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Banken und Unternehmen betroffen - Die Cyberkriminellen rüsten auf

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Internetsicherheit hat bei Vielen große Lücken. Stark betroffen ist der Bankensektor weltweit. Bislang eine Milliarde Dollar Schaden ist entstanden – die Dunkelziffer ist hoch.

Cyberkriminalität (Symbolbild)
Quelle: Picture Alliance/DPA

Von brutalen Angriffen auf Netzwerke bis hin zu ausgeklügelten Raubzügen reichen die Möglichkeiten der organisierten Hacker. Die Internet-Sicherheitsfirma Kaspersky warnt aus aktuellem Anlass vor den immer raffinierter werdenden Attacken - die reichen von der Ausspähung geheimer Passwörter durch sogenannte "Phishing"-E-Mails bis hin zur Infiltration ganzer Unternehmensnetzwerke.

Deutsche Bankkunden etwa waren im ersten Halbjahr 2019 mehr als doppelt so oft von Cyberangriffen betroffen wie im Vorjahreszeitraum - vor allem die Nutzer von Windows-Computern und mobilen Android-Geräten. Dabei werden die E-Mails, die den Nutzer zur Eingabe von TAN-Nummern animieren sollen, immer perfekter - grob übersetzte und mit Schreibfehlern durchsetzte Schreiben gehören der Vergangenheit an.

Wer nicht genau hinsieht, bemerkt oft nicht, dass die Mail keineswegs von der eigenen Bank, sondern von einem Kriminellen-Netzwerk stammt. Von einer Vireninfektion oder sogenannten Trojanern, die in jedem Word-Dokument lauern können, ganz zu schweigen.

Cyber-Bankraub im großen Stil

Manchmal aber geht es um Cyber-Bankraub im ganz großen Stil. Vor wenigen Jahren plünderte eine etwa dreißigköpfige Bande Geldautomaten. Nach langer Vorbereitung hatte sie es geschafft, eine große Zahl von Automaten in Taiwan dazu zu bewegen, alles vorhandene Geld auszuwerfen - einfach mit Hilfe einer Art Fernbedienung.

Kofferweise Bargeld schleppten sie davon - nur durch praktisch minutenschnelle Reaktion der Polizei, von einem Zeugen informiert, gelang die Festnahme von drei Kriminellen, zu verdanken auch flächendeckender Kamera-Überwachung.

Die Übrigen entkamen zunächst ins Ausland. Internationale Zusammenarbeit spürte die aus Osteuropa stammenden Täter bald auf, 90 Prozent der geraubten Millionen wurden sichergestellt. Kaspersky allerdings hat Erkenntnisse, dass das System der Täter nach wie vor genutzt wird und Mitglieder der Bande unter dem Namen "Carbanak" weiterhin aktiv sind.

Ganze Unternehmen werden attackiert

Mittlerweile gehen die Hacker auch dazu über, ganze Unternehmen zu unterwandern - meist genügt der Zugang zu einem der vernetzten Firmencomputer, um nach und nach fast alle zu infizieren.

Ziel: die Controlling-Abteilung oder Buchhaltung. Von dort werden dann in Sekundenschnelle große Summen an Konten im Ausland überwiesen. Wenn es auffällt, ist das Geld schon weg. Den besten Schutz bieten nach wie vor aktuelle Virenscanner, neueste Versionen der gängigen Programme wie Word oder Excel sowie allgemeine Wachsamkeit.

Wer Sicherheits-Updates gering schätzt, hat verloren. Dazu gehört natürlich, dass man Passwörter nur in sicheren Datentresoren speichert und keinesfalls Kreditkartendaten oder TAN-Listen offen auf der Festplatte oder im Smartphone aufbewahrt. Klassische Versionen wie infizierte USB-Sticks sind nach wie vor in Mode: Manche Kriminelle werfen wie zufällig USB-Sticks auf den Firmen-Parkplatz. Fast immer findet sich jemand, der einen davon aus purer Neugier an seinen Computer ansteckt – die Schadsoftware hat ihr Ziel erreicht.

Was an Schutz machbar ist, sollte man auch machen

Die modernen Panzerknacker gehen natürlich mit der Zeit: Je mehr vernetzte Geräte es gibt, desto größer die Einfallstore für Hacker. Besonders beliebt inzwischen die Smart-Home-Installationen. Wer den Zugang findet, kann nach Belieben schalten und walten - im Ernstfall von den Rollläden bis zur Türsicherung.

In Zukunft werden auch selbstfahrende Autos und andere Anwendungen im Rahmen des 5G-Netzwerks angreifbar sein. Verschlüsselungstechnik ist hier das A und O - ob dies auch gegen professionelle Angriffe zum Beispiel ganzer Staaten als Urheber hilft, ist noch nicht ausgemacht. Für den Normalbürger gilt einfach: Was an Schutz machbar ist, sollte man auch machen.

Auf Augenhöhe mit den Cyberkriminellen wird man wohl trotzdem nicht bleiben. Allerdings lohnt der einzelne Bürger kaum als Ziel der Hacker - betroffen sind meist Banken, Unternehmen oder ganze Staaten. Der Wettlauf ist im Gange.

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