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Daphne Caruana Galizia - Malta: Investigativ-Journalistin bei Anschlag getötet

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Die Recherchen der Journalistin Daphne Caruana Galizia waren unangenehm für die Mächtigen Maltas. Sie half, die "Panama Papers" aufzudecken und stellte Verbindungen zu Maltas Ministerpräsidenten Joseph Muscat her. Nun ist Galizia von einer Autobombe getötet worden. Ein Anschlag auch auf die Pressefreiheit.

In Malta ist die bekannteste Investigativ-Journalistin des Landes, Daphne Caruana Galizia, durch eine Autobombe ums Leben gekommen. In ihren Artikeln hatte sie wiederholt Korruption auf der Mittelmeerinsel angeprangert.

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In Malta ist eine Journalistin mit einer Autobombe getötet worden. Der Sprengsatz sei explodiert, als Daphne Caruana Galizia am Montagnachmittag ihr Haus nahe der Hauptstadt Valletta verlassen habe, sagte Ministerpräsident Joseph Muscat am Montag (Ortszeit). Die 53-Jährige sei Opfer einer barbarischen Attacke geworden, die auch ein Angriff auf die Meinungsfreiheit sei. Durch die starke Explosion sei das Auto in ein Feld neben der Straße geschleudert worden, sagte Muscat.

Europa geformt, erschüttert und aufgewühlt

Berichten lokaler Medien zufolge hatte Galizia in jüngster Zeit wegen Todesdrohungen Anzeige erstattet. Das US-Magazin "Politico" schrieb, Galizia habe mit ihren Reportagen Europa geformt, erschüttert und aufgewühlt. Galizia war in die Recherche der sogenannten "Panama Papers" involviert, die Korruption in mehreren Ländern offenlegten. In ihrem Bericht hatte die Journalistin geschrieben, dass die Ehefrau Muscats und Maltas Energieminister Offshore-Konten besaßen, um Gelder aus Aserbaidschan zu erhalten. Muscat und seine Frau bestritten, dass sie Firmen in Panama besäßen. Er werde für die Ermittlungen Hilfe der US-Regierung und des FBI anfordern, so Muscat.

Die Journalistin veröffentlichte zudem regelmäßig Kolumnen für die Zeitung "The Malta Independent" und führte einen Blog mit dem Namen "Running Commentary". Nur rund eine halbe Stunde vor ihrem Tod veröffentlichte sie dort einen Artikel über eine Verleumdungsklage des Stabschefs des Ministerpräsidenten gegen einen Oppositionspolitiker. Auch Galizia selbst wurde bereits wegen Verleumdung geklagt. Der maltesische Oppositionschef Adrian Delia hatte sie verklagt, nachdem die Journalistin ihm in einem Artikel Verbindungen zu Prostitution in London vorgeworfen hatte.

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