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"Mama-Bloggerinnen sind beratungsresistent"

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Kinderfotos im Netz - "Mama-Bloggerinnen sind beratungsresistent"

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Viele Eltern verletzen die Rechte ihrer Kinder, ohne es zu wissen - indem sie Fotos im Netz posten. Eine Kampagne sollte das ändern. Das ist ihr aber nur teilweise gelungen.

Online Kampagne Hashtag "deinkindauchnicht": Das Model Wilson Gonzalez Ochsenknecht ist Babybrei
"So ein Bild von Dir würdest Du nie posten?", fragt die Kampagne mit Wilson Gonzalez Ochsenknecht - und gibt selbst die Antwort: "Dein Kind auch nicht."
Quelle: Delia Baum

Im März hat Bloggerin Toyah Diebel das Projekt #deinkindauchnicht gestartet. Ihr Ziel: Die Persönlichkeitsrechte von Kindern schützen. Der Hashtag wurde tausendfach geteilt. Im Interview mit heute.de zieht Toyah Diebel ein erstes Fazit, das nicht nur positiv ausfällt.

heute.de: Frau Diebel, warum haben Sie die Kampagne ins Leben gerufen?

Toyah Diebel: Eltern stellen das eigene Bedürfnis nach Anerkennung in Form von Likes über die Persönlichkeitsrechte und Privatsphäre ihrer Kinder. Ein Unding in meinen Augen.

heute.de: Hand aufs Herz: Haben Sie denn noch nie Fotos von Kindern gepostet?

Diebel: Ich habe früher bestimmt schon mal lustige Videos geteilt. Das würde ich mit meinem Wissen von heute aber logischerweise nicht mehr tun. Möchten Sie selbst das Baby sein, dem eine Käsescheibe ins Gesicht geworfen wird? Ich nicht.

Online Kampagne Hashtag "deinkindauchnicht": Das Model Wilson Gonzalez Ochsenknecht sitzt auf einem Töpfchen
Wie man auf dem Töpfchen sitzt, ist Privatsache, findet #deinkindauchnicht.
Quelle: Delia Baum

heute.de: Was sagen Sie zu Influencern, die Fotos ihrer Kinder posten?

Diebel: Dass sie nicht vergessen sollten, dass Kinder weder Accessoires noch Eigentum sind.

heute.de: Wie lautet ihr Fazit nach den ersten neun Monaten der Kampagne?

Diebel: Ich freue mich über das enorm gestiegene Medieninteresse und die daraus entstandene Diskussion. Ich merke aber auch, dass vor allem die betroffenen Mama-Bloggerinnen absolut beratungsresistent sind.

heute.de: Gab es auch Kritik für die Kampagne?

Diebel: Nur von Eltern, die ihre Kinder posten. Lustig, oder?

Online Kampagne Hashtag "deinkindauchnicht": Das Fotomodel schläft
Ein weiteres Motiv der Kampagne: eine sabbernde Schläferin.
Quelle: Delia Baum

heute.de: Wie geht es jetzt weiter?

Diebel: Ich mache ja noch mehr als Kinder vor Mama-Bloggerinnen zu beschützen. Aber solange die Inszenierung und Vermarktung von Kindern im Netz nicht reglementiert wird, mache ich genau damit weiter.

Das Interview führte Katharina Meyer.

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