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Tal Afar - Irak will nächste IS-Hochburg zurückerobern

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Der Druck auf die Terrormiliz Islamischer Staat wächst. Nun hat die irakische Armee ihre nächste Offensive gegen eine IS-Hochburg gestartet. Und die hat strategische Bedeutung: Denn sollte Tal Afar zurückerobert werden, hätte der IS keine Hochburg mehr in der Umgebung der Großstadt Mossul. 

Im Norden Iraks ist eine der letzten von der Terrororganisation IS gehaltenen Regionen unter Dauerbeschuss der irakischen Armee. ZDF-Korrespondent Uli Gack berichtet, Iraks Armee will „das letzte Aufgebot des IS im Irak“ bei Tal Afar vernichten.

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Die IS-Kämpfer hätten nun "keine andere Wahl, als sich zu ergeben oder getötet zu werden", sagte der irakische Regierungschef Haider al-Abadi. Al-Abadi wandte sich in einer Fernsehansprache in einer schwarzen Militäruniform an die Iraker und gab sich siegesgewiss. "Wir haben alle unsere Schlachten gewonnen, und die (Kämpfer des) IS haben immer verloren", sagte der Ministerpräsident. Der irakischen Armee versicherte er, "die ganze Welt ist mit uns".

Iran unterstützt Offensive

An der Offensive im Norden des Landes beteiligen sich außer der irakischen Armee und Polizei auch die Anti-Terror-Einheiten Haschd al-Tschaabi. Den paramilitärischen Verbund dominieren von Iran unterstützte schiitische Milizen. Unterstützt werden die Truppen durch Luftangriffe der internationalen Anti-IS-Koalition unter Führung der US-Armee. "Der Sieg naht", erklärte der Sprecher der Haschd al-Tschaabi zu der Offensive in Tal Afar. Die Stadt sei "mehrere Jahre lang durch die Beutezüge der Barbaren in Geiselhaft genommen und erniedrigt" worden.

Tal Afar ist die letzte IS-Hochburg in der Umgebung der Großstadt Mossul, welche die Armee Anfang Juli nach monatelangen Kämpfen zurückerobert hatte. Die Kämpfer der Haschd al-Tschaabi hatten Tal Afar in den vergangenen Monaten von mehreren Seiten eingekreist und sie sowohl von Mossul als auch vom Nachbarland Syrien abgeschnitten.

In unmittelbarer Vorbereitung auf die Offensive hatte die irakische Luftwaffe diese Woche Kommandozentren, Waffenlager und Truppenansammlungen der IS-Miliz in der nordirakischen Stadt bombardiert. Dort werden noch etwa tausend IS-Kämpfer vermutet.

Auch libanesische Armee rückt vor

Tal Afar liegt rund 70 Kilometer westlich von Mossul in der Provinz Ninive. In der ansonsten weitgehend sunnitischen Region ist die Stadt eine schiitische Enklave, die vornehmlich von Mitgliedern der turkmenischen Minderheit bewohnt wird. Seit Juni 2014 wird Tal Afar vom IS beherrscht. Vor ihrer Eroberung durch die Dschihadisten hatten in der Stadt 200.000 Menschen gelebt. Wie viele Zivilisten sich jetzt noch dort aufhalten, ist unklar. Die zumeist geflohenen örtlichen Behördenvertreter gehen davon aus, dass der IS die Menschen in Tal Afar als Schutzschilde missbraucht.

Neben Tal Afar kontrollieren die IS-Kämpfer noch die Stadt Hawija in der Provinz Kirkuk sowie Teile der Provinz Anbar. In Syrien haben die Dschihadisten schon etwa die Hälfte ihrer Hochburg Rakka verloren.

Am Samstag startete die libanesische Armee eine Offensive gegen IS-Kämpfer im an Syrien grenzenden Osten des Landes, wo sich etwa 600 Dschihadisten in den grenznahen Bergregionen verschanzen. Die Offensive geschehe im "Namen des Libanon, im Namen der entführten libanesischen Soldaten, im Namen der Märtyrer der Armee", erklärte der libanesische Armeechef Josph Aoun. Ein Armeesprecher sagte, es handele sich um "eine der schwierigsten Schlachten der libanesischen Armee".

Experten warnen vor mehr Anschlägen

Experten warnen, dass der IS wegen seiner militärischen Niederlagen zunehmend auf Anschläge in westlichen Ländern setzen könnte. Zuletzt hatte sich der IS zu den Anschlägen in Spanien mit insgesamt 14 Toten und mehr als 120 Verletzten bekannt.

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