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40. Jahrestag der Revolution - Irans Marschflugkörper-Test alarmiert Israel

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Teheran feiert die Entwicklung eines neuen Marschflugkörpers. Israel zeigt sich alarmiert. Das iranische Volk hat indes ganz andere Sorgen.

Der Iran hat eine neue Mittelstreckenwaffe getestet.

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Der Iran hat eine Woche vor dem 40. Jahrestag seiner islamischen Revolution einen neuen Marschflugkörper getestet. Verteidigungsminister Amir Hatami sagte, der Marschflugkörper mit der Bezeichnung "Howejseh" und einer Reichweite von 1.350 Kilometern sei nach dem erfolgreichen Test am Samstag den Revolutionsgarden übergeben worden. Er sei von Rüstungsexperten im Iran ohne ausländische Hilfe hergestellt worden, sagte der Minister nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim, die von dem Test Bilder veröffentlichte.

Das Interesse der iranischen Bevölkerung an dem Raketentest sei "nicht besonders groß", berichtet ZDF-Korrespondent Jörg Brase aus Teheran. "40 Jahre nach der islamischen Revolution haben die Menschen im Iran andere Sorgen. Die Wirtschaftskrise, verstärkt durch die Sanktionen, ist für sie das sehr viel größere Problem als irgendeine militärische Bedrohung von außen."

Der Iran hat stets betont, dass das Land ungeachtet internationaler Proteste sein Raketenprogramm kontinuierlich verbessern werde. Die Raketen würden jedoch nur im Verteidigungsfall eingesetzt und stellten keine Gefahr für andere Länder dar, betont Teheran. Daher brauche das Land für seine Tests auch keine Erlaubnis des Auslands.

Israel fühlt sich bedroht

Das iranische Raketenprogramm ist jedoch international heftig umstritten. Besonders die Mittelstreckenwaffen gelten als ernsthafte Bedrohung für Irans Erzfeind Israel. Mit einer Reichweite von 2.000 Kilometern könnten sie jeden Teil Israels treffen. Teheran jedoch betrachtet seine Verteidigungsstrategie als legitim, besonders weil das Land sich von den USA, Israel und Saudi-Arabien bedroht fühlt.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag: "Der Iran erklärt offen seine Absicht, den Staat Israel zu zerstören." Er habe "eine klare Botschaft an die Tyrannen von Teheran: Wir wissen, was Ihr tut, und wo Ihr es tut", sagte Netanjahu. Israel werde "weiter mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den Iran vorgehen, um die Sicherheit und Zukunft Israels zu sichern".

Marschflugkörper haben anders als ballistische Raketen einen permanenten eigenen Antrieb und können in jeder Flugphase gelenkt werden. Wegen ihrer viel niedrigeren Flugbahn sind sie vom gegnerischen Radar schwerer zu orten als ballistische Raketen.

Der Iran und Israel tragen ihren Konflikt an verschiedenen Orten aus - als Schattenkrieg in Syrien und an der libanesisch-israelischen Grenze. Dort hat ZDF-Tel-Aviv-Korrespondentin Nicola Albrecht den Ort besucht, an dem kürzlich Hisbollah-Tunnel zerstört wurden:

Archiv: Israelische Soldaten stehen am 19.12.2018 an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon an der Stelle, an der die Armee nach Tunneln gräbt

Hisbollah-Tunnel - Israels Nebenkriegsschauplatz

Israel gegen den Erzfeind Iran: Dieser Machtkampf wird in Syrien ausgetragen - und auch an der Grenze zum Libanon, wo Israel kürzlich Tunnel der Hisbollah zerstört hat. Ein Besuch.

von Nicola Albrecht, Israel
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