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Iraner "rechnen damit, dass etwas passieren wird"

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Reaktion auf Soleimanis Tod - Iraner "rechnen damit, dass etwas passieren wird"

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Viele Iraner - auch moderate - fordern Vergeltung für General Soleimanis Tod. Kritik an der iranischen Führung höre man kaum - auch aus Angst, erklärt ZDF-Korrespondent Brase.

Zur Tötung Soleimanis sagt ZDF-Korrespondent Jörg Brase: Viele Iraner rechneten damit, dass etwas passieren wird. Selbst moderate seien der Meinung, dass ein Vergeltungsschlag gerechtfertigt sei und man die USA nicht einfach davon kommen lassen könne.

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Die meisten Iraner, auch moderate sind der Meinung, dass man die USA mit der Tötung von General Soleimani nicht einfach davonkommen lassen könne, sagt ZDF-Korrespondent Brase im ZDF heute journal. Der General war bei vielen Iranern sehr beliebt. Unumstritten sei er zwar nicht gewesen, aber Kritik an ihm oder der Regierung höre man derzeit kaum. Das könne auch daran liegen, dass regierungskritische Proteste im Iran erst vor kurzem blutig niedergeschlagen wurden.

Trotz der augenscheinlichen anti-amerikanischen Stimmung im Iran glaubt Brase nicht, dass der Iran einen direkten Vergeltungsschlag plant. Der Iran werde versuchen sich zu rächen, "ohne sich dabei die Finger schmutzig zu machen" – wie etwa bei dem Angriff auf saudische Ölanlagen im letzten Jahr, zu dem sich pro-iranischen Huthi-Rebellen bekannten.  

Gehen Raketeneinschläge in Bagdad auf das Konto Irans?

Ob die Raketeneinschläge in Bagdad mit einer solchen Taktik zusammenhängen, lässt sich bislang nicht belegen. Am Samstagnachmittag schlugen auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Balad im Irak, auf dem auch US-Soldaten untergebracht sind, sowie im Stadtzentrum Bagdads mehrere Raketen ein. Sie seien auf der Luftwaffenbasis, auf einem Platz in der hoch gesicherten Grünen Zone in Bagdad sowie dem Stadtteil Al-Dschadirija niedergegangen, so das irakische Militär. Angaben über mögliche Opfer gab es nicht.

Die US-Truppen seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Hubschrauber kreisten über dem Stützpunkt am Himmel. Auf der Basis sind die US-Ausbilder für das irakische Militär untergebracht. Sie liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Bagdad und wurde schon mehrfach Ziel von Angriffen. Im vergangenen Jahr wurde sie etwa mit Mörsergranaten attackiert, im August wurden bei der Explosion eines Waffenlagers in der Nähe zudem zwei Menschen getötet.

Warnung an irakische Soldaten

Kurze Zeit nach den Raketeneinschlägen sorgte eine Warnung der pro-iranischen Hisbollah-Brigaden im Irak für Aufregung: Irakische Truppen und Sicherheitskräfte wurden darin aufgefordert, sich von US-Soldaten auf Stützpunkten im Irak zu entfernen. "Wir fordern die Sicherheitskräfte im Land auf, sich ab Sonntag um 17 Uhr (15 Uhr MEZ) mindestens 1.000 Meter von US-Stützpunkten zu entfernen", teilte die Gruppe am Samstag mit.

Die Hisbollah-Brigaden sind im Irak Teil der Hasched-al-Schaabi-Milizen und gelten als anti-amerikanisch - nicht erst seit der Tötung von General Soleimani durch die USA.

Hochsicherheitszone im Stadtzentrum

In der "Green Zone", im Stadtzentrum Bagdads, wo einige Geschosse einschlugen liegen unter anderem die US-Botschaft sowie irakische Ministerien und das Parlament. Auch dort sind schon mehrfach Raketen eingeschlagen und explodiert. Die Zone war 2003 nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein aus Sicherheitsgründen errichtet worden.

Aus Angst vor Terroranschlägen ist der Zugang stark beschränkt. Die Lage in der Region ist nach der Tötung des ranghohen iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Raketenangriff in Bagdad sehr angespannt. Die iranische Führung hatte nach dem Angriff Vergeltung angekündigt. Ajatollah Ali Chamenei schrieb in einem Beileidsschreiben, die Urheber des Angriffs erwarte "eine schwere Rache".

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