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Freitagsgebet - Zusammenstöße in Iran befürchtet

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Kurz vor den Freitagsgebeten in Iran ist die Sorge vor neuen Zusammenstöße groß. Das Regime und seine Gegner haben Aktionen angekündigt.

Die Proteste in Iran sorgen für gemischte Reaktionen.
Besorgte Spannung: Wie viele Menschen werden rund um die Freitagsgebete in Iran auf die Straße gehen? Quelle: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Gut eine Woche nach Beginn der Proteste plant die iranische Führung am Freitag in Teheran mehrere Demonstrationen gegen die Regimekritiker; die Kundgebungen sollen nach dem Freitagsgebet am Vormittag mitteleuropäischer Zeit laut Nachrichtenagentur Tasnim in 40 verschiedenen Bezirken der Hauptstadt stattfinden.

Gleichzeitig gibt es nicht verifizierte Ankündigungen in den sozialen Medien, dass Demonstranten schon das Gebet mit regimekritischen Slogans stören wollen. Befürchtet wird deshalb, dass Anhänger des Regimes und seine Gegner schon während des Gebets und auch danach aufeinander stoßen könnten. Allerdings fanden die regimekritischen Proteste bislang nicht in der Hauptstadt Teheran statt, sondern in anderen Städten des Landes

Hardliner ist Gebetsführer

Beobachter rechnen nun mit einem großen Polizeieinsatz in der Hauptstadt. Bereits am Donnerstag hatte der iranische Armeechef General Abdulrahim Mussawi den regimekritischen Demonstranten mit einem Eingreifen des Militärs gedroht.

Besonders kritisch könnte die Situation rund um die Imam-Chomeini-Mosalla-Moschee werden. Dort ist der Hardliner Ahmad Chatami der sogenannte Gebetsführer, ein Mitglied des iranischen Expertenrats - das führende Gremium der Kleriker. Chatami gilt als Erzfeind der Reformer um Präsident Hassan Ruhani. Erwartet wird am Freitag eine provokante Rede gegen die Demonstranten.

Zunehmend systemkritische Proteste

Seit gut einer Woche protestieren in Iran Gegner der politischen und religiösen Führung. Hunderte Demonstranten wurden festgenommen, mindestens 19 Menschen sollen bei Zusammenstößen getötet worden sein. Die Proteste hatten sich zunächst gegen die Wirtschafts- und Außenpolitik der Regierung gerichtet, wurden aber zunehmend systemkritisch.

Im Laufe der Woche gingen aber auch zunehmend Regierungsanhänger auf die Straße. Am Mittwoch und Donnerstag wurden in Städten wie Isfahan und Maschhad von mehreren zehntausend Menschen berichtet.

Führung redet von Verschwörung

Im Gegensatz zum politischen und religiösen Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei, hatte Präsident Ruhani am Montag bei einer Krisensitzung im Parlament gesagt, es wäre ein Fehler, die Proteste nur als ausländische Verschwörung einzustufen.

Bei der politisch-religiösen Führung dominiert dagegen die Behauptung einer ausländischen Verschwörung. Nach Chamenei sprach am Donnerstagabend auch der iranische Generalstaatsanwalt von einem amerikanisch-israelischen-saudischen Dreieck, das schon vor vier Jahren im Rahmen einer geheimen Mission die Unruhen im Iran geplant und koordiniert haben soll. Die Mission "Erfolgreiche Annäherung" sei damals von einem CIA-Agenten geleitet worden, sagte Mohammed Dschafar Montaseri der Nachrichtenagentur Mehr.

Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrat

Ebenfalls am heutige Freitag will sich der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit der angespannten Lage in Iran beschäftigen. Das Treffen wurde von den USA gefordert und soll um 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnen, teilten die Vereinten Nationen in New York mit.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verhängte derweil neue Sanktionen gegen fünf iranische Organisationen, denen sie eine Beteiligung am Raketenprogramm des Landes vorwirft. Das teilte das Finanzministerium in Washington mit. Durch die Maßnahme werden mögliche Vermögen der Betroffenen in den USA eingefroren. Amerikanischen Bürgern und Unternehmen ist es künftig verboten, mit ihnen Geschäfte zu machen.

Vor knapp einer Woche haben die regimekritischen Proteste in Iran begonnen. Was in dem Land vorgeht und warum die Menschen auf die Straße gehen.

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