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USA und Iran in der Eskalationsspirale

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Chronik - USA und Iran in der Eskalationsspirale

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Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran haben sich seit dem Amtsantritt von Präsident Trump verschlechtert. Nun gibt es Zeichen der Entspannung. Ein Überblick.

Donald Trump, Präsident der USA.
Donald Trump, Präsident der USA.
Quelle: Christian Hartmann/POOL Reuters/dpa

Trump will den Iran isolieren

Im Mai 2017 ruft Trump bei einer Rede im saudi-arabischen Riad mehr als 30 Staats- und Regierungschefs muslimischer Länder dazu auf, den Iran zu "isolieren". Er wirft der Regierung in Teheran vor, "Terroristen" zu finanzieren und auszurüsten. Vor der UN-Vollversammlung legt der US-Präsident im September desselben Jahres gegen die iranische Führung nach. Diese habe ihr Land in einen "verarmten Schurkenstaat" verwandelt. Zugleich droht er, wie schon oft zuvor, mit der Aufkündigung des Atomabkommens.

USA kündigen Atomabkommen auf

Der Drohung lässt Trump am 8. Mai 2018 Taten folgen. Er kündigt den einseitigen Rückzug seines Landes aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 an. Drei Monate später setzt die US-Regierung zuvor abgeschaffte Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft. Im November treten die US-Sanktionen gegen den iranischen Erdöl- und Finanzsektor in Kraft. Im April 2019 setzt Washington die iranische Revolutionsgarde auf die schwarze Liste der "ausländischen Terrororganisationen". Ausnahmegenehmigungen für acht Staaten zum Import iranischen Erdöls fallen im April 2019. Einen Monat später folgten neue Sanktionen gegen Irans Eisen- und Stahlsektor.

Spannungen im Persischen Golf

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt eine Reihe von Angriffen auf Tanker im Persischen Golf. Am 20. Juni schießen die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben eine US-Spionage-Drohne ab. Die USA bereiten daraufhin einen Vergeltungsangriff vor, den Trump nach eigenen Worten aber kurzfristig wieder absagt. Dafür verhängt er Sanktionen gegen Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei.

Hassan Rohani
Hassan Ruhani, Präsident des Iran.
Quelle: ap

Iran verstößt gegen Bestimmungen des Atomabkommens

In Reaktion auf die US-Handlungen verstößt Teheran ab Anfang Juli gegen zentrale Bestimmungen des Atomabkommens. Teheran überschreitet die erlaubte Menge von 300 Kilogramm auf 3,67 Prozent angereichertes Uran. Kurz darauf erhöht der Iran überdies den Anreicherungsgrad auf 4,5 Prozent.

Angebliches Spionagenetzwerk fliegt auf

Mitte Juli zerstört ein US-Kriegsschiff nach Angaben der US-Regierung eine iranische Drohne. Teheran dementiert dies. Wenige Tage später verkündet Teheran die Aufdeckung und Zerschlagung eines angeblichen Spionagenetzwerks des US-Geheimdienstes CIA. Mehrere mutmaßliche Spione werden zum Tode verurteilt.

Diplomatische Überraschung

Im Rahmen des G7-Gipfels in Biarritz am vergangenen Wochenende kommt Bewegung in den Konflikt. Der iranische Außenminister Dschawad Sarif kommt überraschend nach Biarritz und trifft Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Zum Abschluss des Gipfels erklärt sich Trump dann grundsätzlich zu einem Treffen mit dem iranischen Staatschef Hassan Ruhani bereit. Dieser fordert jedoch am Dienstag, dass die USA in dem Konflikt "den ersten Schritt machen" müssten.

Der Iran, das islamische Land im Mittleren Osten, ist seit 40 Jahren abgeschottet. Vor allem junge Menschen wünschen sich eine Öffnung gen Westen und leiden unter dem strengen Mullahregime.

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58 min
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