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Irans Außenminister im Visier - Sarif kommt auf US-Sanktionsliste

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Der iranische Außenminister Sarif gilt als moderate Stimme in Teheran. Die Trump-Regierung hingegen hat kein gutes Wort für ihn übrig - und nimmt den Diplomaten nun ins Visier.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Archivbild
Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Archivbild
Quelle: Ameer Al Mohammedaw/dpa

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verhängt Sanktionen gegen den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Zur Begründung hieß es: Sarif sei das internationale Gesicht des Regimes. Er führe "die Propaganda und die Desinformationskampagnen zur Unterstützung von Teherans Nuklearprogramm" an.

Nach ZDF-Informationen wird Sarif weiterhin zur UN-Generalversammlung in die USA einreisen können, weil er diplomatische Immunität genießt.

Die neuen Sanktionen gegen den als moderat geltenden Außenminister dürfte die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter verschärfen. Erst im Juni hatten die USA Sanktionen gegen Irans obersten Anführer, Ajatollah Ali Chamenei, und gegen mehrere hochrangige Angehörige der Revolutionsgarden verhängt. Die Regierung hatte zugleich angekündigt, auch Sarif auf die Sanktionsliste setzen zu wollen.

Einer der Architekten des Atomdeals

Sarif selbst bezeichnete die Sanktionen gegen ihn als "wirkungslos". Er und seine Familie hätten keinerlei Besitz außerhalb des Irans, erklärte der Minister auf Twitter. "Danke, dass sie mich als so eine große Bedrohung ihrer Agenda wahrnehmen", schrieb er in offensichtlich sarkastischem Tonfall.

Sarif gilt als einer der Architekten des Atomdeals. Der in Teheran geborene Diplomat hatte beste Voraussetzungen für einen Durchbruch bei den Verhandlungen: Der 59-Jährige hat in San Francisco studiert, besitzt einen Doktortitel in Politologie von der Universität Denver und spricht perfekt Englisch. Außerdem war er von 2002 bis 2007 Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York, wo er schon damals mehrere inoffizielle Treffen mit US-Politikern hatte. Im Zuge der Verhandlungen für das Abkommen entwickelten Sarif und sein damaliger US-Kollege John Kerry eine gut funktionierende Arbeitsbeziehung, was angesichts der jahrzehntelangen Feindschaft zwischen den beiden Ländern bemerkenswert war. Der Demokrat Kerry nannte Sarif einen "Patrioten".

Die USA waren im Mai 2018 einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen. Mit harten Sanktionen gegen den iranischen Öl- und Bankensektor wollen sie die Führung in Teheran seitdem dazu zwingen, einem neuen Atomabkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen. Der Ölsektor ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Das Atomabkommen soll die Islamische Republik davon abhalten, Nuklearwaffen zu entwickeln.

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