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"The Evil Within 2" auf der Gamescom - Videospiele: "Nicht jede Art von Horror ist genießbar"

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Der japanische Star-Entwickler und "Resident Evil"-Erfinder Shinji Mikami erklärt im Interview, wieso Videospiele für ein Nischenpublikum genauso ihre Berechtigung haben und welche Formen von Horror ungenießbar sind.

Die Computer- und Videospielmesse Gamescom in Köln ist ab heute für Besucher geöffnet. Hunderttausende Spielefans werden bis zum Samstag erwartet. Das Motto in diesem Jahr lautet: "Einfach zusammen spielen". Die Gamescom gilt als eine der wichtigsten …

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heute.de: Horrorspiele sind seit jeher ein beliebtes Genre. Warum lassen sich Gamer so gerne erschrecken?

Shinji Mikami: Menschen mögen sehr verschiedene Formen von Angst. Manche mögen den Kick einer Achterbahn, andere gehen gerne in Geisterbahnen. Horrorspiele sind da einfach ein weiteres Medium, Menschen das zu geben, wonach sie verlangen. Aber natürlich sind nicht alle Formen von Horror, Schrecken und Furcht genießbar. Wenn Dein Vorgesetzter sauer auf Dich ist, zum Beispiel. So etwas möchte bestimmt niemand erleben, auch nicht in einem Spiel.

heute.de: Der Schlüssel zu einem gruseligen Game scheint die Immersion zu sein - wie sehr der Spieler Teil des Spiels, des Settings und der Geschichte werden kann. Welche Möglichkeiten ergeben sich da durch Virtuelle Realität und VR-Brillen, mit denen man komplett in das Spiel eintauchen kann?

Mikami: Ich persönlich mag VR sehr und denke, dass es sich gut für das Horrorgenre eignet. Die Virtuelle Realität überlistet das Gehirn, indem es eine Illusion erschafft. Du denkst tatsächlich, dass Du Gegenstände vor Dir greifen kannst, auch wenn Du sie nicht fühlst. So kann etwas Erschreckendes noch viel erschreckender werden. Die Angst, die die Menschen spüren, fühlt sich viel echter an, weil das Spiel sie unvermittelt überträgt. Das birgt viel Potenzial für das Horrorgenre.

heute.de: Sie haben auch an ungewöhnlichen, teils bizarren Spielen wie "Killer7" und "Viewtiful Joe" gearbeitet, die aber gleichzeitig einen hohen künstlerischen Anspruch hatten. Sind solche Spiele Beweis dafür, dass Videospiele ein künstlerisches Medium sind?

Mikami: Ich persönlich würde mir wünschen, dass es mehr künstlerisch anspruchsvolle Videospiele gibt. Es wird immer Spiele geben, die einen Massenmarkt finden. Genauso gibt es Nischenmärkte für spezielle Geschmäcker. Beides hat seine Berechtigung. Das ist wie mit Getränken. So ziemlich jeder kann ein Glas Wasser genießen. Aber manche Menschen trinken auch gern Tee, Kaffee, Cocktails oder anderen Alkohol. Es ist die Vielfalt, die den Reiz ausmacht. Bei Videospielen sollte es genauso sein.

heute.de: Was wissen Sie über die deutschen Gamer?
Mikami: Mir wurde gesagt, dass "Resident Evil" in Deutschland sehr beliebt ist. Also habe ich natürlich ein positives Bild von Deutschland, was Videospiele betrifft. Und ich hoffe, dass das gleiche für "The Evil Within 2" gelten wird.

heute.de:  Ihre Horror-Serie "Resident Evil" war extrem einflussreich und hat Videospiele nachhaltig verändert. Welches Vermächtnis wird Ihre neue Serie "The Evil Within" hinterlassen?

Mikami: Survival Horror spricht nicht nur klassische Horrorfans an, sondern begeistert auch Spieler anderer Genres. Für viele war "The Evil Within" der erste Zugang zu Horror-Spielen und ich denke das ist auch mein Verdienst. "The Evil Within 2" wird ein Vorreiter einer neuen Generation von Survival-Horror-Spielen sein.

Die Fragen stellte Andreas Garbe.

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