Sie sind hier:

Konflikt mit dem Iran - USA drohen mit Fotos und schicken Truppen

Datum:

Washington erhöht den Druck: Die USA legen Fotos vor, die als Beweise gegen den Iran dienen sollen. Außerdem werden 1.000 weitere Soldaten in den Nahen Osten geschickt.

Nach Darstellung des US-Verteidigungsministeriums Pentagon zeigt das Foto ein iranisches Boot van der Seite eines Tankers.
Nach Darstellung des US-Verteidigungsministerium zeigt das Foto ein iranisches Boot van der Seite eines Tankers.
Quelle: AP / US-Pentagon

Wegen der Spannungen mit dem Iran wollen die USA 1.000 weitere Soldaten in den Nahen Osten schicken. Grund sei das "feindselige Verhalten" der iranischen Kräfte, teilte das US-Verteidigungsministerium in Washington mit. Kurz zuvor hatte das Pentagon Bilder veröffentlicht, die nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman die Verantwortung des Iran dafür belegen sollen.

Die am Montag vom Pentagon veröffentlichen Fotos zeigen unter anderem die Reste eines Magneten, mit dem eine Mine an einem der Tanker befestigt worden sein soll.

Es soll sich um denselben - nicht explodierten - Sprengsatz handeln, mit dem das US-Verteidigungsministerium bereits vor einigen Tagen die iranischen Revolutionsgarden in Verbindung gebracht hatte. Ein in der vergangenen Woche vom Pentagon veröffentlichtes Video soll angeblich ein Patrouillenboot der Revolutionsgarden dabei zeigen, wie es an einem der Tanker festmacht, um die nicht explodierte Haftmine vom Rumpf zu entfernen.

Die Fotos sollen von einem Hubschrauber der US-Armee aufgenommen worden sein. Dieses zeigt angeblich, wie ein nicht explodierter Haftsprengsatz wieder entfernt werde.
Die Fotos sollen von einem Hubschrauber der US-Armee aufgenommen worden sein. Dieses zeigt angeblich, wie ein nicht explodierter Haftsprengsatz wieder entfernt werde.
Quelle: Reuters / US-Pentagon

Nach Einschätzung des ZDF-Studios in Washington geht es der US-Regierung mit der Veröffentlichung der Fotos vor allem darum, einen internationalen Konsens gegen den Iran herzustellen, das Land zu isolieren und Druck zu erhöhen. Korrespondentin Britta Jäger verwies auf Äußerungen von US-Außenminister Mike Pompeo und US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan; diese hatten in den vergangenen Tagen angekündigt, Verbündete sammeln und angebliche Beweise vorlegen zu wollen.

An anderer Stelle soll der Sprengsatz dagegen Schaden angerichtet haben. Die Fotos wurden angeblich am 13. Juni aufgenommen.
An anderer Stelle soll der Sprengsatz dagegen Schaden angerichtet haben. Die Fotos wurden angeblich am 13. Juni aufgenommen.
Quelle: Reuters / US-Pentagon

Der norwegische Tanker "Front Altair" und die "Kokuka Courageous" aus Japan hatten am Donnerstagmorgen im Golf von Oman Notrufe abgesetzt, nachdem es bei beiden Schiffen an der Wasserlinie Explosionen gegeben hatte. US-Präsident Donald Trump wies Teheran die Verantwortung zu: "Der Iran hat das gemacht", sagte er am Freitag in einem Fernsehinterview.

USA ruft Teheran zur Einhaltung auf

Im weiter schwelenden Streit um das Atomabkommen hatte die US-Regierung den Iran am Montag zunächst zur Einhaltung des von Präsident Donald Trump abgelehnten Atomabkommens aufgefordert. "Wir rufen das iranische Regime weiter auf, keine Nuklearwaffen zu entwickeln und seinen Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft nachzukommen", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Morgan Ortagus.

Der Iran hatte am Montag erklärt, binnen der kommenden zehn Tage werde er den im Atomvertrag vereinbarten Grenzwert für Uranvorräte überschreiten. Außerdem drohte Teheran damit, künftig wieder Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern. Experten zufolge ist ein solcher Wert technisch nicht mehr weit entfernt von waffenfähigem Uran mit 90 Prozent.

"Erpressung" sei keine Überraschung

Diese Ankündigung des Iran bezeichnete die Sprecherin des amerikanischen Außenministeriums als "Erpressung". Zugleich überrasche die Ankündigung aber niemanden. Deshalb habe der Präsident oft gesagt, das Abkommen müsse durch einen besseren Pakt ersetzt werden.

Die US-Regierung trat im vergangenen Jahr einseitig aus dem Abkommen mit dem Iran aus und verhängte Sanktionen gegen das Land. Seither haben die anderen Vertragspartner - die übrigen UN-Vetomächte und Deutschland - den Iran wiederholt aufgefordert, dem Pakt treu zu bleiben.

Archiv: Sicherheitskraft in iranischer Urananreicherungsanlage am 03.02.2007

Streit über Atomabkommen - "USA und Iran haben kein Interesse an Krieg"

Beschränkung der Nuklearpolitik und Ende der Sanktionen: Dem stimmte Teheran 2015 zu. Um das Atomabkommen zu retten, müsse die EU nun etwas anbieten, sagt Politik-Expertin Schaper.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.