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Uran-Anreicherung hochgefahren - Iran droht mit Verstoß gegen Atomabkommen

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Der Iran erhöht den Druck auf die Europäer: Teheran hat die Uran-Produktion hochgefahren - und verstößt nach eigenen Angaben damit in zehn Tagen gegen das Atomabkommen.

Teheran droht damit, sich in Kürze von zentralen Vorgaben des internationalen Atomabkommens zu verabschieden. Der Sprecher der iranischen Atomenergie-Organisation, Behrus Kamalwandi, sagte am Montag im staatlichen Fernsehen, sein Land habe die Produktion von niedrig angereichertem Uran vervierfacht und jüngst sogar noch weiter hochgefahren.

Künftig könnte das Uran auf mehr als die 3,67 Prozent angereichert werden, die im Atomabkommen vereinbart wurden. Der Iran brauche Uran, das zu 20 Prozent angereichert sei, sagte Kamalwandi weiter. Ein solcher Wert ist nur noch einen technischen Schritt entfernt von waffenfähigem Uran mit 90 Prozent.

Grenze wird in zehn Tagen überschritten

Die im Atomabkommen erlaubte Bestandsobergrenze von 300 Kilogramm wird laut Kamalwandi in zehn Tagen überschritten. Noch reiche die Zeit, um das zu verhindern. Dazu aber müssten die Europäer handeln. Allerdings hätten diese indirekt angedeutet, dass sie dazu nicht in der Lage seien.

Kamalwandi erinnerte daran, dass der Iran den Europäern Anfang Mai eine zweimonatige Frist setzte, ihre Zusagen umzusetzen, den Öl- und Bankensektor des Iran vor US-Sanktionen zu schützen. "Sie sollten nicht denken, dass sie nach 60 Tagen eine weitere 60-Tage-Gelegenheit bekommen."

Trump stieg einseitig aus Abkommen aus

Die Weltgemeinschaft will verhindern, dass der Iran waffenfähiges Uran herstellt. Die Führung in Teheran hatte stets beteuert, sie verfolge ihr Atomprogramm nur für zivile Zwecke.

Die USA waren unter Präsident Donald Trump vor mehr als einem Jahr einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen, das die Regierung seines Vorgängers Barack Obama gemeinsam mit den übrigen UN-Vetomächten und Deutschland mit dem Iran ausgehandelt hatte. Zudem verhängten die USA neue Sanktionen gegen Teheran. Die europäischen Vertragsstaaten, darunter Deutschland, bemühen sich, das 2015 nach jahrelangen Verhandlungen geschlossene Atomabkommen zu bewahren.

Angriffe auf Tanker sorgen für Spannungen

Anfang Mai kündigte der Iran als Reaktion auf den US-Ausstieg an, Teile des Atomabkommens auszusetzen. Als ersten Schritt werde Teheran nicht mehr wie im Abkommen vorgesehen überschüssiges Uran und sogenanntes schweres Wasser aus seinem Atomprogramm exportieren, sagte Präsident Hassan Ruhani damals in einer Fernsehansprache. Gleichzeitig kündigte er an, Uran wieder höher anzureichern, wenn es binnen 60 Tagen - bis zum 7. Juli - kein neu geregeltes Abkommen gebe.

Seitdem sind erst 40 Tage vergangen. Doch seit der vergangenen Woche waren die Spannungen zwischen Iran und den USA dramatisch gestiegen. Washington, Großbritannien und Saudi-Arabien machen Teheran für mutmaßliche Angriffe auf Öltanker im Golf von Oman verantwortlich. Der Iran dementiert eine Verwicklung.

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