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Vize-Präsident Salehi - Iran wird Zahl der Uran-Zentrifugen erhöhen

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Der Iran wird die Anzahl seiner Uran-Zentrifugen erhöhen, das teilte Vize-Präsident Ali Akbar Salehi mit. Ein entsprechender Brief sei bereits an die IAEA übergeben worden.

Kaskade von Gaszentrifugen zur Urananreicherung im Iran am 18.08.2006
Archivbild: Kaskade von Gaszentrifugen zur Urananreicherung im Iran am 18.08.2006
Quelle: pr

Der Sprecher der Atombehörde des Landes, Behrouz Kamalvandi, sagte der Nachrichtenagentur ISNA, in dem Brief an die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) kündige das Land an, die Produktionskapazitäten für Uranhexafluorid zu erhöhen, einen Ausgangsstoff für die Herstellung atomarer Brennelemente. Der Iran könne auch die Herstellung von Zentrifugen für die Anreicherung forcieren. Womöglich könne schon Mittwochabend in der Urananreicherungsanlage Natans ein Zentrum zur Produktion von neuen Zentrifugen eröffnet werden.

Der Iran hatte in der Folge des internationalen Atomabkommens von Juli 2015 die Zahl seiner Zentrifugen in Natans und der Urananreicherungsanlage Fordo deutlich reduziert. Zudem sagte er zu, Uran nicht länger auf 20 Prozent anzureichern. Die Anreicherung auf 20 Prozent ist ein wichtiger Schritt zur Produktion von atomwaffenfähigem Uran. Im Gegenzug für die Zugeständnisse des Iran wurden die internationalen Sanktionen aufgehoben.

Neue US-Sanktionen gefährden Atomabkommen

Bereits am Montag hatte Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei die Europäer davor gewarnt zu glauben, dass Teheran sein Atomprogramm weiterhin zurückfahren werde, während das Land neuen Strafmaßnahmen der USA ausgesetzt sei. Einige europäische Staaten wünschten, dass die Iraner die Sanktionen dulden und gleichzeitig die atomaren Aktivitäten aufgeben, sagte der Ayatollah in einer Rede in Teheran. Aber das sei ein "Traum", der niemals wahr werde. "Unsere Feinde können unseren nuklearen Fortschritt niemals aufhalten."

"Die iranische Regierung und das iranische Volk werden niemals zulassen, sowohl unter Sanktionen als auch unter Einschränkungen im atomaren Bereich zu leiden", fügte Chamenei in seiner Rede aus Anlass des 29. Todestages des Gründers der Islamischen Republik Iran, Ayatollah Khomeini hinzu.

US-Präsident Donald Trump hatte am 8. Mai den Ausstieg seines Landes aus dem 2015 mit dem Iran geschlossenen internationalen Atomabkommen und die Wiedereinsetzung der US-Wirtschaftssanktionen gegen Teheran verkündet und ein neues, umfassenderes Abkommen gefordert.

Iran fordert Beibehaltung der wirtschaftlichen Erleichterungen

Chamenei und andere iranische Führungsmitglieder erklärten wiederholt, dass Teheran das Abkommen aufkündigen könne, sollten dem Iran die darin vorgesehenen wirtschaftlichen Erleichterungen nicht länger zugute kommen. Ende Mai hatte das geistliche Oberhaupt von den Europäern konkrete Garantien verlangt, um dem Iran den Verbleib in dem Atomabkommen zu erlauben. Wenn die EU-Vertragspartner nicht rasch reagierten, werde der Iran sein Atomprogramm wieder hochfahren, sagte Chamenei.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien als Mitunterzeichner des Atomabkommens müssten insbesondere die USA für den Bruch des Vertrags im UN-Sicherheitsrat verurteilen, verlangte er. Chamenei, der im Iran in der Politik das letzte Wort hat, forderte von den Europäern zudem Garantien zum Aufkauf iranischen Öls, wenn die USA seine Ölexporte zu blockieren versuchten.

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