.

Wahl-Kompass: Meine Position im politischen Spektrum

Welche Partei vertritt in aktuellen Fragen der hessischen Landespolitik welche Position? Wo steht der Bürger mit seinen Einstellungen und Meinungen im politischen Spektrum seines Bundeslandes? Der Wahl-Kompass Hessen will Auskunft geben. Das Konzept wurde von der niederländischen Firma Kieskompas ("Wahlkompass") entwickelt und von einem Team deutscher Politikwissenschaftler mit Inhalten bestückt.

Der Wahl-Kompass konfrontiert den Nutzer mit 30 Thesen zu aktuellen landespolitischen Themen wie etwa dem Ausbau des Frankfurter Flughafens. Jede These kann auf einer fünfstufigen Skala von "Stimme vollkommen zu" bis "Stimme überhaupt nicht zu" beurteilt oder mit dem Schalter "Keine Meinung" übersprungen werden. Aus den Antworten errechnet der Wahl-Kompass die Position des Nutzers in einem Koordinatensystem, das von den Achsen "Progressiv - Konservativ" und "Wirtschaftlich links - Wirtschaftlich rechts" gebildet wird.

Die Parteien wurden vorab mit denselben 30 Thesen konfrontiert und um Antworten gebeten. Anschließend wurden die Positionen der Parteien im politischen Koordinatensystem berechnet. Der Nutzer kann also anhand seiner eigenen Position erkennen, wie nah oder fern er einer Partei insgesamt oder in einzelnen politischen Fragen steht. "Der Wahl-Kompass Hessen gibt nicht vor, für welche Partei Sie am Wahltag stimmen sollen", sagen die Betreiber. Er verfolge vielmehr das Ziel, Interesse an der Wahl zu wecken und Informationen dazu aufzubereiten.

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