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Interview mit Jane Goodall - "Viel Fleisch zu essen, ist ein Verbrechen"

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In den 60er und 70er Jahren erforschte Jane Goodall Schimpansen. Inzwischen kämpft sie für Umwelt- und Artenschutz und sagt: "Viel Fleisch zu essen, ist ein Verbrechen."

Die Primaten-Forscherin Jane Goodall äußert sich im ZDF-Gespräch über die "Fridays for Future"-Proteste und warum es manchmal besser ist, lokal statt global zu denken.

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3 min
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heute.de: Mit welchen Zielen sind Sie heutzutage unterwegs?

Jane Goodall: Meine Mission ist es, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, für die Menschheit, die Tiere und die Umwelt. Wenn wir jetzt nicht alle am gleichen Strang ziehen, dann ist unser Planet am Ende so gründlich kaputt, dass für unsere Kinder und Kindeskinder nicht mehr viel übrig bleibt.

heute.de: Bei "Fridays for Future" gehen derzeit Tausende Schüler fürs Klima auf die Straße statt in die Schule. Ist das zielführend?

Goodall: Zumindest generiert es Aufmerksamkeit, dass wir was tun müssen. Ich weiß nicht, ob all diese Schüler wirklich für den Umweltschutz brennen oder ob manche auf den Demos nur  Spaß haben wollen. Ich hoffe aber, dass diejenigen Aktivisten, die voller Leidenschaft sind, andere damit anstecken. Es ist wichtig, dass junge Leute etwas tun. Man kann ja schlecht fordern, dass "die anderen" was tun sollen, wenn man selbst nichts unternimmt.

heute.de: In Bayern haben die Menschen per Volksbegehren eine Gesetzesänderung zum Artenschutz durchgesetzt. Ist das ein Zeichen für ein neues Umweltbewusstsein?

Goodall: Das hoffe ich zumindest, weil wir sonst unserer eigenen Zerstörung entgegengehen. Wenn wir einfach nur so weitermachen wie bisher, steht es schlecht um unsere Zukunft.  Manche treffen Entscheidungen und haben dabei nur ihre politische Zukunft im Sinn oder ihre nächste Aktionärsversammlung, statt die Auswirkungen für die nächste Generation zu bedenken. Es geht um die Zukunft unserer Spezies auf dem Planeten Erde.

heute.de: Wo stehen wir derzeit beim Kampf gegen das Artensterben?

Goodall: Wir sind da gerade erst aufgewacht. Und jetzt müssen alle mitarbeiten. Jeder einzelne sollte zum Beispiel nach ethischen Maßstäben entscheiden, was er kauft und was nicht - und ob das Tieren oder der Umwelt schadet. Wenn Menschen millionenfach das Richtige tun, dann ist das ein Schritt in die richtige Richtung.

heute.de: Was kann jeder Einzelne tun?

Goodall: Wir müssen auf jeden Fall gegen das Einwegplastik vorgehen. Und wir sollten weniger Fleisch essen. Wenn man sieht, dass Tiere auch Gefühle haben, dass sie Angst kennen und Schmerz – und ich meine damit nicht nur die Schimpansen und Hunde, sondern auch Schweine und Kühe – dann wird klar, was wir anrichten. Dazu kommt der Umweltschaden durch die industrielle Tierzucht. Viel Fleisch zu essen, ist ein Verbrechen.

heute.de: Sie sagen oft, global zu denken ist nicht so wichtig. Wie ist das zu verstehen?

Goodall: Normalerweise heißt es "Denk global, tu‘ was Lokales". Aber wenn man zu sehr ans Globale denkt, dann wird man depressiv. Hilf, Müll aus deinem örtlichen Fluss zu fischen, überzeuge deinen Supermarkt, Plastiktüten abzuschaffen. In England gibt es eine Bewegung, dass man die Umverpackung von Produkten im Laden lässt. Wenn die überflutet werden mit all dem Plastik, dann hören sie auch damit auf, alle Lebensmittel verpacken zu wollen, weil sie den Müll selbst beseitigen müssen.

Das komplette Interview mit Jane Goodall

Die Schimpansen-Forscherin Jane Goodall ist eine weltberühmte Biologin. Sie kämpft für Umwelt- und Artenschutz. Im ZDF-Interview erklärt sie, was jeder einzelne tun kann.

Beitragslänge:
5 min
Datum:

Das Interview führte Brigitte Saar.

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