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Drohungen aus Washington - Iran reagiert mit Spott auf Trump

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Nicht Iran, sondern Trump selbst sei eine Gefahr für die USA, erwidert Teheran auf die jüngsten Trump-Tweets. Trumps Rolle bestehe darin, weltweit den Halbstarken zu spielen.

Iranische Frau geht an einem Anti-US- Wandbild in Teheran vorüber am 12.10.2011
Iranische Frau geht an einem anti-amerikanischen Wandbild in Teheran vorüber. Quelle: reuters

Hesamoddin Ashna, der Berater von Präsident Hassan Ruhani, twitterte in der Nacht zum Dienstag über US-Präsident Donald Trump: "Dieser Mann ist die größte Bedrohung für sein eigenes Land sowie für die gesamte internationale Gemeinschaft." Trumps Rolle bestehe in erster Linie darin, Lügen zu verbreiten und weltweit den Halbstarken zu spielen.

Gegenseitige Warnungen

Trump hatte am Montag auf Twitter geschrieben: "An Irans Präsident Ruhani: Bedrohen Sie niemals wieder die USA, oder Sie werden Konsequenzen von der Art zu spüren bekommen, wie sie wenige zuvor in der Geschichte erleiden mussten. Wir sind nicht länger ein Land, das Ihre wahnsinnigen Worte von Gewalt und Tod hinnehmen wird. Seien Sie vorsichtig!"

Der US-Präsident hatte sich damit offensichtlich auf Aussagen Ruhanis bezogen, der Trump mit Blick auf das Öl-Embargo und die Wirtschaftssanktionen davor gewarnt hatte, mit dem Feuer zu spielen. Zudem drohte Ruhani mit einer Schließung der Ölexport-Routen am Persischen Golf, was die gesamte Ausfuhr aus der Region blockieren könnte.

"Sie sehen uns unbeeindruckt"

Neben dem Präsidentenberater hatte auch Außenminister Mohammed Dschawad Sarif mit spöttischer Herablassung auf die Drohgebärden Trumps reagiert. "Sie sehen uns unbeeindruckt", schrieb Sarif am Montagabend auf Twitter - in gleicher Großbuchstaben-Manier wie zuvor der US-Präsident. "Uns gibt es schon seit Jahrtausenden, und wir haben den Niedergang von Imperien gesehen, unser eigenes eingeschlossen, die länger währten als die Existenz mancher Länder." Seine Twitter-Replik schloss Sarif mit derselben Warnung, die Trump an Irans Präsidenten Ruhani gerichtet hatte: "Seien Sie vorsichtig!"

Präsident Ruhani hat sich bisher nicht zu Trumps Tweet geäußert, wollte dies aber in Kürze im Staatsfernsehen tun. In dem jüngsten Konflikt hat Ruhani sowohl die Hardliner als auch Regimekritiker im Iran auf seiner Seite. Die Revolutionsgarden versprachen Ruhani Widerstand gegen Trumps "psychologische Kriegsführung".

Grund des Streits: das aufgekündigte Atomabkommen

Auch Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi, der seit über sieben Jahren unter Hausarrest steht, stellte sich gegen Trump und die USA. "Wir haben zwar ein bitteres Problem (mit dem Regime), aber das ist eine Familienangelegenheit, die Ausländer nichts angeht", sagte Mussawi laut dem Nachrichtenportal Kaleme. Zahlreiche Iraner äußerten sich bei Twitter ähnlich mit dem Hashtag #StopMeddlingInIran (Hör auf, Dich in Iran einzumischen).

Hintergrund des Schlagabtausches ist der einseitige Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran. Die 2015 erzielte Vereinbarung soll die Islamische Republik am Bau von Atombomben hindern. Teheran hatte sich im Gegenzug für wirtschaftliche Lockerungen und mehr Investitionen ausländischer Unternehmen dazu bereit erklärt, sein Atomprogramm aufzugeben und sich Kontrollen zu unterwerfen.

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