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Ein Jahr Wahl von Donald Trump - "Yeah, er ist ein guter Mann"

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Vor einem Jahr wurde Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt. Sebastian Gorka hat bis August im Weißen Haus für ihn gearbeitet. "Er hat eine Vision", sagt Gorka im ZDF-Interview.

Dieses Ergebnis war eine Überraschung - und für viele ein Schock: Donald Trump wurde im November 2016 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Was hat sich in dieser Zeit getan? Ines Trams berichtet.

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3 min
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ZDF: Können Sie uns Donald Trumps Stil beschreiben. Wie ist er? So oft fragt sich die Welt bei seinen Auftritten "Ist der wirklich so"?

Sebastian Gorka: Ich traf Donald Trump das erste Mal im Sommer 2015. Der damalige Wahlkampfmanager Corey Lewandowski hatte mich nach New York gebeten für ein Gespräch mit Trump über nationale Sicherheit. Und das erste was mir auffiel, war: Da ist kein Unterschied zwischen der öffentlichen und der privaten Person. In Washington sind so viele Politiker, die sehen eine Fernsehkamera oder jemand Wichtiges im Raum, und sofort macht es Klick bei ihnen im Hinterkopf, sie setzen dieses Washington-Lächeln auf. Sie sind fake, nicht echt.

Donald Trump dagegen ist hinter verschlossenen Türen exakt genauso wie bei einer Wahlkampfrede, bei einer Ansprache im Kongress, im Fernsehen. Da ist kein Filter. Keine zwei Gesichter. Sein Stil ist dabei sehr energisch und konsequent, ergebnisorientiert. Ihm geht es nicht um Theorien oder Verpackungen. Er denkt nicht ideologisch, er denkt nur an Resultate und Erfolge. Und er ist, wie er ist.

ZDF: Wie aber sieht sein Regierungsstil aus? Kritiker nennen Trump einen Trickbetrüger, der versucht einen Manager zu mimen, ohne Fokus und ohne Fähigkeit, ein größeres Unternehmen, geschweige denn das Weiße Haus zu leiten.

Gorka:Trickbetrüger? Bitte? Hat er etwa mit Tricks Milliarden von Dollar in den letzten fünfzig Jahren gemacht? Hat er nicht den Trump Tower gebaut, all diese Golfplätze, hat er nicht die Trump-Marke groß gemacht?

Anlässlich seiner Wahl am 8. November 2016 sendet heute Abend um 20:15 Uhr die Doku-Reihe ZDF.zeit mit dem Titel: "Mensch Trump!"

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43 min
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Was ich über seinen Management-Stil sagen kann, ist, dass er kein Politiker ist und kein Theoretiker. Er ist ein Mann, dem nur eines wichtig ist: Ergebnisse. Er hat eine Vision, und diese Vision dreht sich um Exzellenz. Egal, ob es um sein Hotel geht, seine Golfplätze, seine Krawattenfirma - was auch immer es ist, es muss erstklassig sein. Und ja, er delegiert, mach‘ dies oder das, Sebastian, sagte er dann. Und er fühlt sich wohl inmitten eines überdurchschnittlich hohen Maßes an kreativem Chaos. Er ist kein Mikro-Manager. Und er will ständig Menschen treffen, unterschiedliche Ideen, Spannung - das gefällt ihm. Aber das Maß ist immer der Erfolg, die Ergebnisse. Ich habe im letzten Jahr erlebt, wie Donald Trump seine Einstellung zu Exzellenz im privatwirtschaftlichen Bereich in den Dienst des Landes gestellt hat. Ja, er ist kein Politiker, und genau das ist großartig.

ZDF: Wie kommt dieser spezielle Stil in Washington an, der politischen Stadt schlechthin? Leute in Trumps eigener Partei haben ja ein Problem, mit ihm umzugehen, ganz zu schweigen von der Opposition oder den Medien.

Gorka: Dazu muss man das Phänomen des 8.November, der Wahl, erklären. Was ist da passiert? Niemals war bis dahin ein Mann Präsident, der zuvor kein politisches Amt ausgeübt oder eine Militärlaufbahn hinter sich hatte. Außerdem war es ja eher ein Unfall, dass Trump Kandidat der Republikaner wurde. Er war ja nicht wirklich ein Kandidat der Republikaner. Das war ein Mann, der auf einer Kundgebung auch mal eine Schwulenflagge schwenkte. Das ist eher nicht klassisch Republikanisches Verhalten. Man kann Trump nicht in eine Box stecken. Aber er hat sie alle weggefegt, die anderen 16 republikanischen Kandidaten, er hat sie zerstört.

Dann, am 8. November schlägt er eine Frau, die mindestens eine Milliarde Dollar für ihren Wahlkampf ausgegeben hat und die dachte, das Amt gehört ihr aufgrund ihres Geschlechts und ihres Nachnamens. No business as usual. Klar, dass da das Establishment zurückschlagen würde. Trump ist ein Antikörper. Ich war ein Antikörper, auch Steve Bannon. Deswegen haben wir entschieden, dass er für acht Jahre Präsident bleiben muss. Und Steve Bannon und ich können ihm von außerhalb des Weißen Hauses am besten Schützenhilfe geben, deswegen haben wir im August gekündigt und das Weiße Haus verlassen. Wir wollen nämlich kein business as usual. Im Kongress gibt es Politiker, die sitzen dort als Millionäre seit mehr als dreißig Jahren. Mit solchen Politikern hätten George Washington oder Thomas Jefferson keine Revolution gegen die Briten starten können. Und genau da ist Trump das Gegenmittel. Das Establishment schlägt zurück. Aber sie werden verlieren.

ZDF: Ist der Präsident ein Rassist?

Gorka: Wenn die Leute, die Medien den Präsidenten einen Rassisten nennen, das macht mich wütend. Das ist unmoralisch. Schließlich ist das ein Mann, dessen Enkel orthodoxe Juden sind. Seine Tochter Ivanka ist zum Judentum konvertiert mit seinem Segen. Und, Hand aufs Herz, bringen Sie mir eine Bibel, darauf schwöre ich: Ich kenne diesen Mann, ich habe mit ihm gearbeitet – da ist kein Hauch Rassist in ihm.

ZDF: Ist Trump ein anständiger, sittlicher Präsident, ein aufrichtiger Präsident?

Gorka: Ich denke, Trump ist ein Patriot. Man muss seinen Stil, seine Art nicht mögen. Aber er liebt sein Land. Yeah, er ist ein guter Mann. Trump ist ein guter Mann.

Das Interview führten Ines Trams und Annette Brieger

Sebastian Gorka über ...

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