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Eine ehemalige Kinderreporterin - "Eine gewisse Grundneugier mitbringen"

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Seit 30 Jahren erklärt die Sendung logo! Kindern die Welt. Moderatoren berichten von Kriegen und Klimawandel, Kinderreporter fragen nach bei Promis und Politikern - so wie Rieke.

logo! extra: Unterwegs mit dem Bundespräsidenten
Vier Jahre lang war die Kinderreporterin Rieke für die ZDF-Kindernachrichtensendung logo! im Einsatz.
Quelle: ZDF

Sie hat bei Politikern nachgehakt, mit Hollywoodgrößen geplaudert und auf Parties Promis interviewt. Knapp vier Jahre lang war Reporterin Rieke für das Kindernachrichtenmagazin logo! des ZDF im Einsatz. Wie hat sie ihre Arbeit dort erlebt, und was hat sie besonders beeindruckt? Wir haben mal bei der heute 14-Jährigen nachgehakt.

heute.de: Was magst Du an logo!? Warum hast du dort gearbeitet?

Kinderreporterin Rieke: Ich bin im Grunde genommen mit logo! aufgewachsen. Meine ältere Schwester war tatsächlich auch bei logo! Kinderreporterin und wir haben zuhause auch jeden Abend logo! geguckt. Ich finde, dass logo! Kindern und Jugendlichen die Chance gibt, mitreden zu können, wenn aktuelle Themen aufkommen. logo! informiert auf unterhaltsame Weise, es wird nie langweilig und die Nachrichten sind sehr gut verständlich. Die Abwechslung und die kindgerechte Art der Berichterstattung haben es mir immer sehr symphatisch gemacht, und als ich zehn war und meine Schwester mich gefragt hat, ob ich mich bewerben wollte, habe ich das sofort getan. 

heute.de: Du hast ja viele Promis und Politiker interviewt. Was war für Dich das spannendste Interview und warum?

Rieke: Rückblickend finde ich nicht, dass man exakt ein Interview als das spannendste krönen kann. Es gab Interviews, die besonders interessant waren, wie beispielsweise mit dem Fotografen Sebastião Salgado oder Interviews, die einen Riesenspaß gemacht haben, vor allem mit Schauspielerinnen und Schauspielern. Ein besonders spannender und aufregender Dreh war mein letzter Dreh beim Echo 2018, ich stand am goldenen Teppich, und das Team und ich mussten lautstark vor den Stars auf uns aufmerksam machen, um überhaupt nur beachtet zu werden. Ein für mich persönlich spannender Dreh war natürlich auch der erste. 

heute.de: Welches Gespräch war für Dich am schwierigsten?

Rieke: Schwierig waren für mich am Anfang Gespräche auf Englisch, wobei das immer leichter wurde. Was allerdings kompliziert war, war, als ich Tini Stoessel getroffen habe und wir wenig Zeit hatten. Das Interview hing aber von einer Dolmetscherin ab, weil Tinis Muttersprache Spanisch ist. Ein anderer Faktor war natürlich auch immer das Zeitlimit. Beim Dreh mit Stars der Tribute von Panem hatte ich sieben Minuten Zeit, um alle drei zu interviewen. 

heute.de: Herrn Steinmeier oder Hollywoodgrößen trifft man ja nun nicht jeden Tag - wie reagieren denn Deine Freundinnen?

logo! extra: Unterwegs mit dem Bundespräsidenten
logo! extra: Rieke interviewt den Bundespräsidenten
Quelle: ZDF

Rieke: Als ich noch auf der Grundschule war und die ersten Drehs mit "Hollywoodstars" hatte, wurde ich oft gefragt, ob ich denn nach Autogrammen fragen könnte. Und weil ich das immer abgelehnt habe, wurde von manchen angenommen, dass ich einfach nicht wollte. Als ich aufs Gymnasium kam und wir alle ein wenig reifer wurden, war klar, dass ich in zehn Minuten Interviewzeit keine halbe Autogrammstunde einschieben konnte, und dass es auch nicht das ist, worum es bei Interviews geht. Alle sind aber ganz normal damit umgegangen. Es ist keine Tätigkeit, mit der man sich über andere stellen sollte. Es gab die ein oder die andere Fehlstunde in der Schule, und dann kam ich im Fernsehen, aber weil ich damit nicht geprahlt habe, haben meine Freunde auch nicht außerordentlich reagiert. 

heute.de: Fragen Kinder anders als Erwachsene - wie bereitet ihr euch vor?

Rieke: Die Vorbereitung für die Interviews ist meiner Meinung nach simpler, als man vielleicht denken würde. Man bekommt einen Anruf oder eine Mail, in der besprochen wird, wo, wann und mit wem das Interview stattfindet. Die Tage bis zum Interview habe ich dann genutzt, um ein bisschen über die Person im Internet zu recherchieren (Artikel, Neuigkeiten, Interviews etc.). Die Redakteur*innen hatten meist Auf- und Absager sowie einige Fragen vorbereitet, die dann auf einem Skript standen. Ich habe mir auch Fragen ausgedacht, und so hatten wir feste Auf- und Absager und einen Katalog aus Fragen, die ich - wenn sie auf Englisch waren - öfter noch durchgesprochen habe und dann in entweder festgelegter Reihenfolge oder so, wie sie in den Dialog gepasst haben, gestellt habe. 

heute.de: Was braucht ein guter Reporter Deiner Meinung nach?

Rieke: Ich finde, eine gute Reporterin oder ein guter Reporter sollten eine gewisse Grundneugier mitbringen und spontan sein. Bei mir war es so, dass gute Interviews auf guten Gesprächen basierten. Wer also gut auf zwischenmenschlicher Ebene agieren kann und einen Star auch "nur" als Mitmenschen sieht, wird gut zurecht kommen. 

heute.de: Willst du später auch Journalistin werden?  

Rieke: Ich habe noch keine klare Vorstellung von meiner beruflichen Zukunft, ich glaube, das ist normal in meinem Alter. Aber ich weiß, dass ich an logo! so viel Spaß hatte, dass ich eine lange Zeit lang Journalistin, vor allem im Fernsehen werden wollte. Ich weiß, dass ich durch die Vorerfahrungen bei logo! auch viel gelernt habe, was mir in der Hinsicht weiter hilft. 

Das Interview führte Michaela Schmehl.

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