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Iran greift US-Truppen im Irak an

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Raketen auf Militärstützpunkte - Iran greift US-Truppen im Irak an

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Der Iran macht ernst: Zwei US-Militärstützpunkte im Irak sind mit Raketen aus Teheran angegriffen worden. US-Präsident Trump meinte dazu: "Alles ist gut."

Der Iran hat auf die Tötung von General Soleimani reagiert – mit einem Raketenangriff auf US-Stützpunkte im benachbarten Irak. Dort waren auch deutsche Soldaten stationiert.

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Ein iranischer Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak schürt die Angst vor einer weiteren Eskalation und einem möglichen neuen Krieg im Nahen Osten. Die vom US-Verteidigungsministerium bestätigten Attacken auf die amerikanisch genutzten Militärstützpunkte Ain al-Assad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil in der Nacht auf diesen Mittwoch gelten als Revanche für die Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftschlag.

Trump will sich äußern

In einer ersten Einschätzung sprach ein US-Regierungsvertreter von einem relativ glimpflichen Ausgang der Attacken. US-Präsident Donald Trump kündigte an, sich am Mittwochmorgen (Ortszeit USA) äußern zu wollen. "Alles ist gut!", schrieb er auf Twitter. Derzeit würden mögliche Opfer und Schäden bewertet. "So weit so gut!", fügte Trump hinzu. "Wir haben das stärkste und am besten ausgestattete Militär überall auf der Welt, bei weitem!".

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Zuvor waren im Weißen Haus die wichtigsten Minister von Trump zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Trump hatte Teheran am Dienstag - vor den Attacken - für den Fall eines Angriffs mit "sehr starken" Konsequenzen gedroht. Regierungskreisen zufolge gibt es noch keine Informationen darüber, ob es bei den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak Tote oder Verletzte gegeben hat. Man arbeite weiterhin an der Sondierung der Lage, sagte ein Regierungsvertreter.

Die Nachrichtenagentur Reuters hingegen schreibt, dass nach einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens bei dem Angriff auf US-Ziele im Irak 80 Menschen ums Leben gekommen seien. Das Fernsehen spricht von getöteten "amerikanischen Terroristen". Außerdem seien Hubschrauber und militärische Ausrüstung des US-Militärs schwer beschädigt worden. Insgesamt seien 15 iranische Raketen auf US-Ziele abgeschossen worden. Keine davon sei abgefangen worden. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

Karte Irak
Ziel der iranischen Raketenangriffe: Der vom US-Militär genutzte Stützpunkt Ain al-Assad sowie eine Basis in Erbil in der halbautonomen kurdischen Region im Norden Iraks.
Quelle: ZDF

Iran: Kein Krieg aber Verteidigung

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sprach auf Twitter von einem "Akt der Selbstverteidigung". "Wir streben nicht nach einer Eskalation oder Krieg, aber wir werden uns gegen jede Aggression verteidigen". Der Iran habe "verhältnismäßige Maßnahmen zur Selbstverteidigung ergriffen und abgeschlossen". Sarif bezog sich dabei auf Artikel 51 der UN-Charta. Dieser beschreibt das Recht auf Selbstverteidigung im Falle eines bewaffneten Angriffs auf ein Mitgliedsland der Vereinten Nationen.

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Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, bei der "Operation Märtyrer Soleimani" sei der mit 35 Raketen attackierte Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad "vollständig zerstört" worden. Der Angriff mit ballistischen Boden-Boden-Raketen auf die "von den Amerikanern besetzte" Basis sei "in jeder Hinsicht ein voller Erfolg". Zwar hatten örtliche schiitische Milizen, die vom Iran unterstützt werden, die US-Stützpunkte im Irak zuletzt häufiger mit technisch einfacheren Raketen angegriffen. Ein direkter Angriff aus dem Iran markiert jedoch eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Jetzt braucht es Deeskalation -
Es hätte schlimmer sein können
 

Die Angriffe des Iran mögen schlimm erscheinen, sie hätten viel schlimmer sein können. Und auch die verhaltene Reaktion Trumps lässt hoffen. Ein Kommentar.

von Elmar Theveßen, Washington
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Drohungen aus Teheran

Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA untersagte US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens "wegen erhöhter militärischer Aktivitäten". Die Revolutionsgarden warnten direkt nach den Attacken den "großen Satan" USA vor Gegenangriffen. Jede US-Reaktion werde mit einer härteren Reaktion erwidert, teilte die Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte in einer Presseerklärung mit. Außerdem sollten die Verbündeten der USA wissen, dass auch ihre den Amerikanern zur Verfügung gestellten Stützpunkte Ziel iranischer Angriffe werden könnten, falls von dort aus Angriffe auf den Iran erfolgen sollten, hieß es in der Erklärung weiter. Die USA sollten ihre Truppen abziehen, damit deren Leben nicht gefährdet werde.

Den in Erbil stationierten deutschen Bundeswehr-Kräften ist einem Sprecher zufolge dabei nichts passiert. "Wir stehen in Kontakt mit den Soldaten. Den Soldaten geht es gut", sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam. Zu den weiteren Folgen der iranischen Raketenangriffe konnte der Bundeswehrsprecher keine Angaben machen. "Uns geht es zunächst um die Sicherheit der Soldaten", sagte er. Im Zentral-Irak sind nach dem jüngsten Abzug keine deutschen Soldaten mehr stationiert.In dem nordirakischen Kurdengebiet sind noch mehr als 100 deutsche Soldaten im Einsatz. Sie haben ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

Die Bundeswehr ist im Irak als Teil der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Insgesamt sind etwa 400 Soldaten im Einsatz, die meisten davon auf der jordanischen Luftwaffenbasis Al-Asrak. Von dort wird auch das deutsche Kontingent geführt.

US-Politiker alarmiert

In den USA warnte die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, unterdessen vor einer kriegerischen Eskalation: "Amerika und die Welt können sich keinen Krieg leisten", schrieb sie. Der einflussreiche US-Senator und Trump-Verbündete Lindsey Graham sprach derweil von einem "kriegerischen Akt" des Iran.

Im Irak sind rund 5.000 US-Soldaten stationiert, die ein internationales Militärbündnis zum Kampf gegen die Terrormiliz IS anführen. "Wir arbeiten an ersten Einschätzungen der Schäden", erklärte das Pentagon nach den Angriffen. Zu möglichen Opfern machte das US-Militär zunächst keine Angaben. "Diese Stützpunkte sind wegen Hinweisen auf geplante Angriffe des iranischen Regimes auf unsere Truppen und Interessen in der Region in hoher Alarmbereitschaft gewesen", hieß es aus Washington.

Soleimani war in der Nacht zum Freitag von US-Drohnen in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Washington erklärte danach, der Chef der Al-Kuds-Einheiten habe Angriffe auf US-Bürger geplant. Soleimani war der wichtigste Vertreter des iranischen Militärs im Ausland. Er galt als Architekt der iranischen Militärstrategie in den Nachbarländern. Im Iran wird er nun als Märtyrer verehrt.

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