Sie sind hier:

Iran - Schmutziges Spiel in Syrien

Datum:

Seit Jahren stützt Iran das Assad-Regime in Syrien, das einen verheerenden Krieg gegen sein eigenes Volk führt. Teheran verfolgt dabei strategische und ökonomische Ziele.

Iranische Offiziere an syrischer Front bei Aleppo
Iranische Offiziere an syrischer Front bei Aleppo (Archivbild) Quelle: ap

Syrien ist der letzte und wichtigste arabische Verbündete Teherans in der Region. Iran leistet intensiv Bruderhilfe für das Assad-Regime - Waffen, Ausrüstung, Überwachungstechnologie und Milizen. Iran unterhält eigene Militärbasen in Damaskus und Aleppo, wie geflohene Mitglieder der Revolutionsgarden berichten. Syrien ist für Irans strategische Interessen von großer Bedeutung, da es sein Drehkreuz zur schiitischen Hisbollah im Libanon bildet. Daher tut Teheran alles, um das Assad Regime zu stützen.

Würde das Regime in Damaskus stürzen, bricht die strategisch wichtige "schiitische Achse". Sie reicht vom schiitischen Iran, dem mehrheitlich schiitischen Irak über das schiitisch-alawitisch regierte Syrien bis zur schiitischen Hisbollah im Libanon. Teheran will so seine Nachschublinie zur Hisbollah im Libanon und seinen Zugang zum Mittelmeer sichern. Damit könnte der Gottesstaat seine Einflusssphäre ausdehnen und seinem Traum von einer Regionalmacht näherkommen. Dies auch als Gegengewicht zum sunnitisch-wahabitischen Erzfeind Saudi-Arabien.

Iran sieht sich als Schutzmacht der Schiiten

Denn auf dem Schlachtfeld in Syrien tobt auch ein Religionskrieg zwischen der herrschenden Minderheit der Alawiten um Baschar al-Assad, die Teil der schiitischen Glaubensrichtung sind, und der von ihnen beherrschten sunnitischen Mehrheit. Iran sieht sich als Schutzmacht der Schiiten und unterstützt Diktator Assad. Saudi-Arabien wiederum sieht sich als Schutzmacht der Sunniten und unterstützt unterschiedliche islamistische Gruppen und Kämpfer in Syrien, die das Regime Assads stürzen wollen. Die Saudis erhoffen sich davon eine Schwächung ihres Erzfeindes Iran.

Aber für Iran steht noch mehr auf dem Spiel: Syrien bietet Iran eine Quasi-Außengrenze zum Erzfeind Israel. Teheran hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass es das Existenzrecht Israels bestreitet und auch die Leugnung des Holocaust gehört zur Rhetorik der Hardliner in Teheran. Israel befürchtet, Iran und die Hisbollah-Milizen könnten sich an den Golan-Höhen im Südwesten Syriens festsetzen und Israel mit Präzisionswaffen angreifen.

Karte: Syrien - Damaskus
Syrien bietet Iran eine Quasi-Außengrenze zum Erzfeind Israel. Quelle: ZDF

Einen Vorgeschmack dazu lieferte die von Teheran gesteuerte Drohne über israelischem Gebiet, die wohl strategische Ziele ausspähen sollte. Ein kleines Scharmützel mit fataler Wirkung. Israel schoss das Fluggerät ab und flog mit F-16 Kampfflugzeugen massive Vergeltungsangriffe gegen in Syrien liegende iranische Stellungen. Dabei wurde zum ersten Mal seit 1982 wieder ein israelischer Bomber abgeschossen. Das "Pulverfass Nahost" könnte sich jederzeit in einen heißen Krieg verwandeln.

Iran profitiert von einem Machtverbleib des Assad-Regimes

Doch Iran hat neben militärischen auch handfeste ökonomische Interessen in Syrien - im Energie- und Mobilfunksektor. Eine iranische Firma hat sich den Auftrag für den Wiederaufbau von Kraftwerken und der Energieinfrastruktur in fünf syrischen Städten gesichert. Iran will so das heimische Stromnetz über den Irak mit dem syrischen koppeln und damit das größte zusammenhängende Stromnetz in der islamischen Welt kontrollieren.

Doch damit nicht genug - Iran hat sich auch den Aufbau der Infrastruktur im Telekommunikationsbereich gesichert. Die Firma, die daran beteiligt ist, gehört wie so viele den Revolutionsgarden. Sie könnten dadurch das syrische Telekommunikationsnetz überwachen. So profitiert Iran also von einem Machtverbleib des Assad-Regimes, das seinerseits fester denn je im Sattel sitzt und sein Volk weiter mit Fassbomben und Angriffen mit russischer Luftunterstützung ausbombt. Hunderttausende Tote und Millionen Vertriebene sind für das iranische Regime ein Kollateralschaden in einem schmutzigen Spiel um Einfluss und Profit.

Die Fronten im Syrien-Krieg

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.