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Internationale Presse zu Wahlen - "Doppelte Ohrfeige" für Merkels GroKo

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Wie stark rücken Sachsen und Brandenburg nach rechts? Auch im Ausland wurden die Landtagswahlen sehr genau verfolgt. Die Reaktionen der ausländischen Zeitungen.

Stapel mit verschiedenen Tageszeitungen
"Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Rechte auch hier eine Massenpartei wird", kommentiert die italienische Zeitung "La Repubblica".
Quelle: dpa

Im Fokus der Berichterstattung steht das starke Abschneiden der AfD, die in beiden Bundesländern zweitstärkste Kraft wurde. "Die Attacke der AfD-Populisten wurde abgewehrt, doch das Ergebnis ist rekordverdächtig", findet die polnische "Gazeta Wyborcza". "Und doch hat sie die CDU und die SPD, die dort seit Jahren regieren, nicht schlagen können."

Die italienische Zeitung "La Repubblica" sieht die Wahlen als einen Wendepunkt: "In beiden Fällen ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der ultrarechten AfD mit den alten Volksparteien", schreibt die Zeitung am Sonntag. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Rechte auch hier eine Massenpartei wird. Und ihr Erfolg wird die anderen zu einem Anti-Rechts-Bündnis zwingen (...), um an den kategorischen Imperativ 'nie mit der AfD' festhalten zu können."

AfD für viele "neue politische Heimat"

Auch der Schweizer "Tages-Anzeiger" sieht "neue Stufe" in der Entwicklung der AfD: "Sie hat die Hülle einer reinen Protestpartei abgestreift und sich zumindest im Osten als neue Volkspartei etabliert." Vielen Ostdeutschen gebe die AfD eine "neue politische Heimat": "Jenen Bürgern etwa, die sich von ihren Regierungen jahrelang enttäuscht sahen, jenen, die sich als Ostdeutsche vernachlässigt fühlen, jenen, die Deutschland den Deutschen vorbehalten wollen und Solidarität nur den Einheimischen gönnen, jenen, die überhaupt mit der liberalen Demokratie fremdeln." Ihnen verleihe die AfD eine Stimme.

Ähnlich interpretiert das der österreichische "Standard": Die AfD nehme für sich in Anspruch, "die wahre Vertreterin des Volkes" zu sein. Auch verspreche die AfD, an der Seite jener zu stehen, die noch mehr Veränderungen scheuen, kommentiert die Zeitung.

"Und das sind im Osten viele Menschen, deren Biografien sich nach 1989 durch die neuen Verhältnisse sehr stark geändert haben - nicht immer zum Positiven. Viele verloren nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern bekamen auch vermittelt, dass viele ihrer Werte nichts mehr gelten."

"Deutliche Botschaft an die Koalition Merkels"

Die konservativen Londoner Zeitung "The Telegraph" schreibt online von einer "Erleichterung für Angela Merkel", weil es der AfD nicht gelungen ist, "den weithin vorausgesagten Durchbruch bei wichtigen Landtagswahlen zu schaffen." Das Ergebnis werde den unmittelbaren Druck auf Merkel und die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer etwas verringern, analysiert "The Telegraph".

Anders sieht das die US-amerikanische Zeitung "Politico". Sie wertet das starke AfD-Ergebnis als "deutliche Botschaft an die Koalition Merkels". Der niederländische "De Telegraaf" sieht im Wahlergebnis eine "doppelte Ohrfeige für die instabile deutsche Koalition".

Wahlplakate

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