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#Unteilbar-Demo in Dresden - "Keine aus Berlin importierte Idee"

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In Dresden findet eine Demo gegen gesellschaftliche Spaltung statt. Im heute.de-Interview verteidigt Sprecherin Rudaba Badakhshi das Engagement des Berliner Bündnisses in Sachsen.

Demonstranten halten Plakate mit der Aufschrift "Unteilbar" bei der Demonstration gegen rechts in Berlin.
In Berlin fand im Oktober 2018 die erste #Unteilbar-Demo statt.
Quelle: reuters

heute.de: In einem Aufruf zur heutigen Demonstration des bundesweiten #Unteilbar-Bündnisses in Dresden heißt es: "Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden." An wen richtet sich diese Botschaft vor allem?

Rudaba Badakhshi: Sie richtet sich vor allem an jene, auf die Populisten mit ihrem nationalistischen, völkischen Gedankengut den Fokus richten und versuchen, soziale Fragen in unserem Staat mit globalen Entwicklungen wie Flucht und Migration in einen Topf zu werfen, um bestimmte Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzubringen und die Spaltung in der Gesellschaft zu erreichen. Deshalb bieten wir unter anderem zusammen mit der Konzert- und Markplatztour #WannWennNichtJetzt in ganz Sachsen, aber auch in Brandenburg und Thüringen eine Reihe von Dialogformaten, in denen Fragen und Sorgen auf Augenhöhe miteinander besprochen werden können.

heute.de: Bei welchen Themen erwarten Sie vor allem Diskussionen?

Badakhshi: Ich denke da zum Beispiel an die Themen Verarmung und Ungleichheit. Viele Menschen fragen sich doch: Warum geht es mir schlechter als anderen? Werde ich systematisch ungerecht behandelt? Werden stattdessen andere Menschengruppen prinzipiell bevorzugt? Einfachen Parolen beispielsweise der AfD setzen wir etwas entgegen. Wir wollen zeigen, dass die Ursachen für Ungleichheit vielfältig sind und dass wir grundsätzlich über die Ausgestaltung des Sozialstaats und des Kapitalismus diskutieren müssen.

heute.de: Das #Unteilbar-Bündnis ist bundesweit vor allem bekannt geworden durch eine Großdemonstration in Berlin am 13. Oktober 2018. Warum hat das Bündnis nun Dresden für eine Demonstration gewählt und wie fühlen Sie sich von lokalen und regionalen Gruppen unterstützt?

Badakhshi: Es ist eine bundesweite Demonstration und hätte genauso gut in Brandenburg oder Thüringen stattfinden können, wo nun ja auch Landtagswahlen anstehen. Wir haben uns aber bewusst für die sächsische Hauptstadt entschieden, weil die Entwicklung nach rechts in Dresden in der jüngeren Vergangenheit am stärksten sichtbar geworden ist und wir gesagt haben, dass es der richtige Ort ist, um das Engagement der vielen lokalen und regionalen zivilgesellschaftlich engagierten Gruppen noch sichtbarer zu machen.

heute.de: Es ist also keine Demonstration von Berlinern in Dresden?

Badakhshi: Nein, die Unterstützung aus der Region ist sehr stark. Das ist keine aus Berlin oder Hamburg oder München importierte Idee. Wir sind ein sehr offenes und bundesweit aktives Bündnis, der Gedankenaustausch ist rege. Die Gruppen aus Dresden, Leipzig, Chemnitz, Görlitz, Freiberg oder Bautzen sind sehr aktiv und breit aufgestellt: von kirchlichen Gruppen über engagierte Vereine bis hin zu Gewerkschaften.

#unteilbar-demonstration leipzig
Im Juli fand eine #Unteilbar-Demo in Leipzig statt.
Quelle: dpa

heute.de: Im Vorfeld der #Unteilbar-Demonstration hat es vereinzelt Konfrontationen zwischen Unterstützern und Kritikern gegeben. Welche Atmosphäre erwarten Sie am heutigen Sonnabend in der Stadt?

Badakhshi: Grundsätzlich bin ich sehr optimistisch, dass wir große Unterstützung von Menschen aus ganz Deutschland, aber vor allem auch von den Dresdnerinnen und Dresdnern bekommen. Die Einzelfälle, wo Kolleginnen beim Verteilen von Info-Flyern angegriffen worden sind, sind allerding erschütternd. Deshalb sind wir ja auch in Dresden, um rechtspopulistischen Gruppen wie Pegida etwas entgegenzusetzen. Aber wir sind mehr und werden das auch zeigen. In Dresden und andernorts in Sachsen gibt es eine sehr große, vielfältige Szene von engagierten Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen, die uns unterstützen und mit denen wir gemeinsam demonstrieren werden.

heute.de: Welches von Dresden ausgehende Signal erhoffen Sie sich?

Badakhshi: Das ist kein "Einmal alle auf die Straße und dann ganz schnell wieder weg". Es geht vielmehr um gelebte Solidarität und ein starkes Zeichen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Dass wir gemeinsam die großen sozialen Fragen dieser Zeit klären und uns gemeinsam gegen Verarmung, Entrechtung und Diskriminierung einsetzen. Die Arbeit in den vielen verschiedenen Bündnisgruppen wird weitergehen und jeder kann sich einbringen.

Das Interview führte Marcel Burkhardt.

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