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"Iran bittersüß" - Reise durch ein Land der Widersprüche

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Der Iran - ein Land zwischen Sanktionen und Subkultur. In der Doku "Iran bittersüß" zeigt sich die Islamische Republik in vielen, teilweise ganz unbekannten Facetten.

Blick auf die Imam-Moschee in Isfahan
Blick auf die Imam-Moschee in Isfahan
Quelle: ZDF/Jörg-Hendrik Brase

"Wie gefällt es Ihnen im Iran und hier in Mashad?", fragt die junge Dame im schwarzen Tschador und strahlt das fremde Fernsehteam an, das sich neben ihr den Weg zwischen Tausenden Pilgern Richtung Imam-Reza-Schrein bahnt. "Können wir Ihnen helfen? Brauchen Sie Unterkunft? Kommen Sie uns doch mal mit Ihrem Team besuchen, vielleicht zum Abendessen. Und grüßen Sie Deutschland. Wir mögen Deutschland sehr!" Wir tauschen unsere Telefonnummern aus, und dann drängt sie weiter mit ihrer Schwester und der Schwägerin und drei, vier kleinen Kindern, um am Grab Imam Rezas zu beten. So wie 23 Millionen andere Pilger jedes Jahr auch.

Lösen vom bekannten Iran-Bild

Wir sind in der heiligen Stadt Mashad, im Nordosten des Iran. Es ist der Todestag Imam Rezas, des achten Imam der Schiiten, und einer der höchsten schiitischen Feiertage. Es ist die dritte Station unserer Reise durch ein wunderschönes Land voller Überraschungen, Widersprüche und wunderbarer Menschen, die offen und interessiert jeden Fremden willkommen heißen und sich darüber freuen, dass wir über ihr Heimatland berichten wollen. Und vor allem freuen sie sich, dass wir den Iran bereisen, von Nord nach Süd, von West nach Ost, um so viele verschiedene Eindrücke wie möglich zu sammeln, und uns lösen wollen von dem Bild, das die Welt von diesem Land hat.

Wenn es im Nachrichtenalltag um den Iran geht, drehen sich die Meldungen meist um einen Atom-Deal, der von den USA aufgekündigt wurde, um Wirtschaftssanktionen, um gegen die USA und Israel wetternde Mullahs und schwarz verschleierte Frauen, um den Krieg im Jemen und in Syrien. Es sind keine guten Nachrichten, die das Bild des Iran in Deutschland und in der Welt bestimmen. Doch der Iran ist sehr viel mehr, und davon einen Eindruck zu vermitteln, war das Ziel unserer Reise.

Mode, Heavy Metal und Fischerei

In Teheran treffen wir Mahla Zamani, die große alte Dame der iranischen Modewelt, die wieder Farbe ins Leben der Iraner bringen will. Zudem begleiten wir eine Gruppe moderner, junger Leute auf eine Offroad-Tour in die Berge über Nowshar am Kaspischen Meer. Es ist eine kleine Flucht aus dem streng normierten Alltag in der Islamischen Republik Iran, knapp 40 Jahre nach der islamischen Revolution 1979. Die meisten jungen Leute kennen nur diese Islamische Republik, wie Andishe, der Rock-Gitarrist in Mashad, der heiligen Stadt, die gleichzeitig die Hauptstadt des Heavy-Metal-Rock im Iran ist. Wir gehen ebenfalls mit Fischer Abdulrahman auf Fangfahrt in der Straße von Hormuz im Persischen Golf.

Durch den Iran zu reisen heißt in dieser Zeit immer, auch einen politischen Film zu machen. Denn die Sanktionen der USA treffen jeden und sind Thema in jeder Familie, bei jedem Treffen. Die Auswirkungen sind überall spürbar. Doch die Iraner wollen den Anschluss an die Welt nicht verlieren, vor allem die jungen Leute. Sie sind über das Internet vernetzt, kennen sich aus, sind gut gebildet und kritisch gegenüber der Politik und ihrer Regierung. Viele wollen ihr Glück im Ausland suchen. Doch die allermeisten wollen bleiben und helfen, den Iran nach vorne zu bringen. Und so bleibt am Ende das Bild, das Feyzollah Haghighi, der alte Teppichmacher aus Isfahan, zeichnet, als er uns mitnimmt in seinen Granatapfelhain am Rande der Stadt. Er hält die rote Frucht in unsere Kamera. "Die Schale außen ist bitter, wie unsere wirtschaftliche Situation im Moment," sagt Haghighi, "aber innen ist der Granatapfel voller süßer Kerne. Genau so angenehm und süß wie der Iran."

Die komplette Doku jederzeit hier ansehen oder am 27. Dezember um 22.15 Uhr im ZDF

Der Iran: Reichtum und westlicher Lebensstil in Teheran, Armut und traditionelle Strukturen am Persischen Golf. Rockmusik und Koranschulen in der heiligen Stadt Maschhad.

Beitragslänge:
43 min
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