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So sehen Iraner und Iraker in Deutschland den Konflikt

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Angespannte Lage im Nahen Osten - So sehen Iraner und Iraker in Deutschland den Konflikt

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Hierzulande leben viele Menschen mit iranischen und irakischen Wurzeln. Der Konflikt in ihren Heimatländern schürt Ängste und Sorgen - trotz oder gerade wegen der Entfernung.

Der Konflikt zwischen Teheran und Washington bewegt etliche Iraner und Iraker in Deutschland. Das Ehepaar Kizilhan behandelt traumatisierte Menschen aus Nahost. Sie beschreiben, wie die politische Situation die Stimmung verändert.

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"Gestern ist eine Patientin aus dem Iran weinend zusammengebrochen", erzählt Mona Kizilhan. Die Frau habe Kinder im Iran und mache sich sehr große Sorgen. Sie sei verzweifelt, weil sie nicht von Deutschland aus helfen könne.  

Jan Ilhan Kizilhan behandelt zusammen mit seiner Frau Mona traumatisierte Menschen, die aus dem Irak und Iran geflohen sind - darunter auch Jesiden und Kurden. In den letzten Tagen habe sich die Stimmung verändert, erzählen die beiden. Iraner und Iraker in der Klinik rücken in ihrer Trauer zusammen und beten gemeinsam. Zugleich kämpfen sie mit Angst, Sorgen - und vor allem Machtlosigkeit.

Im Nahen Osten brodelt es

Der Ursprung dafür liegt über 3.000 Kilometer entfernt, im Iran und Irak. Denn seit der gezielten Tötung des iranischen Generals Soleimani durch die USA im Irak haben sich die Ereignisse im Konflikt zwischen Washington und Teheran überschlagen - wieder einmal.

Bei Gedenkzeremonien mischten sich Trauer und Wut. Sowohl auf der Straße als auch im Parlament machten die Iraner deutlich, wem sie Rache schwören: dem Erzfeind USA. Am Mittwoch dann der iranische Vergeltungsschlag - in Form von Raketenangriffen auf US-Militärstützpunkte im Irak. Donald Trump reagierte mit neuen Sanktionsdrohungen.

Nach den Vergeltungsanschlägen Irans ist die Stimmung in der Bevölkerung gespalten. Ein Stimmungsbild aus Teheran nach den Raketenangriffen.

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Wie geht es Irakern und Iranern hierzulande?

Zurück nach Deutschland. Farhad Bahmani ist ein gebürtiger Deutscher mit iranischen Eltern. Einen geplanten Besuch bei seiner Familie im Iran hat er jetzt abgesagt - seine Großtante riet ihm dazu. Unter Iranern in Deutschland beobachtet Bahmani eine extrem elektrisierte Stimmung. "In meiner Familie herrscht konsequente Ablehnung des Angriffs der USA - gleichzeitig sind wir gegen das Regime und Soleimani."

In Deutschland leben laut dem aktuellen Migrationsbericht rund 291.000 Menschen aus dem Irak und 237.000 aus dem Iran - oder haben mindestens ein Elternteil aus den beiden Ländern. Es gibt also noch viele Menschen, die wie Farhad betroffen sind - wenn auch nur indirekt.

Doch gerade das macht es für die in Deutschland lebenden Angehörigen besonders schwer: Sie stehen jeden Tag in Kontakt mit ihren Familien, fürchten einen Krieg - aber ihnen sind die Hände gebunden. Der telefonische Kontakt lässt die Sorge nicht weniger werden, sagt Dr. Kizilhan.

heute.de hat versucht, die Stimmung weiterer Menschen abzubilden, die aus dem Iran und Irak kommen und in Deutschland leben. Das Ergebnis ist komplex ebenso wie deren politische Positionen. Iraner, die regimekritisch sind, bewerten die Lage völlig anders als die Unterstützer der Islamischen Republik. Im Irak muss man auch zwischen den Meinungen von Kurden und der Restbevölkerung unterscheiden. Klicken Sie sich hier durch die Interviews.

  • Junger Mann mit iranischen Wurzeln

    ... ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ein Teil seiner Familie lebt in Teheran.

  • Familie Kizilhan

    ... behandelt traumatisierte Iraner und Iraker in Deutschland.

  • Nasyr Birkholz

    ... ist gebürtiger Iraker, der seit 1988 in Deutschland lebt.

  • Nina Hassan

    ... ist Kurdin, im Irak aufgewachsen und studiert in Deutschland.

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